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Corona: Wie es an den Schulen weitergeht | BR24

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Die Corona-Maßnahmen kann die Staatsregierung per Verordnung beschließen. Der eigentliche Gesetzgeber, der Landtag, hat erstmal nichts zu sagen. Zumindest die SPD ist mit den Maßnahmen, die das Kabinett beschlossen hat, einverstanden.

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Corona: Wie es an den Schulen weitergeht

Bayern will etwas später als die übrigen Bundesländer zum Schulunterricht zurückkehren. Ministerpräsident Söder und Kultusminister Piazolo haben am 16. April weitere Details dazu bekannt gegeben. BR24 mit der Übersicht.

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1) Zeitplan Schulöffnung

Wann werden die Bildungseinrichtungen in Bayern wieder ihren Betrieb aufnehmen?

In Bayern sollen die Schulen etwas später öffnen als in anderen Bundesländern. Der Grund: Die hohe Zahl der Infizierten im Freistaat. Ab dem 27. April dürfen in Bayern 14 Prozent der Schülerinnen und Schüler zurück in die Schule. Zuerst sollen die Abschlussklassen an den weiterführenden und beruflichen Schulen den Unterricht wiederaufnehmen. Das betrifft folgende Jahrgangsstufen und Schularten:

Mittelschule: Jahrgangstufe 9 (soweit für eine Prüfung angemeldet) bzw. Jahrgangsstufe 10

Realschule: Jahrgangsstufe 10

Wirtschaftsschule: zweistufige Wirtschaftsschule: Jahrgangsstufe 11; drei- und vierstufige Wirtschaftsschule: Jahrgangsstufe 10

Gymnasium: Q12

Förderschule

  • Förderzentren: Wiederaufnahme des Unterrichts nur in Klassen, die nach dem Lehrplan für die allgemeinen Schulen unterrichten; dabei Unterricht ausschließlich für Schüler der 9. und 10. Jahrgangsstufe, die für eine Prüfung angemeldet sind
  • Sonderpädagogisches Förderzentrum und Förderzentrum Lernen: Klassen der Jahrgangsstufe 9
  • Realschulen und berufliche Schulen zur sonderpädagogischen Förderung: Unterricht für die Abschlussklassen

FOS/BOS: Fachabiturklassen: Jahrgangsstufe 12, Abiturklassen: Jahrgangsstufe 13

Berufsschulen: Fachklassen vor Kammerprüfung, Klassen des vollzeitschulischen Berufsgrundschuljahres (BGJ)

Berufsfachschulen, Fachakademien und Fachschulen: Abschlussklassen

Wann kehren die anderen Schüler zurück zum Unterricht?

Ob am 11. Mai weitere Jahrgänge folgen, steht noch nicht fest. Der Fahrplan sieht vor, dass die Kultusministerkonferenz am 29. April weitere konkrete Vorschläge zur Rückkehr an die Schulen machen wird. Anschließend, am 30. April, wird Kanzlerin Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder über die zweite Tranche der Schulöffnungen beraten. Dann wird es um die Schülerinnen und Schüler gehen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen werden, also etwa die derzeitigen Elftklässler an Gymnasien und die aktuellen Neuntklässler an Realschulen - und eventuell die Viertklässler.

Wann alle übrigen Jahrgänge zurück an die Schulen dürfen, ist demnach noch offen. Ziel sei es, so Söder, dass in diesem Schuljahr noch Schule für alle stattfindet. Weil Distanzgebot und Mundschutz aber bei Kleineren schwer möglich sind, sollen Kindergarten- und Krippenkinder bis auf weiteres zuhause betreut werden.

Wie geht es an Hochschulen und Universitäten weiter?

Der Vorlesungsbetrieb an den bayerischen Universitäten und Hochschulen soll zwar am 20. April starten, allerdings findet das Sommersemester vorerst digital statt. Prüfungen sollen an den Hochschulen abgenommen werden. Staatliche Bibliotheken und Bibliotheken an Universitäten und Hochschulen können ab dem 27. April 2020 unter Auflagen geöffnet werden.

Wird die Notbetreuung an den Schulen und Kitas weiter ausgebaut?

Ministerpräsident Söder und Sozialministerin Trautner kündigten an, die Notfallbetreuung für Schul- und Kitakinder weiter auszubauen. Besonders die Kinder berufstätiger Eltern in systemrelevanten Berufen, aber auch die alleinerziehende Berufstätige sollen auf die Notfallbetreuung zurückgreifen dürfen. Die entsprechenden Raumkonzepte werden gerade ausgearbeitet.

