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Bildrechte: pa/dpa/Gerald Matzka

Bei Gärtnereien und Baumärkten in Bayern hatte man sich auf einen Ansturm eingestellt. Der blieb vielerorts aber aus. Besonders Friseure hatten heute viel zu tun.

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Corona-Regeln: Das gilt jetzt in Bayern

Lang ersehnt: In Bayern geht es mit den ersten Öffnungen von einigen Geschäften und Dienstleistern wie Friseuren einen kleinen Schritt in Richtung Normalität. Was jetzt im Freistaat wieder geht und was noch nicht - die Corona-Regeln im Überblick.

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Von
  • Petra Zimmermann

Trotz der steigenden Zahl von Neuansteckungen dürfen in Bayern ab heute wieder die ersten Geschäfte öffnen: Friseure, Gärtner, Baumärkte, Fußpflege-Praxen, Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden dürfen nun unter strengen Hygiene-Auflagen wieder arbeiten.

Dabei gilt grundsätzlich: FFP2-Masken bleiben Pflicht. Eine Mindestfläche von zehn Quadratmetern für jede Person in einem Raum darf nicht unterschritten werden, zumindest für die ersten 800 Quadratmeter Verkaufsfläche. Teilweise gibt es in den Geschäften Einbahnregelungen.

Corona: Was ab heute in Bayern erlaubt ist

FRISEURE: Schere und Föhn liegen wieder in Profi-Händen: Nach knapp elf Wochen Lockdown dürfen ab Montag Friseure den Wildwuchs im Freistaat bändigen - unter erhöhtem Arbeitsschutz- und Hygiene-Auflagen. In Bayern müssen Kunden FFP2-Masken tragen, das Personal mindestens medizinische Gesichtsmasken. In den Salons muss der Mindestabstand eingehalten werden, Trennwände sind empfohlen. Viele Friseure arbeiten derzeit ausschließlich mit Terminreservierungen und bitten dringend darum, dass Kunden pünktlich kommen und nicht kurzfristig absagen. Denn nur eine gewisse Anzahl an Menschen darf zeitgleich in den Salon und sonst könnte die Planung durcheinander kommen.

Mit Preiserhöhungen ist zu rechnen: Denn viele Friseure kalkulieren durch die Schutz- und Hygiene-Auflagen ihre Preise neu, sagte Landesinnungsmeister Christian Kaiser. Der Verband befürchtet, dass im Laufe des Jahres jeder vierte Friseursalon in Bayern schließen muss. Bei vielen Betrieben seien die Corona-Hilfen noch nicht angekommen.

FUßPFLEGE UND NAGELSTUDIOS: Auch Maniküre, Pediküre und andere "körpernahe Dienstleistungen" dürfen wieder angeboten werden, die "zum Zweck der Körperhygiene und Körperpflege erforderlich sind". Auch Gesichtsbehandlungen - wie das Färben von Wimpern und Augenbrauen, Permanent-Make-up, Gesichtsmassagen und Anti-Aging-Behandlungen - dürfen wieder durchgeführt werden. "Die Maskenpflicht entfällt bei Kunden nur, soweit die Art der Dienstleistung sie nicht zulässt", heißt es seitens des bayerischen Innenministeriums. Solarien und Betriebe, die zum Beispiel Wellness-Massagen anbieten, bleiben indessen weiterhin geschlossen, da sie laut Gesundheitsministerium "nicht hygienisch oder pflegerisch erforderlich sind".

BAU- und GARTENMÄRKTE: Auch die Bau- und Gartenmärkte sind wieder auf - und wegen des sonnigen Wetters werden viele Hobby-Gärtner am Montag und in den nächsten Tagen erwartet. Die Öffnung der Baumärkte wurde kontrovers diskutiert, aber die Regierung verteidigte das Vorgehen: Wenn die Gartenabteilungen geöffnet werden dürften, der Rest der Baumärkte aber nicht, werfe das Fragen auf.

