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Coronavirus: Experten warnen vor Panikmache | BR24

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B5-Stichwort: Experten zu Corona-Virus

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Coronavirus: Experten warnen vor Panikmache

Das Corona-Virus hat also Deutschland erreicht. Wie gefährlich ist das Virus für die Bevölkerung, was gibt es zu beachten? Mediziner warnen vor Panikmache.

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Die Entwicklung beobachten, sich aber erst einmal keine Sorgen machen: Das raten Experten wie Professor August Stich, Chefarzt der Tropenmedizin am Klinikum in Würzburg. Im BR sagte Stich, es sei keine Überraschung, dass das Virus jetzt auch Deutschland erreicht habe:

Wir haben jetzt eine neue Situation mit einem Virus, das wir erst richtig kennenlernen müssen. Aber wir wissen, unser Gesundheitssystem ist gut aufgestellt und unsere diagnostischen Möglichkeiten haben wesentlich dazugelernt seit SARS vor 17, 18 Jahren erstmalig aufgetreten ist." Professor Stich, Würzburg, im B5-Thema des Tages

Experten sehen beherrschbares Szenario

Was man weiß: Das Corona-Virus kann per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen werden, durch Kontakt mit Infizierten. Bei den Erkrankungen außerhalb Chinas handelt es sich fast ausschließlich um Ansteckungen, die in China erfolgten. Auch das sorgt dafür, dass Mediziner hierzulande das Virus für gut beherrschbar halten, wie Professor Christian Drosten von der Charité Berlin betont:

"Was ermutigend ist, dass die bereits importierten Fälle in andere Länder dort noch keine wesentlichen Sekundärausbrüche hervorgerufen haben. Das Virus verbreitet sich also anscheinend doch nicht unbemerkt." Professor Drosten, Berlin

Auch wenn es derzeit kein Medikament und keine Impfung gegen das Corona-Virus gibt: Mediziner betonen, man könne viel für die Patienten tun. Die meisten bekannten Erkrankungen verlaufen den Experten zufolge nicht schwer, bei den Todesfällen handele es sich vor allem um ältere Menschen mit Vorbelastungen. Aber auch für solche geschwächte Patienten könne hierzulande im Fall einer Erkrankung viel getan werden.

Grippe gilt noch als gefährlicher

Trotzdem gibt es eine gewisse Verunsicherung in der Bevölkerung. Tropenmediziner Stich berichtet von fünf Patienten, die allein am Montag im Klinikum Würzburg vorstellig wurden: "Und was hatten alle? Die Grippe. Und was waren sie nicht? Gegen die Influenza geimpft. Und das ist eine Krankheit, die allein im letzten Jahr 25.000 Menschen das Leben gekostet hat."

Beim Corona-Virus blicke man wie der Hase auf die Schlange, obwohl das ein Phänomen sei, auf das man sich seit Jahren vorbereite, "wo man seit Jahren weiß, dass das auf uns zukommt". Trotzdem neige man dazu, irrational zu reagieren. Laut Stich ist es jetzt wichtig, vernünftig und rational damit umzugehen.

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