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Symbolbild Pflegeheim

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    Coronainfektion trotz Impfung auch in Rodinger Pflegeheim

    25 Bewohner einer Station eines Rodinger Pflegeheims haben sich nach und nach mit der britischen Virusmutation infiziert. 20 haben den vollständigen Impfschutz und wurden zwei Mal geimpft. Fünf von ihnen hatten erst vor kurzem die erste Impfung.

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    Von
    • Renate Roßberger
    • BR24 Redaktion

    Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) untersucht einen größeren Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Roding, wo bereits geimpfte Heimbewohner erneut positiv auf das Coronavirus getestet worden sind. Das hat Heimleiter Andreas Schmaderer dem BR bestätigt.

    Bewohner, Personal und Besucher werden getestet

    Vertreter vom LGL und Gesundheitsamt Cham waren am Mittwoch für eine Untersuchung des Falls im Seniorenheim Sankt Michael in Roding, so Schmaderer. Bisher sei immer noch unklar, wie sich die Bewohner überhaupt angesteckt haben. Bewohner und Personal wurden regelmäßig getestet. Auch Besucher kamen nur mit einem negativen Testergebnis ins Haus.

    20 der 25 Infizierten waren zum zweiten Mal geimpft

    Trotzdem haben sich 25 Bewohner der Dementenstation seit dem 8. März nach und nach erneut infiziert und zwar, wie man inzwischen weiß, mit der hochansteckenden britischen Virusmutation. 20 von ihnen waren bereits mit dem Biontech-Impfstoff geimpft, die meisten schon im Januar und auch zweimal. Das heißt, der Impfschutz war eigentlich schon vollständig aufgebaut. Nur fünf von ihnen hatten erst vor kurzem die erste Impfung. "Wir waren mehr als erstaunt und auch beunruhigt, dass es wieder Fälle gab", sagte Schmaderer dem BR.

    "Milde bis mittelschwere Krankheitsverläufe"

    Die geimpften und erneut angesteckten Bewohner haben "milde bis mittelschwere Krankheitsverläufe", so der Heimleiter. Im Krankenhaus sei von den Geimpften nur eine 90-jährige Seniorin mit schweren Grunderkrankungen, die erst einmal geimpft war. Angesteckt haben sich auch 15 Beschäftigte, die aber Großteils noch nicht oder erst einmal geimpft waren.

    Impfung bietet laut RKI keinen 100-prozentigen Schutz

    Bei der Pressestelle des Landratsamts Cham hieß es am Donnerstag, man habe das LGL eingeschaltet, weil man dem Fall nachgehen müsse, "um weitere wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen". Das Gesundheitsamt Cham verweist auf die Zulassungsstudien zum Biontech-Impfstoff. Demnach habe der Impfstoff eine Wirksamkeit von 95 Prozent. Laut RKI könne es aber trotz Impfung zu einer Covid-19-Erkrankung kommen, da sie keinen 100-prozentigen Schutz bietet, vor allem nicht kurz vor oder kurz nach der Injektion.

    "Eine Impfung verhindere die Mehrheit schwerer Krankheitsverläufe", so das Gesundheitsamt Cham. Aber es bleibe ein "gewisses Restrisiko bestehen, trotz einer Impfung leicht zu erkranken." In Einzelfällen könne auch eine Behandlung im Krankenhaus nötig werden. Außerdem können Menschen erkranken, die sich kurz vor der Impfung angesteckt haben, aber eventuell noch nichts davon bemerken. Die Inkubationszeit, bis die Krankheit ausbricht, liegt laut RKI in der Regel zwischen fünf bis sechs Tagen. Auch nach Impfung kann es noch zur Infektion kommen, weil die Impfwirkung erst zehn bis 14 Tage nach der Injektion eintritt

    Besuchsverbot als Reaktion auf den Ausbruch

    Weitere Fälle gibt es in dem Rodinger Heim, das insgesamt 123 Bewohner hat, bisher nicht. Als Reaktion auf den Ausbruch gibt es dort aber jetzt wieder ein Besuchsverbot und andere Einschränkungen. Außerdem wurde das Schutzkonzept verstärkt. Bewohner und Personal werden regelmäßig und engmaschig getestet. Der Heimleiter betont, dass man aber die ganze Zeit schon alle Hygieneregeln und die FFP2-Maskenpflicht eingehalten, sich also nicht allein auf die Impfungen verlassen habe. Das Personal in dem Heim ist noch nicht komplett geimpft.

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