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Coronakrise: Keine Ausflüge am Wochenende in Schwaben | BR24

© picture alliance/Thomas Frey/dpa

Wanderweg gesperrt

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    Coronakrise: Keine Ausflüge am Wochenende in Schwaben

    Herrliches Wetter an diesem Wochenende in Schwaben. Vor allem am Sonntag soll von früh bis spät die Sonne scheinen – bei Werten bis 18 Grad. Auf Bergtouren, eine Fahrt ins Grüne oder an einen See sollte wegen der Corona-Krise aber verzichtet werden.

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    Das Wetter soll am Wochenende schön werden, doch angesichts der Ausbreitung von Corona appelliert der Deutsche Alpenverein eindringlich, keine Bergtouren zu unternehmen. Es gehe darum, alpine Notfälle zu verhindern und so Rettungswesen und Krankenhäuser zu entlasten, sagte DAV-Präsident Josef Klenner. Außerdem könnten Wanderziele so stark frequentiert sein, dass auch ein Infektionsrisiko bestehe. Auf den Social-Media-Kanälen verbreitete der DAV das Motto: "Die Berge warten, wir auch."

    Auf Berg-Ausflüge verzichten

    Auch das Bayerische Innenministerium bittet auf seiner Homepage unter dem Aspekt des Gemeinwohls darum, zu Hause zu bleiben bzw. Bewegung an der frischeren Luft in der unmittelbaren näheren Umgebung durchzuführen.

    "Es wird dringend davon abgeraten, am Wochenende Ausflüge in die Berge zu unternehmen. Bitte denken Sie dabei auch an den Schutz unserer Einsatzkräfte, z.B. Polizei, Rettungskräfte, Bergwacht, Wasserwacht! Bleiben Sie daheim! Es geht darum, die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen und eine Überlastung des Gesundheitssystems mit zahlreichen Toten zu verhindern.“ Bayerisches Innenministerium

    Abstand beim Wandern schwierig

    Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West betonte im Gespräch mit dem BR, dass Bergwandern oder Skitouren nicht verboten sind. Die grundsätzlichen Regeln der Ausgangsbeschränkung seien aber einzuhalten.

    Es dürften nur Mitglieder eines gemeinsamen Haushalts, also Familie oder Wohngemeinschaft, zusammen draußen unterwegs sein. Spaziergänge oder Wanderungen sollten wohnortnah erfolgen.

    Der Sprecher wies außerdem auf ein typisches Problem bei Ausflügen in die Berge hin: Der Abstand zu entgegenkommenden Wanderern oder Skitourengehern könne oft nicht eingehalten werden, da die Wege dazu zu schmal seien, erklärte er. Auf keinen Fall erlaubt seien dichtgedrängte Gruppen am Gipfelkreuz oder Zielpunkt der Skitour.

    Sperrung von Wegen und Wanderparkplätzen

    Die Gemeinde Schwangau hat die alpinen Wanderwege in Schwangau bis vorerst 19. April gesperrt. Spazier- und Wanderwege im Tal stehen den Einheimischen in Schwangau aber offen. Die Grenze zu Tirol bleibt weiter geschlossen.

    Die Stadt Füssen hat entschieden, stark frequentierte Wander- und Radwanderparkplätze sowie die Wanderwege in mittleren und höheren Lagen rund um Füssen zu sperren. Betroffen sind vor alle die Parkplätze am Alatsee, am Weißensee, am Mittersee, am Hopfensee sowie am Bootshafen am Forggensee. Parkplätze im innerstädtischen Stadtgebiet, an Supermärkten und Geschäften bleiben jedoch für die Nahversorgung der Einheimischen geöffnet. Ebenso stehen Berufspendlern weiterhin Parkmöglichkeiten (z.B. Morisse) zur Verfügung.

    Die Gemeinde Oberstdorf hat sämtliche Wanderwege gesperrt, auch alle Wanderparkplätze sind geschlossen.

    Ausflüge in die nahe Umgebung sind erlaubt

    Sport, Spazierengehen und Bewegung an der frischen Luft sind gestattet. Allerdings ausschließlich alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und ohne jede sonstige Gruppenbildung. Laut Innenministerium ist immer auf genügend Abstand zu achten.

    Picknicken oder Sonnenbaden sind verboten

    Da Gaststätten und Biergärten geschlossen sind, fragen sich viele, ob sie ihr Essen selbst in den Park mitnehmen dürfen. Wer sich gemütlich auf Decken oder Parkbänken niederlässt, muss damit rechnen, von Polizeibeamten verscheucht zu werden. Denn Bewegung an der frischen Luft ist erlaubt, aber: "Nicht erfasst hiervon ist der längere Aufenthalt in Parks ohne Bewegung (z.B. gemeinsam auf Picknick-Decken), um hierdurch die Ausgangsbeschränkung zu umgehen. Bitte gehen Sie zügig wieder nach Hause", informiert das Innenministerium.

    Bußgeldkatalog: Abstandsverstöße kosten 150 Euro

    Innenministerium und Gesundheitsministerium haben einen Bußgeldkatalog veröffentlicht, damit Städte und Landratsämter eine Richtschnur haben, an der sie sich orientieren könnten.

    Die meisten Verstöße, die jemand begeht, wenn er sich in seiner Freizeit nicht an die Ausgangsbeschränkungen hält, werden mit 150 Euro geahndet. Das sind: Nichteinhalten des vorgeschriebenen Mindestabstands sowie Verlassen der eigenen Wohnung ohne Vorliegen triftiger Gründe.

    Uneinsichtige werden härter bestraft

    In der Veröffentlichung wird klargestellt, dass der Regelsatz bei einem ersten vorsätzlichen Verstoß erhoben wird. Bei Wiederholungstätern verdoppelt sich die Bußgeldhöhe, bei Fahrlässigkeit kann sie halbiert werden.

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