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Coronavirus: Bayern will Großveranstaltungen verbieten | BR24

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Im Kampf gegen das Corona-Virus will die Bayerische Staatsregierung Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen bis zunächst Karfreitag untersagen. Darauf hat sich der Koalitionsausschuss von CSU und Freien Wählern am Abend geeinigt.

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Coronavirus: Bayern will Großveranstaltungen verbieten

Das neuartige Coronavirus breitet sich auch in Bayern weiter aus. Die Staatsregierung zieht nun drastische Konsequenzen: Sie will bis Ostern alle Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen untersagen. Auch die Fußball-Bundesliga ist betroffen.

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Wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus will die bayerische Staatsregierung Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen untersagen. Die Regelung soll zunächst bis Karfreitag gelten. Darauf hat sich der schwarz-orange Koalitionsausschuss in München geeinigt, wie Fabian Mehring, der parlamentarische Geschäftsführer der Freien Wähler im Landtag, dem BR bestätigte.

Die Details sollen am Dienstag in einer Kabinettssitzung beraten und beschlossen werden. Zuerst hatte die "Augsburger Allgemeine" darüber berichtet.

FC Bayern drohen mindestens zwei Geisterspiele

Davon betroffen sind Mehring zufolge auch große Sportevents in Bayern, etwa die Spiele der Fußball-Bundesliga im Freistaat. Nicht geklärt war zunächst, ob die Spiele ganz abgesagt werden müssen. Möglich wäre, dass die Begegnungen ohne Publikum als sogenannte Geisterspiele ausgetragen werden.

In den Zeitraum bis Ostern fallen etwa das Champions-League-Heimspiel des FC Bayern gegen den FC Chelsea am 18. März und die Bundesliga-Partie gegen Eintracht Frankfurt vier Tage später. Sollten die Münchner in einem möglichen Königsklassen-Viertelfinale am 7./8. April Heimrecht haben, wäre auch dieses Spiel betroffen.

Neben weiteren Sportevents wie den Eishockey-Playoffs müssen in den nächsten vier Wochen auch zahlreiche Konzerte sowie Volksfeste abgesagt oder verschoben werden.

Viele Schulen in Bayern geschlossen

Der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) erwartete eine zweimonatige Pause für Messen im Freistaat. "Ich gehe davon aus, dass in Bayern bis Mitte Mai keinen Messen mehr stattfinden werden", sagte er laut einer Twitter-Nachricht seines Ministeriums. Messeveranstalter und Aussteller brauchten Klarheit.

Vorsorglich geschlossen sind bereits viele Schulen in Bayern. Debattiert wird darüber, ob alle Einrichtungen für eine gewisse Zeit geschlossen werden sollten. Im Moment sei das nicht notwendig, sagte Kultusminister Michael Piazolo dem BR. Aber man müsse täglich eine Bewertung vornehmen.

Zwei Todesfälle in Deutschland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Sonntag empfohlen, wegen der schnellen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Deutschland Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern vorerst abzusagen. Das bayerische Gesundheitsministerium hatte sehr schnell signalisiert, diesen Vorschlag von Spahn zu unterstützen.

Zwei Menschen sind in Deutschland nach Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus gestorben. Beide Todesfälle wurden am Montag in Nordrhein-Westfalen bekanntgegeben. Am Montagmorgen hatte das Robert Koch-Institut 1.112 nachgewiesene Infektionen in Deutschland aufgelistet.

In Bayern gab es mindestens 256 Menschen, die positiv auf Sars-CoV-2, so nennen Experten das neuartige Coronavirus, getestet wurden.

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Prof. Bernd Salzberger, Infektiologe Universität Regensburg, erklärt, mit dem Verbot von Großveranstaltungen könne man verhindern, dass sich junge Menschen infizieren und die Krankheit dann an gefährdete Ältere weitergeben.

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