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Coronavirus-Ausbreitung: Virologen vorsichtig optimistisch | BR24

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Wie gefährlich ist eigentlich das Coronavirus? Wann gehe ich zum Arzt und wie hoch ist das Risiko, sich im Supermarkt anzustecken? Darüber sprechen die Virologen Ulrike Protzer und Oliver T. Keppler mit dem BR-Chefredakteur Chritian Nitsche.

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Coronavirus-Ausbreitung: Virologen vorsichtig optimistisch

Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Coronavirus legen derzeit das öffentliche Leben lahm. Ob sich die Maßnahmen auszahlen, ist noch nicht absehbar. Im BR-extra-Interview blicken die Experten jedoch einigermaßen hoffnungsvoll auf die nähere Zukunft.

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Die Zahl der Corona-Infizierten in Deutschland steigt weiter an. Auch nach Schulschließungen und dem Herunterfahren des öffentlichen Lebens zeigt die Infektionskurve nach oben. Dass der Erfolg der Maßnahmen erst einige Wochen nach Inkrafttreten sichtbar werden würde, war jedoch von Beginn an klar.

Virologin Prof. Ulrike Protzer vom Helmholtz-Zentrum München und Virologe Prof. Oliver T. Keppler vom Max-von-Pettenkofer-Institut blickten im Interview mit BR-Chefredakteur Christian Nitsche jedoch mit vorsichtigem Optimismus auf die kommenden Monate.

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Chancen auf Sommer-Effekt

Keppler hat beispielsweise durchaus Hoffnung, dass die wärmeren Temperaturen des Sommers die Ausbreitung des Virus abschwächen könnten. So sind beziehungsweise waren laut dem Forscher die Coronaviren, die es schon vor der jetzt grassierenden neuartigen Variante gab, jeweils von Herbst bis etwa Mai wirklich aktiv.

"19 von 20 anderen respiratorischen Viren haben diese Rhythmik. Die einzige Ausnahme der letzten Jahrzehnte ist die Schweinegrippe 2009 gewesen, die sich auch im Sommer sehr gut ausbreiten konnte", so Keppler.

Momentan könne man jedoch auch sehen, dass die allermeisten Coronavirus-Fälle derzeit auf der Nordhalbkugel seien. Auf der Südhalbkugel, wo gerade noch Sommer ist, gehe die Ausbreitung weniger schnell voraus. Die Chancen auf einen Sommer-Effekt seien also da. Wie groß der sei, sei allerdings nicht vorhersehbar.

Abflachung im April oder Mai?

Abgesehen von einem solchen Effekt sind laut den Experten aber vor allem die jetzt beschlossenen Maßnahmen entscheidend dafür, wann sich die Coronakrisen-Lage bessert. "Die Ansteckung können wir in den Griff bekommen, wenn Menschen sich distanzieren", sagte Keppler im BR-extra-Interview. Die "1,5-bis-2-Meter-Regel" sei der Schlüssel dazu, die Kurve der Infektionen abzuflachen.

Keppler hofft auf eine deutliche Verminderung der Infektionen in Deutschland Mitte Mai. Entscheidend dafür sei, wie konsequent und lange die neuen Beschränkungen durchgehalten würden sowie der Sommer-Effekt.

Kepplers Kollegin Ulrike Protzer geht sogar noch ein wenig weiter. Sie will im BR extra zwar keine definitive Antwort geben, aber wenn die jetzigen Maßnahmen und die soziale Distanzierung fruchten würden, könne die Kurve abflachen. Es gebe Berechnungen, dass man bereits Mitte April eine deutliche Abflachung in Deutschland sehen könne, wenn die Maßnahmen "sehr, sehr konsequent" durchgehalten würden. Die Frage werde dann aber weiterhin sein, wann man die Maßnahmen wieder lockern könne.

Rauchen erhöht Gefahr

Doch auch bis dahin kann jeder einzelne sich selbst schützen. Neben der sozialen Distanzierung durch Abstandhalten und Zuhausebleiben, bleibt eine weitere wichtige Botschaft für Raucher: Beide Experten rieten im BR-extra-Interview dazu, dass Rauchen aufzugeben oder zumindest den Konsum deutlich zu reduzieren. Ähnlich wie Asthma, COPD und andere Lungenerkrankungen erhöht Rauchen die Gefahr bei einer Corona-Erkrankung.

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Auch in Spanien sind mittlerweile mehr Menschen infolge einer Corona-Infektion gestorben als in China. Mehr als 3.400 Tote melden die Behörden heute. Das medizinische System des Landes steht am Rande des Zusammenbruchs.

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