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Corona verschärft all-sommerlichen Leergut-Mangel | BR24

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Bis das Leergut zu den Händlern oder Brauereien zurückkommt, vergehen oft Wochen oder Monate.

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Corona verschärft all-sommerlichen Leergut-Mangel

Coronabedingt steigt die Nachfrage nach Flaschenbier aus den vielen kleinen oberfränkischen Privatbrauereien. Doch den Brauern fehlen die Flaschen und auch die Bierkästen, um den Gerstensaft abzufüllen.

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Keine Volksfeste, weniger Umsatz in der Gastronomie: Wegen Corona ist der Fassbier-Umsatz bei den oberfränkischen Brauereien um bis zu 30 Prozent gesunken. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Flaschenbier. Doch die Brauereien können dieses dringend benötigte Geschäft nicht richtig umsetzen, denn zum Abfüllen fehlen ihnen die Flaschen. Der alljährliche Leergut-Mangel wird durch Corona noch verstärkt.

Verbraucher behalten das Leergut zu lange

Viele Menschen legen sich jetzt im größeren Stil einen Bier-Vorrat an – oft gleich drei bis fünf Kästen. Doch bis das Leergut zurückkommt, würden oft Wochen oder gar Monate vergehen, erklärt Gisela Meinel-Hansen, Brauerin aus Hof und geschäftsführende Vorsitzende des Vereins "Bierland Oberfranken". Dem Verein gehören 290 kleine und große Brauereien an.

"Wir hatten kürzlich den Fall, da rief ein Kunde an: Er hatte 18 Kästen im Keller und wusste gar nicht, wie er die jetzt wieder zurückbringen soll." Brauerin Gisela Meinel-Hansen

Forderung der Brauer: Zehn Euro Pfand

Schon länger fordern nicht nur die oberfränkischen Privatbrauereien ein höheres Pfand. Der aktuelle Pfandpreis von 3,10 Euro gelte schon seit rund 30 Jahren und decke bei weitem nicht die tatsächlichen Kosten für Flaschen und Kasten. Zehn Euro müssten es sein. Dann wäre der Anreiz für die Verbraucherinnen und Verbraucher auch höher, die leeren Kisten nicht im Keller zu stapeln, sondern zügig wieder zurück zu bringen, ist sich Gisela Meinel-Hansen mit ihren Kolleginnen und Kollegen einig.

"Acht Cent für die Glasflasche und 1,50 Euro für den Kasten sind zu wenig. Da werfen viele die Flasche auch einfach mal weg. Da muss die Politik was tun. Mehrweg ist aktiver Umweltschutz." Gisela Meinel-Hansen

Bierkästen am besten bei der Brauerei abgeben

Und noch einen Appell an die Verbraucher hat Meinel-Hansen: Das Leergut nicht im nächstgelegenen Super- oder Getränkemarkt abgeben, sondern am besten direkt bei der Brauerei. Gerade die kleinen Brauereien haben meist kein ausgedehntes Liefernetz mit größeren Einzelhandelsketten. Und wenn die Brauereien nicht wissen, wo ihre Kästen stehen, können sie sie auch nicht abholen. Die Folge: Diese "herrenlosen" Kästen werden nicht wieder befüllt, sondern zu Kunststoff-Granulat geschreddert.

Brauerin aus Hof: "Kaufen, leertrinken, zurückbringen"

Meinel-Bräu in Hof hat jährlich beispielsweise eine Verlust-Quote von rund zehn Prozent beim Leergut. Zusätzlich zu diesen finanziellen Einbußen gibt es noch weitere Probleme. Die Leergut-Hersteller kommen mit der Produktion nicht hinterher, auf neue Bierkästen und Flaschen müssen die Brauereien oft drei, vier Monate warten, so Gisela Meinel-Hansen. Der Aufruf der oberfränkischen Bierland-Vorsitzenden: "Kaufen, leertrinken, zurückbringen".

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