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So geht es an Bayerns Schulen weiter

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    Corona: Wo Schulen und Kitas in Bayern offen sind

    Zwei Wochen vor dem Start der Pfingstferien haben sich in Bayern noch einmal die Regeln für Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen geändert. Ein Überblick, was in den Landkreisen und kreisfreien Städten in den kommenden Tagen und Wochen gilt.

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    Von
    • Petr Jerabek
    • Claudia Kohler

    Nach tagelangen Debatten über das weitere Vorgehen an den Schulen hat sich die Regierungskoalition in Bayern geeinigt. Die Freien Wähler hatten verlangt, mehr Kindern Präsenzunterricht zu ermöglichen - bis zu einer örtlichen Sieben-Tage-Inzidenz von 165, wie es die bundesweite Corona-Notbremse vorsieht. Der CSU war dieser Wert zu hoch, sie wollte an der 100 als Grenze festhalten.

    Herausgekommen ist ein klassischer Kompromiss. Je nach Schulart oder Klassenstufe ändern sich damit in zwei Schritten die Regeln - zunächst ab heute und dann voraussichtlich nach den Pfingstferien. Die neue Regelung hat zumindest zum Teil auch Auswirkung auf die Kinderbetreuung.

    Grundschulen: Wechselunterricht bis zur Inzidenz 165

    Ab heute dürfen in Bayern wieder deutlich mehr Grundschüler in die Schule als bisher. Für die Klassenstufen eins bis drei ist dann Unterricht bis zu einem Inzidenzwert von 165 in ihrem Landkreis oder ihrer kreisfreien Stadt möglich.

    Bis zu einer örtlichen Inzidenz von 50 bleibt es bei der bisherigen Regelung: Präsenzunterricht für alle Grundschüler - ohne Mindestabstand. Zwischen 50 und 165 muss ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden. Wo das nicht geht, gibt es Wechselunterricht. Über einem Inzidenzwert von 165 dürfen nur Viertklässler in die Schule, alle anderen Klassenstufen lernen zu Hause.

    Förderschulen: Jahrgangsstufe entscheidend

    Komplizierter als bisher werden die Regeln an den Förderschulen. Für die Grundstufe der Förderzentren einschließlich der Schulvorbereitenden Einrichtungen gilt bis zu einer Inzidenz von 50 weiterhin das Gleiche wie für Grundschulen: voller Präsenzunterricht ohne Mindestabstand. In den übrigen Jahrgangsstufen der Förderzentren und den übrigen Förderschulen gibt es Präsenzunterricht mit Mindestabstand oder Wechselunterricht.

    Neu: Bei einer Inzidenz zwischen 50 und 165 werden die Jahrgangsstufen 1 bis 6 aller Förderschulen in der Schule unterrichtet - bei Einhaltung des Mindestabstands die ganze Klasse, ansonsten halbe Gruppen im Wechsel. Hier wird also ebenfalls der Grenzwert von 100 auf 165 angehoben. Die anderen Jahrgangsstufen dürfen bis zu den Pfingstferien weiterhin nur bei einer Inzidenz bis 100 in die Schule. Nach den Pfingstferien (ab 7. Juni) soll für alle der Grenzwert 165 gelten.

    Wird die Inzidenz von 100 bzw. 165 überschritten, dürfen nur Abschluss- und Viertklässler in die Schule. Alle anderen müssen zu Hause lernen.

    Weiterführende Schulen: Änderung erst nach Pfingstferien

    An Mittel-, Real- und Berufsschulen, an Gymnasien sowie Fach- und Berufsoberschulen ändert sich bis zu den Pfingstferien nichts: Bei einer Inzidenz bis 100 gibt es an weiterführenden Schulen in Bayern für alle Jahrgangsstufen Wechselunterricht - oder Präsenzunterricht mit Mindestabstand, wo das möglich ist. Über dem Wert von 100 sind nur Elft- und Abschlussklässler an den Schulen.

    Nach den Pfingstferien (ab 7. Juni) wird auch hier die Grenze, bis zu der alle Schüler (im Wechsel) in der Schule unterrichtet werden, auf 165 erhöht.

    Kinderbetreuung: Neuerung nur für ältere Kinder

    Für Kindergärten und -krippen ändert sich vorerst nichts. Bei einer örtlichen Inzidenz bis 50 dürfen sie ganz normal öffnen, zwischen 50 und 100 ist ein "eingeschränkter Regelbetrieb vorgeschrieben - also die Betreuung in festen Gruppen. Ist der Inzidenzwert höher als 100, dürfen die Kindergärten und Krippen nur eine Notbetreuung anbieten.

    Angehoben wird der Grenzwert von 100 auf 165 "ausschließlich für die Betreuung von Schülerinnen und Schülern", wie es in der neuen Corona-Verordnung des Freistaats heißt. Das betrifft Kinderhorte, aber auch altersgemischte Einrichtungen in Bezug auf Schulkinder.

    Schule auf oder zu?

    Um den Schulen etwas Planungssicherheit zu geben, war in Bayern über Wochen jeweils freitags festgelegt worden, wie der Unterricht in der gesamten folgenden Woche aussehen wird: Je nachdem, welche Sieben-Tage-Inzidenz das Robert-Koch-Institut für den jeweiligen Landkreis oder die kreisfreien Stadt veröffentlichte, fiel die Entscheidung über Präsenz-, Wechsel- oder Distanzunterricht für die komplette Kalenderwoche.

    Im Zuge der Umsetzung der Bundes-Notbremse gilt das seit einer Woche nicht mehr. Jetzt lautet die Regel: Liegt der vom Robert-Koch-Institut gemeldete Inzidenzwert vor Ort drei Tage am Stück über 100 (oder 165 für Grun- und Förderschulen), gelten ab dem übernächsten Tag die entsprechenden Einschränkungen des Schulbetriebs. In die andere Richtung ist der Mechanismus noch strenger: Damit wieder Wechselunterricht stattfindet, muss die Inzidenz vor Ort an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter 100 (oder 165) gelegen haben.

    Schulen informieren Eltern, Schüler und Lehrer im Voraus über Regeländerungen

    Laut einem Sprecher des bayerischen Kultusministeriums könne nach dieser Logik aus der aktuellen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung anhand der Werte des aktuellen Tages also immer gesagt werden, welche Regelungen heute, morgen und übermorgen gelten.

    Der Informationsweg sehe so aus: Die jeweils zuständigen Kreisverwaltungsbehörden gäben den staatlichen Schulämtern Bescheid, wenn die Voraussetzung für eine Regeländerung eingetreten ist. Dieses leite die neuen Vorgaben an die Schulen weiter, welche dann entsprechend die Eltern, Lehrer und Schüler informierten. So hätten diese immer mindestens einen Tag Zeit, um sich auf den neuen Unterrichtsbetrieb einzustellen.

    Masken- und Testpflicht für Schüler bleibt

    Alle weiteren bisherigen Regeln für die Schulen bleiben unverändert. Dazu zählt beispielsweise die Maskenpflicht auf dem gesamten Schulgelände. Seit rund einem Monat gibt es in Bayern zudem eine Testpflicht: Um am Präsenzunterricht teilnehmen zu können, müssen sich bayerische Schüler und Lehrkräfte mindestens zweimal wöchentlich auf Corona testen lassen.

    Die Kinder und Jugendlichen müssen entweder einen Selbsttest in der Schule machen oder einen Nachweis über einen aktuellen PCR- oder Schnelltest mitbringen.

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