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Coronavirus: Auch bayerische Skigebiete schließen | BR24

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Das Robert-Koch-Institut hat das österreichische Bundesland Tirol zum Risikogebiet erklärt. Die Regierung in Wien reagierte mit drastischen Maßnahmen. Ausländische Urlauber sollen das Land verlassen.

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Coronavirus: Auch bayerische Skigebiete schließen

Wegen der starken Ausbreitung des neuartigen Coronavirus schließen immer mehr Skigebiete in Österreich und Bayern. In Tirol werden ausländische Gäste zur "geordneten Heimreise" aufgerufen.

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Ab Montag geht auch auf Deutschlands höchstem Berg nichts mehr: Der Betrieb der Zugspitzbahn wird bis auf Weiteres wegen des Coronavirus eingestellt. "Die Zugspitze ist zu und das Gebiet Garmisch-Classic auch", sagte eine Sprecherin.

Eigentlich hätte die Skisaison im Skigebiet Garmisch-Classic noch bis nach Ostern laufen sollen. Auch auf der österreichischen Seite stellt die Zugspitzbahn ihren Betrieb ein.

Für die Zugspitze wird es schon am Sonntag eine Limitierung der Besucherzahlen geben. Diese Maßnahmen dienen als Vorsichtsmaßnahme zur Eindämmung und Bekämpfung der Verbreitung des Coronavirus.

Wann die Bayerische Zugspitzbahn ihren Betrieb wieder aufnehmen wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest. Der öffentliche Nahverkehr zwischen Garmisch-Partenkirchen und Grainau (Zahnradbahn und Busse der EVG) bleibt bis auf Weiteres gewährleistet.

Auch andere Skigebiete schließen

Auch die Alpen Plus Gebiete Brauneck, Wallberg, Spitzingsee und Sudelfeld beenden die Saison am Montag vorzeitig. Am Freitag hatten bereits die Bergbahnen am Wendelstein und am Großen Arber sowie das Wintersportzentrum Mitterfirmiansreut im Bayerischen Wald die Einstellung ihres Betriebs angekündigt. Auch im Oberallgäu am Fellhorn/Kanzelwand, am Walmendingerhorn, Heuberg und Ifen wird der Skibetrieb eingestellt.

Weiterer Ort in Österreich isoliert

In Österreich schließen Tirol und Salzburg nach dem Wochenende alle Seilbahnen und beenden die Wintersaison vorzeitig. Besonders von Corona betroffen ist auch Kärnten: Der Ort Heiligenblut an der Großglockner Hochalpenstraße steht bis zum 29. März unter Quarantäne.

"Einheimische und österreichische Urlaubsgäste sollen in ihren Quartieren bzw. Häusern bleiben", heißt es in einer Mitteilung der Bezirkshauptmannschaft Spittal an der Drau. Neben den Tiroler Orten Ischgl, Kappl, See, Galtür und St. Anton am Arlberg ist damit nun ein weiterer Ort in Österreich isoliert.

Geordnete Heimreise für ausländische Gäste

Wie in Tirol können auch in Kärnten die ausländischen Gäste eine "geordnete Heimreise" antreten. Einheimische und österreichische Gäste werden hingegen aufgefordert, sich wenn möglich nicht oder nur für unbedingt notwendige Fahrten auf die Straßen zu begeben, in ihren Quartieren und Häusern zu bleiben und Ruhe zu bewahren.

Von 300 Gästen in Heiligenblut seien rund 200 aus dem Ausland, die großteils bereits weggefahren seien. Die abreisenden Urlauber mussten ihre Daten angeben und bestätigen, dass sie sich unverzüglich auf den Heimweg machen und bei ihren Heimatgemeinden melden, heißt es in einem Bericht des ORF Kärnten.

Land Tirol stellt Online-Fragebogen zu Corona zur Verfügung

Unterdessen stellt das Land Tirol einen Online-Fragebogen zur Verfügung, um die zahlreichen Anfragen aus der Bevölkerung zu bewältigen. "Damit wird mit wenigen Fragen geklärt, ob man laut der aktuellen Definition des österreichischen Gesundheitsministeriums als Verdachtsfall eingestuft wird oder nicht", so die Mitteilung der Landesregierung.

Erst nach dieser ersten Abklärung wird bei Symptomen geraten, die Gesundheitshotline anzurufen. Sollten Daten erforderlich sein, können diese via Formular direkt an die Bezirksverwaltungsbehörden zur weiteren Abwicklung übermittelt werden.

Robert-Koch-Institut (RKI) erklärt Tirol zum Krisengebiet

Inzwischen hat das Robert Koch-Institut (RKI) das Bundesland Tirol zum Risikogebiet erklärt, in dem eine besonders dynamische Virus-Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Derzeit gilt das außerdem für die Länder Italien und Iran sowie die Region Grand Est (Elsass, Lothringen und Champagne-Ardenne) und Provinzen in China und Südkorea. Außerdem wurde die spanische Hauptstadt Madrid zum Risikogebiet erklärt.

In Tirol wurden nach Angaben der Behörden seit Freitagabend weitere 34 Menschen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet, davon 21 mit Verbindungen zum Paznauntal mit den Touristenorten Ischgl und Galtür sowie St. Anton. Die Regierung stellte beide Regionen bereits am Freitag unter Quarantäne.

"Bleiben Sie zwei Wochen zu Hause"

Angesichts dieser Entwicklung forderte das deutsche Bundesgesundheitsministerium alle kürzlich aus Italien, Österreich oder der Schweiz Zurückgekehrten auf, sich selbst in Quarantäne zu begeben. "Wenn Sie innerhalb der letzten 14 Tage in Italien, in der Schweiz oder in Österreich waren: Vermeiden Sie unnötige Kontakte und bleiben Sie zwei Wochen zu Hause", erklärte das Ministerium von Jens Spahn (CDU). Dies gelte "unabhängig davon, ob Sie Symptome haben oder nicht".

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