Mit Hygiene- und Abstandskonzepten sei man für die Besucher gewappnet. "Jeder Einkaufswagen wird für Kunden einzeln desinfiziert, es gibt separate Ein- und Ausgänge und Sicherheits- sowie Ordnungspersonal ist vor Ort", sagte Bernd Ohlmann vom Handelsverband Bayern, der mit Baumarktleitern telefoniert habe. In vielen Baumärkten seien Zählapparaturen installiert, um die Besucherzahlen im Blick zu halten. Nicht auszuschließen seien sogenannte Einkaufstouristen aus den Nachbarbundesländern, in denen noch keine Öffnungen erlaubt sind.

BLUMENLÄDEN: Stiefmütterchen, Primeln, Hornveilchen und andere Frühlingspflanzen stehen bereit - in manchen Gewächshäusern sogar bis zu Hunderttausenden. Denn die sogenannten Frühlingsblüher sprießen Anfang März. Zahlreiche Blumen mussten mit dem Lockdown im vergangenen Jahr vernichtet werden. Da man sich nicht sicher war, wann wieder geöffnet werden darf, wurde in manchen Gewächshäusern das Wachstum der Pflanzen künstlich verzögert. Baumschulen sind eine Untergruppierung des Gartenbaus - weshalb auch diese ihre erwerbsmäßig bewirtschafteten Anbauflächen öffnen dürfen. Verkauf und die Beratung sollen hier unter Einhaltung eines Mindestabstands von zwei Metern ausschließlich im Freien stattfinden.

MUSIKSCHULEN: Die bayerischen Musikschulen dürfen vom heutigen Montag an wieder einzelne Schülerinnen und Schüler in Präsenz unterrichten. Voraussetzung für diesen Einzelunterricht ist, dass die 7-Tage-Inzidenz im jeweiligen Landkreis unter dem Wert von 100 liegt. Vorgeschrieben ist außerdem ein Mindestabstand von zwei Metern, Lehrkräfte müssen eine medizinische Gesichtsmaske tragen und Schülerinnen und Schüler eine FFP2-Maske. Bei Kindern unter 15 Jahren reicht eine einfache Maske aus. Wo es das Musizieren erfordert, etwa bei Blasinstrumenten, darf die Maske für diesen Zeitraum abgelegt werden.

Restlicher Einzelhandel bleibt geschlossen

Mit Ausnahme der oben genannten sowie der Geschäfte für den täglichen Bedarf bleibt der Einzelhandel geschlossen. Auch geschlossene Läden dürfen bestellte Waren ausliefern, die Abholung durch den Kunden per Click and Collect ist ebenfalls möglich - auch hier unter Einhaltung der Abstandsregeln und FFP2-Maskenpflicht.

Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht bleiben

Weiterhin dürfen sich die Menschen in Bayern nur mit jeweils einer weiteren Person außerhalb des eigenen Haushalts auf einmal treffen. Der Kreis dieser Menschen sollte möglichst klein gehalten werden. Zusammenkünfte in Innenräumen sind weiterhin zu vermeiden. Für die Kinderbetreuung gelten Ausnahmen. Das Tragen von FFP2-Masken oder einem vergleichbaren Standard bleibt Pflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. OP-Masken sind nicht erlaubt.

Nächtliche Ausgangssperre

Die Ausgangssperre gilt ab jetzt nur noch für Landkreise und kreisfreie Städte, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt - und zwar dann nicht mehr wie bisher ab 21 Uhr, sondern erst ab 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Wo die Inzidenz seit mindestens sieben Tagen unter dem Wert 100 liegt, entfällt die Ausgangssperre.

Schulen und Kitas

In Schulen und Kitas findet seit 22. Februar für die Jahrgangsstufen 1 bis 4 der Grund- und Förderschulen sowie für alle Abschlussklassen Wechselunterricht oder Präsenzunterricht mit Mindestabstand statt. Auch Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen sind seither geöffnet. In beiden Fällen gilt jedoch: In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Sieben-Tages-Inzidenz von über 100 bleiben Schulen und Kitas geschlossen.

Am Mittwoch wird über weitere Öffnungsschritte diskutiert

Am Mittwoch beraten Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Dabei geht es auch um weitere Öffnungsperspektiven. Der Druck ist groß, weil einerseits der Wunsch nach mehr Freiheiten wächst, Experten andererseits aber den Beginn einer dritten Pandemie-Welle sehen.

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