Derzeit nutzen die Eltern die Notbetreuung sehr verantwortungsbewusst, sagte Sozialministerin Trautner. Nur zwei Prozent der Kinder würden derzeit in Notfallgruppen betreut. Weitere Informationen zur Notfallbetreuung werden auf der Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege angeboten.

2) Online-Unterricht

Wie geht es unmittelbar nach den Ferien mit dem Fern-Unterricht weiter?

80 Prozent der Schülerinnen und Schüler lernen bis auf weiteres zu Hause. Kultusminister Piazolo sagte, das Lernen daheim sei nicht vergleichbar mit dem Präsenzunterricht. Eltern seien keine Ersatzlehrer und könnten nicht den gleichen Unterricht wie an der Schule bieten. In dieser Zeit gehe es zum einen darum, den bislang behandelten Unterrichtsstoff zu wiederholen und zu vertiefen. Zum anderen würden Inhalte und Kompetenzen vermittelt, um eine gute Basis für die Wiederaufnahme des Unterrichts zu schaffen. Der Lehrplan der jeweiligen Jahrgangsstufe muss laut Piazolo nicht lückenlos erfüllt werden.

In den kommenden Wochen werden die Schülerinnen und Schüler auch neuen Stoff lernen. Der Scherpunkt soll dabei auf Inhalten liegen, die für die nächsthöheren Jahrgangsstufen wichtig sind und vorausgesetzt werden. Lehrplangebiete, die für die Erarbeitung beim „Lernen zuhause“ nicht geeignet sind, sollen laut Piazolo für die Zeit nach der Wiederaufnahme des Unterrichts aufgespart werden.

Wie werden die Leistungen der Schülerinnen und Schüler nach den Ferien bewertet?

Leistungsnachweise finden während des Lernens zuhause nicht statt. Die Lehrer sollen den Schülerinnen und Schülern jedoch ein regelmäßiges Feedback zu den von ihnen bearbeiteten Arbeitsaufträgen geben.

Wie werden lernschwache Schülerinnen und Schüler in dieser Zeit unterstützt?

Piazolo sagte, Kinder aus benachteiligten oder bildungsfernen Familien, seien durch das Lernen zuhause jetzt deutlich stärker herausgefordert. Die Schulen würden die Lehrkräfte und „weiteres an der Schule tätiges Personal“ zur individuellen Begleitung (z. B. regelmäßige telefonische Kontaktaufnahme) dieser Schülerinnen und Schüler einsetzen. Auch die Bereitstellung digitaler Endgeräte für Schüler, die hierfür Bedarf haben, werde geprüft.

3) Hygiene-Maßnahmen

Welche Hygiene-Maßnahmen sind geplant?

Kultusminister Piazolo kündigte an, dass nicht mehr als zehn bis 15 Schüler in einem Klassenraum zusammensitzen sollen. Dabei soll auf eine besondere Sitzordnung geachtet werden: Zwischen den Schülern soll ein Mindestabstand von eineinhalb Metern herrschen; jede Schülerin bzw. jeder Schüler soll mindestens vier Quadratmeter Platz haben. Gruppenarbeit soll bis auf weiteres nicht stattfinden.

Darüber hinaus prüfen die Schulexperten einen zeitlich versetzten Schulbeginn. Außerdem werden derzeit Sonderregelungen für das Verhalten im Schulhaus erarbeitet: So soll die Pause eventuell im Klassenzimmer stattfinden, die Klasse regelmäßig gelüftet werden, WC-Besuche nur einzeln und nach Absprache stattfinden. Pausenverkauf und Mensabetrieb wird es zunächst nicht geben.

Sollten die Kinder während des Unterrichts Masken tragen?

Kultusminister Piazolo sagte, man habe sich bewusst gegen eine Maskenpflicht an Schulen entschieden. Wichtig sei eine geringe Klassengröße. Sinnvoll sei ein Mundschutz vor allem im öffentlichen Nahverkehr, also auch im Schulbus. Zu dieser Frage berate man sich derzeit mit dem Gesundheits- und Verkehrsministerium und den Kommunen.

Weitere Infos zur Situation an den Schulen in Bayern finden Sie hier auf den Seiten des Bayerischen Kultusministeriums.

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