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Corona: Wie organisieren Familien am Land die Kinderbetreuung? | BR24

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Ausnahmezustand, wohin man blickt. Die ganze Woche schon waren Schulen, Kindergärten und Kitas geschlossen. Wie organisieren sich Familien in dieser Ausnahmesituation? Beispiele aus Brannenburg im Landkreis Rosenheim.

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Corona: Wie organisieren Familien am Land die Kinderbetreuung?

Ausnahmezustand, wohin man blickt. Die ganze Woche schon waren Schulen, Kindergärten und Kitas geschlossen. Wie organisieren sich Familien in dieser Ausnahmesituation? Beispiele aus Brannenburg im Landkreis Rosenheim.

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Judith Schmidberger sitzt mit ihrem sechsjährigen Sohn Emil im Garten in der Sonne. Sie machen Übungen für die Schule - am Handy. Gleich nach dem Frühstück machen sie Schularbeiten in Mathe und Deutsch, und gestern haben sie Blumen gesammelt für Heimat- und Sachkunde.

Der zweijährige Moritz springt derweil im Garten herum. Die Große, Lotta, liegt krank im Bett. Eigentlich sollte Judith Schmidberger jetzt arbeiten, ihr Beruf ist systemrelevant. Sie ist in der Pharmazeutischen Industrie tätig, ihre Firma produziert Medikamente. Aber Homeoffice tagsüber mit drei Kindern daheim - geht das?

"Das geht schon mal grade mit dem Kleinen nicht, der ist zwei Jahre alt, der kann sich maximal zehn Minuten alleine beschäftigen. Entweder muss mein Mann auf die Kinder schauen oder ich muss abends arbeiten. Oder am Wochenende. Es ist schon anstrengend, kein Freizeitstress, aber ich muss ja viel mit den Kindern machen. Bei Emil, dem Erstklässler muss ich viel dabei sein bei den Schulaufgaben, die Zweitklässlerin kann mehr selbstständig machen, wobei ich auch bei ihr noch viel mitschauen muss." Judith Schmidberger

Die Kinder haben ja keine Ferien. Lotta und Emil zum Beispiel haben beide einen ganzen Packen Aufgaben gekriegt, die sie erledigen müssen in der unterrichtsfreien Zeit.

Freiberufler mit nur noch wenig Arbeit

Ein paar Häuser weiter ist – nennen wir ihn – Thomas Huber daheim bei den Kindern. Als Freiberufler spürt er schon jetzt deutlich die Auswirkungen der Corona-Krise.

"Wir sind noch zwei statt zehn Leute. Die zwei haben wenig zu tun, weil Aufträge, die schon geschrieben waren, wieder storniert werden. Ja, man macht Vorbereitung, macht sauber, lernt ein bisschen, Fortbildung gehört ja auch in die Ruhezeit." Ein Freiberufler

So hat er wenigstens etwas Zeit, seine beiden kleinen Töchter zu betreuen. Gemeinsam mit seiner Frau, die derzeit auch Homeoffice macht, aber dabei nicht so viel zum Arbeiten kommt. Wenn die Mama daheim ist, dann nehmen die Kinder sie einfach in Anspruch.

Die Zeit mit ihrem Papa genießen Magdalena und Maximilian daheim. Eigentlich würden sich an den Tagen, an denen die Mama auch arbeitet, die Omas um Magdalena kümmern.

"Die Großeltern fallen aber zurzeit aus, sie sind gesund, aber wir wollen Kontakt wirklich vermeiden, momentan arbeitet meine Frau zwei Tage, da hab ich Urlaub und ich arbeite drei Tage, da übernimmt meine Frau dann die Kinderbetreuung. Weil die einzige Möglichkeit, das Virus einzudämmen, ist, Kontakt vermeiden, ganz rigoros, da gehören auch die Großeltern dazu. Jeder einzelne Kontakt, der nicht zustande kommt, ist gut. So traurig es ist momentan, die Kinder vermissen die Großeltern auch, aber es hilft ja nichts." Ein Freiberufler

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