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Corona-Schnelltest

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Bildrechte: dpa/pa
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    Wirbel um 3G-Regel in Arztpraxen: Ministerium reagiert

    Auch Arztpraxen beginnen, 3G-Regeln einzuführen. Das zeigen BR-Recherchen. Die Landtags-Opposition kritisiert dies und fordert einen bedingungslosen Zugang zu ärztlicher Behandlung. Und auch das Gesundheitsministerium reagiert.

    Von
    Andreas HerzAndreas Herz
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    Arztpraxen beginnen, für die Behandlung von Patienten 3G-Regeln aufzustellen. Dies zeigen BR-Recherchen. Nur noch gegen Corona Geimpfte, Genesene und Getestete werden dann behandelt - begründet mit dem "Hausrecht" der Mediziner.

    Nun reagiert das Bayerische Gesundheitsministerium und stellt klar: "Ärztinnen und Ärzte könnten theoretisch erhöhte Sicherheitsmaßnahmen für die Räumlichkeiten ergreifen. Den Patientinnen und Patienten den Zugang zur Arztpraxis nur nach der 3G-Regel zu erlauben, ist in Arztpraxen aber grundsätzlich nicht möglich", erklärt eine Ministeriumssprecherin auf BR-Anfrage.

    Ministerium sieht Alternativen zu 3G

    Es gebe jedoch in Ausnahmefällen Situationen, bei denen der besondere Schutz der eigenen Gesundheit der Ärztinnen und Ärzte, ihrer Praxismitarbeiter oder von Patientinnen und Patienten im Vordergrund steht. Zum Beispiel wenn besonders vulnerable Patientengruppen die Praxis aufsuchen. Denkbar wären in solchen Fällen Maßnahmen zum Eigenschutz wie "persönliche Schutzausrüstung oder zusätzliche Sprechstunden für ungeimpfte und ungetestete Patientinnen und Patienten, um deren Versorgung zu gewährleisten", so die Sprecherin weiter.

    Grüne: "Tests müssen freiwillig sein"

    Zuvor hatte die Opposition im Bayerischen Landtag die 3G-Regel in Arztpraxen kritisiert: "Ich kann nachvollziehen, wenn Ärztinnen ihre Mitarbeiter und Patienten schützen sollen, gerade wenn sie immun-geschwächt sind. Aber jeder, der eine ärztliche Behandlung braucht, muss diese auch bekommen", sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Christina Haubrich.

    "Es spricht nichts dagegen, Ungeimpften einen Test anzubieten", so Haubrich weiter. Dieser müsse jedoch freiwillig sein. Von einer grundsätzlichen 3G-Regel stehe jedoch nichts in der Infektionsschutzverordnung. "Und einen 100-prozentigen Schutz werden wir in Praxen nie bekommen." Haubrich kann sich eine 3G-Regel höchstens für Begleitpersonen von Patienten vorstellen. "Und hier natürlich nicht bei Kindern."

    AfD befürchtet "enorme Folgeschäden"

    Auch die bayerische AfD-Fraktion reagierte auf die BR-Recherchen. Deren Parlamentarischer Geschäftsführer und gesundheitspolitischer Sprecher, Andreas Winhart, spricht von "Diskriminierung", die dazu führen könnte, dass schwere Krankheiten zu spät erkannt würden. "Dies würde enorme Folgeschäden und hohe Kosten für die Gesellschaft nach sich ziehen. Darüber hinaus richtet sich ein solches Verhalten, sollten tatsächlich Ärzte diesen Schritt wagen, gegen die ethischen Prinzipien ihres Berufsstandes und den Hippokratischen Eid."

    "Behandlung nicht von 3G abhängig machen"

    Unklar ist, wie viele Praxen nur noch nach 3G behandeln. Sicherlich eine Minderheit. Einzelfälle sind es jedoch auch nicht. Binnen einer Stunde lassen sich über Suchmaschinen Dutzende Praxen finden, die 3G bei Patienten voraussetzen. Und alle, die zu erreichen sind, haben eine Kassenzulassung.

    Laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung ist dies nicht zulässig: "Ärzte können eine Behandlung nicht von der Einhaltung der 3G-Regel abhängig machen", heißt es schriftlich auf BR-Anfrage.

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