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Zwei Menschen arbeiten zusammen an einem Laptop

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Corona: Wie sich ein Nürnberger Start-up durch die Krise kämpft

Die Wirtschaft kommt durch Corona immer mehr ins Wanken. Und auch junge Unternehmen, die gerade erst am Anfang stehen, haben es schwer. Das zeigt das Beispiel eines Nürnberger Start-up-Unternehmens, das eigentlich auf Weihnachtsmärkte angewiesen ist.

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Von
  • Florian Deglmann

"Der wachsende Kalender" ist ein nachhaltiger Saisonkalender, dessen Kalendarium aus Samenpapier besteht. Dieses kann Monat für Monat ausgerissen und eingepflanzt werden. Aus dem ins Papier eingearbeiteten Samengut entstehen dann zum Beispiel Gemüse, Salate oder Kräuter. Hergestellt wird der ökologische Jahrweiser vom Nürnberger Start-up-Unternehmen Primoza.

Mehr als die Hälfte Umsatz auf Weihnachtsmärkten

Für viele Kunden ist der Kalender das optimale Weihnachtsgeschenk. Deswegen konzentriert sich das Team von Primoza seit seiner Gründung im März 2018 voll und ganz auf das Weihnachtsgeschäft, genauer gesagt auf Weihnachtsmärkte. Doch diese Einnahmequelle fällt in diesem Jahr nun aufgrund der Corona-Pandemie und den Absagen der Weihnachtsmärkte komplett weg. Dort aber macht das Start-up mit seinem wachsenden Kalender in der Regel mehr als die Hälfte seines Umsatzes, so Mitgründerin Manuela Baron.

Demnach habe das Unternehmen schon im Gründungsjahr festgestellt, dass Weihnachtsmärkte der optimale Vertriebsweg sind. Daher habe man in Hütten und Dekoration investiert. Eigentlich wäre das Unternehmen auf 80 Weihnachtsmärkten in ganz Deutschland vertreten gewesen. Die Vorbereitung ist laut Baron enorm: "Im Vergleich zu einer Werbeanzeige ist es etwas ganz anderes, wenn man selber zum Beispiel Lampen für die einzelnen Weihnachtsstände bastelt, die Hütten verkabelt oder eben auch allein nur die einzelnen Teile von so einer Hütte hin- und herschleppt."

Online-Marketing statt Präsenz-Weihnachtsmarkt

80.000 Kalender ließ das Start-up Primoza in diesem Jahr produzieren. Diese drohen nun, im Lager zu verstauben. Um den Schaden so gering wie möglich zu halten, setzt das Team bereits seit einigen Monaten auf Online-Marketing. Neben dem eigenen Webshop schalten sie auch Anzeigen bei Facebook.

Dieser Markt aber sei hart umkämpft, beobachtet die Unternehmerin Baron. Viele Firmen würden derzeit auf Facebook setzen, dort sei die Werbung dementsprechend auch teurer.

Keine Corona-Hilfen für Nürnberger Start-up

Zwischenzeitlich mussten die Angestellten des zwölfköpfiges Teams in Kurzarbeit. Zusätzliche Corona-Hilfen vom Staat gab es für das Nürnberger Start-up aber nicht. Denn Liquiditätsprobleme gab es unter dem Jahr keine. Erst gegen Ende des Jahres gehe meist das Geld aus, sagt Manuela Baron. Deswegen haben sie und ihre Mitgründer einen Kredit aufgenommen.

Aufgrund der geringen Umsätze in diesem Jahr könnte es aber schwieriger werden, im kommenden Jahr einen Kredit abzuschließen, befürchten sie. "Die Folgeschäden von diesem Jahr werden sich wahrscheinlich noch eine ganze Zeit lang bemerkbar machen", meint Baron.

Keine Angst vor der Corona-Krise

Dennoch wollen sich Manuela Baron und ihr Team von der Corona-Krise nicht unterkriegen lassen und arbeiten bereits mit Hochdruck an neuen, zeitlosen Produkten, um zukünftig nicht mehr so abhängig vom Weihnachtsgeschäft zu sein.

Unter dem Motto "Jetzt erst recht" will das Unternehmen mit Verstärkung in die Rezession starten und die Zeit nutzen, um sich weiterzuentwickeln.

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Die Wirtschaft kommt durch die Krise immer mehr ins Wanken. Auch junge Unternehmen, die gerade erst am Anfang stehen, haben es schwer. So auch das Nürnberger Startup Primoza, das in der Regel auf Weihnachtsmärkte angewiesen ist.

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