BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Corona: Verstärkte Hygiene-Maßnahmen beim ÖPNV | BR24

© dpa

Könnte so bald auch in Bayern ablaufen: Ein Regionalzug in Italien wird gereinigt und desinfiziert

4
Per Mail sharen

    Corona: Verstärkte Hygiene-Maßnahmen beim ÖPNV

    Im Umgang mit dem Coronavirus verstärken viele Verkehrsverbünde in Bayern die Hygiene-Maßnahmen bei den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Strategien sind dabei unterschiedlich.

    4
    Per Mail sharen

    Um Fahrgäste und Fahrer vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, haben die Stadtwerke Schweinfurt für die gut 50 Schweinfurter Stadtbusse zusätzliche Reinigungsmaßnahmen veranlasst. Diese würden unter anderem auch Desinfektionen beinhalten, heißt es von den Stadtwerken.Auch das Kommunalunternehmen der Stadt Fürth, infra, hat angekündigt, ab der kommenden Woche alle 70 eigenen Busse jede Nacht zu reinigen und zu desinfizieren.

    Ein- und Ausstieg nur noch hinten

    Bei den 51 Bussen der Stadtwerke Aschaffenburg können Fahrgäste ab sofort nur noch den hinteren Einstieg benutzen. Die Fahrer bekommen laut Werkleiter Dieter Gerlach Desinfektionsmittel und Tücher, weil sie unterwegs keine Möglichkeit haben ihre Hände zu waschen. In der Nacht werden nun auch die Haltegriffe in den Bussen desinfiziert. Normal werden sie nur gereinigt.

    Die Stadtwerke Augsburg lassen zwar seit einigen Tagen ihre Busse und Trambahnen noch intensiver reinigen. Eine umfassende Desinfektion der Fahrzeuge sei jedoch nicht geplant, sagt Pressesprecher Jürgen Fergg:

    "Erstens ist es über Nacht in dem Maße gar nicht möglich, und es ist gar nicht sinnvoll, weil sich der Erreger über tote Flächen eh nicht überträgt. Von daher braucht niemand Angst haben, dass er sich ansteckt, wenn er auf einen Halte-Knopf drückt, wenn nicht grade ein Infizierter drauf geniest hat."

    Ähnlich sieht das die Münchner Verkehrsgesellschaft MVG: Dort ist eine großangelegte Desinfektion aller Fahrzeuge derzeit nicht vorgesehen. Laut Sprecher Matthias Korte sei das schon aufgrund der Größenordnung nicht effektiv: Allein zur Hauptverkehrszeit sind in München rund 550 Busse im Einsatz, im Minuten-Takt wechseln hunderte Fahrgäste auch in den U-Bahnen und Trams.

    Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mahnt zur Besonnenheit:

    "Wir machen keine Showveranstaltung und gehen mit dem Dampfstrahler durch die U-Bahn-Wägen, sondern wir machen das, was aus medizinischer Sicht erforderlich ist. Ich möchte nicht das öffentliche Leben stilllegen in dieser Stadt."

    Türen öffnen automatisch

    Stattdessen, so MVG-Sprecher Korte, ist man dazu übergegangen, dass sämtliche Türen der Fahrzeuge künftig vom Fahrer automatisch geöffnet werden, soweit das möglich ist. Fahrgäste brauchen dadurch keine Knöpfe oder Klinken mehr berühren.

    Zudem setzt die MVG auf die Information der Fahrgäste, was die persönlichen Hygiene-Maßnahmen wie Händewaschen und das richtige Niesen betrifft. Dazu gibt es entsprechende Aushänge in sämtlichen Fahrzeugen und Bahnhöfen, sowie einen kurzen Erklärfilm im Fahrgast-Fernsehen und an Infoscreens.

    In Regensburg bieten die Stadtwerke ihren Fahrgästen einen zusätzlichen Service: Unabhängig vom Coronavirus wurden gut 100 Stadtbusse in den vergangenen zwei Jahren mit Hygiene-Spendern ausgestattet. Damit können sich Fahrgäste jederzeit die Hände desinfizieren.