BR24 Logo
BR24 Logo
BR24 - Hier ist Bayern
© pa/dpa/WRIGHT/RelaXimages
Bildrechte: pa/dpa/WRIGHT/RelaXimages

Clubs und Diskotheken sollen in Bayern im Oktober wieder öffnen.

37

    Wie Bayern Clubs und Discos öffnet

    Eine Durststrecke geht zu Ende: Ab Anfang Oktober darf wieder getanzt und gefeiert werden. Für die Betreiber von Clubs und Diskotheken in Bayern endet eine lange Wartezeit - viele waren wegen Corona seit dem Frühjahr 2020 durchgehend geschlossen.

    Von
    Sabine SchmalhoferSabine SchmalhoferBR24  RedaktionBR24 Redaktion
    37

    Während in allen anderen Bundesländern die Tanztempel längst geöffnet haben – unter Auflagen – konnte sich die bayerische Staatsregierung bislang nicht auf die Wiedereröffnung verständigen. An den letzten Details werde noch gefeilt, heißt es aus der Staatskanzlei.

    In Bayern will das Kabinett bei seiner nächsten Sitzung am 30. September die Details zu Clubs und Diskotheken beschließen. Die Möglichkeit zur Öffnung und die genauen Rahmenbedingungen müssen dann noch in die Corona-Verordnung des Freistaats aufgenommen werden. Deren aktuelle Version gilt bis einschließlich 1. Oktober. Ein Überblick.

    Corona-Regeln: 2G oder 3G?

    Sicher dürfte sein, dass Einlass nur für Geimpfte oder Genesene oder mittels PCR-Test negativ Getestete gilt. Die 3G-Regel kann ein Veranstalter auch "verschärfen" und nur Geimpfte oder Genesene in seinen Club lassen. Dazu gibt es aber bisher keine Empfehlung oder rechtliche Regelung des Freistaats. "Wir überlegen, ob wir die 2G-Regel oder die 3G-Regel umsetzen", sagt Szene-Gastronom Peter Fleming aus München, Geschäftsführer des Clubs "Harry Klein".

    So oder so rechnet der Nachtclub-Betreiber mit einem enormen Aufwand und will daher nur Gäste reinlassen, die einen QR-Code auf dem Handy sowie einen Personalausweis dabeihaben. "Von einem PCR-Test-Nachweis halte ich nichts, den kann man sich aus dem Internet holen", sagt er.

    Denn: Er will dem "Party-Volk" möglichst viel Sicherheit bieten. Tanzen und feiern sollen ohne Maske und Mindestabstand möglich sein. Sonst mache eine Öffnung keinen Sinn, so Fleming. Noch weiß er nicht, wann er aufsperren darf, hofft aber auf den 2. Oktober.

    Der Augsburger Diskotheken-Betreiber Leo Dietz will erst einmal abwarten, wie die Politik nächste Woche entscheidet. "Wir brauchen zwei Wochen Vorlauf, das ist für uns wie ein Neuanfang", so der Gastronom.

    Dietz wünscht sich maximale Auslastung seiner Lokale bei maximaler Sicherheit: "Wir dürfen kein Ischgl werden". Vieles sei noch ungeklärt. "Beispielsweise wenn es um die Frage geht, ob das Personal geimpft ist oder die Mitarbeiter Schutzmasken tragen müssen", so Dietz. Und auch bei der Suche nach Mitarbeitern sieht der Szene-Gastronom einige Probleme auf sich zukommen. Der Markt sei so gut wie leergefegt.

    Grafik: Krankenhausampel in Bayern

    Die Unterschiede zwischen den Tests

    Doch wo genau liegen die Unterschiede bei den Tests von denen sich nun viele einen Einlass in Clubs oder Diskotheken erhoffen? PCR-Tests gelten als "Goldstandard" unter den Corona-Tests. Sie dienen dem direkten Erregernachweis. Die Proben werden in Laboren analysiert. Ein PCR-Test darf nicht mehr als 48 Stunden zurückliegen. PCR-Schnelltests sind deutlich vereinfacht und deswegen ungenauer. Sie können auch außerhalb von Laboren eingesetzt werden, dürfen aber nicht mehr als 24 Stunden zurückliegen.

    Antigen-Schnelltests können Erregerteile ebenfalls direkt nachweisen und funktionieren mit einer Test-Kartusche. Den Test kann man auch selbst durchführen.

    Darüber hinaus gibt es die G-Regeln, die auch in den Clubs Anwendung finden könnten.

      • 3G-Regel: Die drei "G" stehen für geimpft, genesen, getestet.
      • 2G-Regel: Die zwei "G" stehen für geimpft, genesen. Ungeimpfte sind somit ausgeschlossen.
      • 2G-Plus: Dieses Modell gibt es in einigen Bundesländern. Für Geimpfte und Genesene bleibt das Leben fast normal, steigen die Corona- Zahlen, dann treten schrittweise Beschränkungen für Ungeimpfte in Kraft, es könnte etwa zu einer Art Lockdown für Ungeimpfte kommen.

    Außer in Bayern sind Clubs und Diskotheken in anderen Bundesländern schon geöffnet.

    Beispiel Hamburg:

    In Hamburg entscheiden sich immer mehr Veranstalter für das 2G-Modell. Der Zutritt ist damit nur für Geimpfte und Genesene zulässig. Ab dem kommenden Wochenende dürfen nach einer neuen Senatsverordnung bei 2G auch die Masken, Abstände und Kapazitätsgrenzen fallen.

    Infektions-Fall in Münster:

    Nach einer Partynacht mit 380 Menschen sind in einem Club in Münster Anfang September über 80 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden.

    Für die Party galt die 2G-Regelung: Alle Gäste waren nach eigenen Angaben geimpft oder genesen. Bei Kontrollen der Impf- und Genesenen-Ausweise gab es keine Verstöße gegen die 2G-Regel, so das Gesundheitsamt Münster. Wie der Leiter des Corona-Krisenstabes in Münster, Wolfgang Heuer, dem WDR sagte, zeige die Ansteckungsserie, dass man bei engen Kontakten in Innenräumen nicht sorglos sein könne. Die Corona-Impfung schütze vor einer schweren Erkrankung. Eine Ansteckung sei dennoch nicht auszuschließen.

    "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

    Schlagwörter