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Wie ist die Lage auf den schwäbischen Intensivstationen? | BR24

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Mit der dritten Welle der Coronavirus-Pandemie richtet sich der Blick wieder verstärkt auf die Intensivstationen.

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    Wie ist die Lage auf den schwäbischen Intensivstationen?

    Mit der dritten Welle der Corona-Pandemie steigt der Bedarf an Intensivbetten. Während die Allgäuer Krankenhäuser ihre Kapazitätsgrenze erreicht haben, sind in Augsburg noch Intensivbetten frei. Doch eine Entwicklung ist beunruhigend.

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    Von
    • Anna Klein
    • Roswitha Polaschek

    Der Bedarf an Intensivplätzen für Covid-19-Fälle am Uniklinikum Augsburg steigt. Nichtsdestotrotz hat diese Nachricht auch etwas Positives, denn: "Wir sehen einen Anstieg der Intensivpatienten in Augsburg. Der ist allerdings im Moment noch nicht so ausgeprägt wie bei der zweiten Welle", sagt Michael Beyer, der ärztliche Direktor des Universitätsklinikums in Augsburg.

    Augsburg hat noch freie Intensivbetten

    Während der zweiten Welle der Corona-Pandemie hatte das Uniklinikum seine Kapazitätsgrenze erreicht und musste Intensivpatientinnen und –patienten in andere Häuser verlegen. Aktuell sei es eher umgekehrt: Mit der "dritten Welle" der Pandemie werden zunehmend Intensivfälle nach Augsburg verlegt, denn einige Krankenhäuser im Allgäu haben ihre Kapazitätsgrenze bereits erreicht und keine freien Intensivbetten mehr. Das Universitätsklinikum in Augsburg ist als sogenanntes "Maximalversorger-Krankenhaus" die höchste medizinische Instanz in ganz Schwaben – und gleichzeitig auch die letzte, für besonders schwierige Fälle.

    Weniger freie Intensivplätze im Umland

    In den Krankenhäusern im Augsburger Umland werden die Betten hingegen langsam knapp: In den Kliniken an der Paar in Aichach und Friedberg ist aktuell nur noch ein Bett frei, in den Landkreisen Donau-Ries und Neu-Ulm sind es zwei.

    Der leitende Oberarzt der Kliniken in Aichach-Friedberg, Christian Stoll, geht davon aus, dass die Kapazitäten in den nächsten Wochen immer enger werden. Über die Osterfeiertage hätten außerdem viele Unfälle die Intensivstationen beansprucht.

    Nur halb so viele Betten verfügbar

    Auch am Universitätsklinikum in Augsburg ist nicht allein die aufwändige Versorgung von Corona-Patientinnen und -Patienten eine Herausforderung: Von den 80 Betten steht dort die Hälfte für Pandemie-Fälle zur Verfügung, was die Versorgungskapazität des Hauses faktisch halbiert.

    Laut Beyer werden diese Betten eigentlich dringend benötigt: "Es sind die behandlungsbedürftigen Not- und Eilfälle, die wir nicht aus den Augen verlieren dürfen", so der ärztliche Direktor. Momentan müssten viele Operationen und Behandlungen verschoben werden und sogar Notfälle teilweise bis zu fünf Tage warten, bis ein Bett frei wird. Diese Seite der Pandemie mache dem Klinikum erheblich zu schaffen.

    Covid-Intensivfälle werden immer jünger

    Besonders beunruhigend ist laut Beyer eine weitere Entwicklung: "Das Durchschnittsalter der Covid-Intensivpatienten geht deutlich nach unten." Aktuell liegt es laut Schätzung des Mediziners bei 60 Jahren. Dass die Covid-19-Fälle der dritten Welle jünger sind, hat Folgen, denn: Jüngere Patientinnen und Patienten würden deutlich länger auf der Intensivstation liegen, teilweise bis zu drei Wochen.

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