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Corona: Welche Regeln in Bayern jetzt gelten | BR24

© picture alliance / Sven Simon

Gastronomie-Betriebe, wie hier ein Biergarten dürfen schon länger wieder öffnen. Bald könnte das auch für Schankwirtschaften gelten.

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    Corona: Welche Regeln in Bayern jetzt gelten

    Eine kleine Lockerung hat die bayerische Staatsregierung vergangene Woche beschlossen, größere noch für den Juli in Aussicht gestellt. Die Kontaktbeschränkungen wurden derweil verlängert. Ein Überblick, welche Corona-Regeln in Bayern aktuell gelten.

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    Erstmal gibt es in Bayern keine signifikanten weiteren Lockerungen, die Kontaktbeschränkungen wurden sogar verlängert. Wenn die Corona-Lage aber stabil bleibt, könnte sich das ändern. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vergangene Woche im BR-Interview an. Welche Regeln in Bayern vorerst weiterhin gelten, was gelockert werden könnte - ein Überblick.

    Kontaktbeschränkungen bis zum 19. Juli verlängert

    Zunächst galten sie bis zum 5. Juli, Ende vergangener Woche wurden die geltenden Kontaktbeschränkungen um zwei weitere Wochen bis 19. Juli verlängert. Damit sei der Aufenthalt im öffentlichen Raum "auch weiterhin nur in der Familie sowie mit Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstands oder in einer Gruppe von bis zu zehn Personen gestattet", erklärte die dafür zuständige bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

    Im privaten Raum gilt für Treffen weiterhin keine Beschränkung - weder auf einen festen Personenkreis noch auf eine Maximalanzahl an Gästen, heißt es beim zuständigen Ministerium für Gesundheit und Pflege. Aber: Es soll der notwendige Mindestabstand von 1.5 Metern gelten, wodurch je nach den Räumlichkeiten eine natürliche Begrenzung gegeben ist.

    Maskenpflicht gilt weiterhin

    Die Maskenpflicht gilt nach wie vor in Geschäften, im Nah- und Fernverkehr. Davon ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren und Personen, bei denen es aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, eine Maske zu tragen. Auch Mitarbeiter von Ladengeschäften in Kassen- und Thekenbereich oder an der Rezeption müssen keinen Mundschutz mehr tragen, wenn transparente Schutzwände, in dem entsprechenden Bereich angebracht sind.

    Verwirrung bei Feiern und Festen aufgelöst

    Auch bei privaten Feiern und Festen zuhause oder im eigenen Garten gibt es keine Beschränkungen - solange die Räumlichkeiten innen oder außen groß genug sind. Das bestätigte zuletzt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums dem BR: "Bei Feiern in privaten Räumen gibt es formell keine strikte Begrenzung mehr." Wer eine große Feier im Privaten plant, wird aber dringend aufgefordert, eine Gästeliste zu führen. Zudem gilt: Der Gastgeber muss ein Hygienekonzept vorlegen können.

    Das Bayerische Gesundheitsministerium betont: Der Charakter eines privaten Treffens muss aber gewährleistet sein. Es dürfe beispielsweise kein Konzert auf privatem Grund stattfinden, das für jedermann zugänglich ist.

    Bei diesem Punkt hatte es zuletzt Verwirrung gegeben. Denn: Bei Festen und Feiern - wie etwa bei Hochzeiten, Geburtstagen, Schulabschlussfeiern oder Vereinssitzungen - in Gaststätten, Restaurants, Hallen oder Ähnlichem ist die Lage anders. Hier gilt weiter eine Begrenzung auf 50 Personen innen und 100 Personen im Freien. Auch hier soll auf Anfrage ein Schutz- und Hygienekonzept vorgelegt werden können - das gilt aber für den Betreiber der Räumlichkeiten. Bei geschlossenen Gesellschaften gilt in eigenen Räumen laut Ministerium weder Maskenpflicht noch Mindestabstand.

    Weiterhin verboten bleiben öffentliche Festivitäten oder auch Veranstaltungen für ein allgemeines und größeres Publikum.

    Kulturveranstaltungen: Eine kleine Lockerung gibt es doch

    Eine Lockerung wurde bei der Kabinettssitzung am Dienstag doch beschlossen: Bei kulturellen Veranstaltungen gilt die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen nur noch, solange sich die Besucher "nicht an ihrem Platz befinden". Somit kann der Mund-Nasen-Schutz im Theater- oder Kinosessel abgenommen werden. Weiterhin gilt, dass bei kulturellen Veranstaltungen der Mindestabstand eingehalten werden muss und bei zugewiesenen Sitzplätzen bis zu 100 Besucher in Innenräumen oder 200 im Freien erlaubt sind.

    Diese Corona-Regeln gelten seit vergangener Woche

    Seit 1. Juli können alle Kinder wieder zurück in die Kitas. Zudem gelten seit letztem Montag weniger strenge Besuchsregelungen in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern, Rehas und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Einrichtungen müssen die bisher geltenden Besuchsbeschränkungen durch individuelle Schutz- und Hygienekonzepte ersetzen.

    Bereits zuvor wurde die Maskenpflicht für Mitarbeiter von Ladengeschäften im Kassen- und Thekenbereich oder an der Rezeption gelockert. Es genügt nun, Schutzwände in dem entsprechenden Bereich angebracht sind. Die Maskenpflicht gilt aber nach wie vor in Geschäften, im Nah- und Fernverkehr. Davon ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren und Personen, denen es aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich ist, eine Maske zu tragen.

    Welche weiteren Lockerungen könnten kommen?

    Im Lauf des Julis könnte es zu weiteren Lockerungen kommen. Das hat Söder in Aussicht gestellt. Wenn die Lage stabil bleibe, könnte beispielsweise die maximale Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen erhöht werden, sagte er im Bayern-3-Interview. "Ich kann mir vorstellen, andere Bereiche weiter zu öffnen, vielleicht auch mal über die Schankwirtschaften zu reden unter bestimmten Voraussetzungen - aber eben nicht überstürzt."

    Eine zeitnahe Perspektive für diese Bereiche will auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Er hält neben Lockerungen für Kneipen und Bars auch eine Anhebung der maximalen Gästezahl bei privaten und kulturellen Veranstaltungen für möglich, wie er im "Bild"-Interview sagte. "Die Gespräche in der Koalition dazu laufen."

    Für Clubs und Diskos sowie für Konzerte und Festivals gibt es derzeit hingegen weiterhin keine Öffnungsperspektive, hier ist vor allem Söder sehr skeptisch. Auch die Maskenpflicht dürfte ihm zufolge noch eine ganze Zeit bestehen bleiben.

    Seit erstem Juli gelten neue Corona-Test-Regeln

    Eine weitere Änderung betrifft Privatpersonen. Bayern bietet seit vergangenem Mittwoch kostenlose Corona-Tests für alle an - damit auch für Personen, die keine Symptome oder Risikobegegnungen hatten. Ihnen werde in "kürzester Zeit die Garantie gegeben, dass eine Möglichkeit besteht, einen Test zu machen und den dann auch zeitnah zu erhalten", erklärte Ministerpräsident Söder dazu.

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