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Medizinisches Personal nimmt einen Abstrich von einer Person an einer Drive-Through-Teststation

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    Coronavirus: Bayern nun insgesamt über 50er-Grenzwert

    Immer mehr Menschen in Bayern infizieren sich mit dem Coronavirus. Das ganze Bundesland liegt mittlerweile rechnerisch über der 7-Tage-Inzidenz von 50. Sechs Kommunen weisen einen Wert über 100 auf. Einen Lockdown-Automatismus gibt es nicht.

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    Von
    • Frank Steininger

    Ganz Bayern liegt mittlerweile über dem bundesweit vereinbarten Corona-Grenzwert von 50. Genau 51,72 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen meldete das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) für das Bundesland insgesamt.

    Die Zahlen steigen dabei in allen Regierungsbezirken. Oberbayern liegt mit einer 7-Tage-Inzidenz von 64 vorne, gefolgt von Schwaben (59,81) und Niederbayern (56,02). Unter der wichtigen 50er-Schwelle liegen Unterfranken (45,01), die Oberpfalz (38,04), Mittelfranken (37,57) und Oberfranken (24,12).

    Sechs Hotspots mit 7-Tage-Inzidenz über 100

    Spitzenreiter ist weiter der Landkreis Berchtesgadener Land mit 236,01 registrierten Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Dort gilt seit 14 Uhr für mindestens zwei Wochen ein faktischer Lockdown. Ab sofort darf niemand mehr ohne triftigen Grund Wohnung und Haus verlassen. Erlaubt sind nur noch Fahrten zur Arbeit, zum Einkaufen, sowie Arzt- und Friseurbesuche. Hotels und Pensionen dürfen nur noch Geschäftsreisende beherbergen.

    Der Landkreis Rottal-Inn folgt mit dem bayernweit zweithöchsten Wert von 134,15. Auch Bayerns drittgrößte Stadt Augsburg zählt zu den Hotspots mit einem Wert von 123,07, ebenso Weiden (116,98), die Stadt Schweinfurt (104,82) und der Landkreis Mühldorf am Inn (102,7).

    Insgesamt liegen 34 Landkreise oder kreisfreie Städte in Bayern über dem Grenzwert von 50. Auch Bayerns zweitgrößte Stadt Nürnberg (55,56) ist inzwischen betroffen, ab Mitternacht gelten strengere Regeln. In München liegt der Wert bei 72,77.

    Herrmann: Kein Lockdown-Automatismus

    In Bayern soll es keinen Automatismus geben, bei welchen Corona-Zahlen regionale Lockdowns wie nun im Berchtesgadener Land angeordnet werden müssen. Es handle sich um eine fachkundige, sachkundige, inhaltliche Abwägung, sagte Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München. Es gebe für solche Entscheidungen "keinen Automatismus, keine Marke".

    Verschiedene Faktoren müssten dabei abgewogen werden, erklärte Herrmann. Etwa die schiere Zahl der Neuinfektionen und die Frage, ob es sich um ein begrenztes oder diffuses Ausbruchsgeschehen handle. "Wenn das kreuz und quer durch den Landkreis sich zieht, dann besteht die Gefahr des Kontrollverlustes relativ bald", warnte er. Grundsätzlich müsse man das Instrument eines regionalen Lockdowns dort anwenden, "wo der Eindruck entsteht, es läuft aus dem Ruder".

    25 Kommunen über Grenzwert von 35

    Nur noch knapp unter der 50er-Schwelle liegt derzeit die Stadt Passau mit einer 7-Tage-Inzidenz von 49,24, gefolgt vom Landkreis Günzburg (48,81), dem Landkreis Landshut (47,53) und dem Landkreis Haßberge in Unterfranken (46,22). Ebenfalls hohe Zahlen weisen der schwäbische Landkreis Aichach-Friedberg (46,04) und der Landkreis Deggendorf in Niederbayern (46,03) auf. Insgesamt sind derzeit 25 Kommunen über dem Inzidenzwert von 35 aber noch unter dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von 7 Tagen.

    Sieben neue Todesfälle

    Im gesamten Freistaat sind bisher 80.966 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden, 1.166 mehr als gestern. 2.719 Menschen, die sich mit dem Erreger infiziert hatten, sind in Bayern gestorben. Neu hinzugekommen sind sieben Todesfälle. Als genesen gelten rund 67.380 Menschen.

    💡 Warum gibt es Abweichungen in den Inzidenzzahlen?

    Die 7-Tage-Inzidenz gibt an, wie viele Infektionen pro 100.000 Einwohner im Verlauf der vergangenen sieben Tage festgestellt wurden.

    Die bayerischen Gesundheitsämter melden ihre aktuellen Zahlen täglich an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Das LGL wiederum meldet an das Robert Koch-Institut (RKI).

    Durch den Meldeprozess kommt es zu kleinen Verzögerungen und zeitweise unterschiedlichen Zahlenangaben. So ist es möglich, dass eine Institution noch eine ältere Inzidenzzahl online ausweist, während an anderer Stelle bereits neuere Zahlen bekannt gegeben werden.

    Ob strengere Beschränkungen in Kraft treten, richtet sich laut bayerischem Gesundheitsministerium immer nach dem höheren Wert. (Erklärt von Heike Westram, BR Wissen)

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