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Corona-Verbote an Ostern: Was ist erlaubt, was nicht? | BR24

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Der Osterhase trägt heuer Mundschutz

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Corona-Verbote an Ostern: Was ist erlaubt, was nicht?

Ostern steht vor der Tür, die Sehnsucht nach Family & Friends ist nach drei Wochen Corona-Lockdown groß. Ein kurzer Besuch? Ein kleiner Ausflug? Nicht ratsam, denn das Virus bleibt ansteckend und die Kontaktsperren sind strikt. Was geht, was nicht?

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Das Osterwochenende beginnt, die Wetteraussichten sind prächtig und die Menschen haben wegen des Coronavirus bereits drei Wochen strikte Ausgangsbeschränkungen in den Knochen. Alle drängt es nach draußen. Und wer will sich schon den Spaß der Ostereiersuche verderben lassen?

Auf letzteres muss niemand verzichten, denn auch wenn die Vorgaben streng sind, vieles ist eben doch erlaubt bzw. wird geduldet. Was also können Sie und ihre Familien an Ostern tun und was nicht? Der Grundsatz ist und bleibt klar: möglichst daheim bleiben, um sich und andere vor Ansteckung zu schützen. Das Haus verlassen dürfen wir weiter nur aus triftigem Grund. Dennoch verspricht die Polizei, gerade auch zum Osterfest mit Augenmaß zu kontrollieren.

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Sitzen auf Parkbänken oder Sonnenbaden doch erlaubt

So muss seit gestern niemand mehr die Polizei fürchten, wenn er auf einer Parkbank sitzt und liest oder auf der Wiese ein Sonnenbad nimmt - vorausgesetzt, er tut dies alleine oder mit den Personen aus seinem Haushalt und hält zu anderen den nötigen Abstand von 1,5 Metern.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) reagierte mit dieser Lockerung auf Beschwerden, die bayerische Polizei lege die Ausgangsbeschränkungen zu streng aus. Er verspricht für das Osterwochenende, dass mit "Fingerspitzengefühl" kontrolliert werde, schließlich sei die "Freiheit der Menschen ein überragendes Gut".

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Keine Partys oder Picknicks

Peter Schall, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Bayern, appelliert an das gegenseitige Verständnis. Es gehe nicht darum, die Menschen "zu drangsalieren", sagte er im Interview mit der radioWelt dem Bayerischen Rundfunk. "Wer allerdings zu dritt auf der Parkbank sitzt und eine Kiste Bier davor stehen hat, da wird sich das Verständnis der Kollegen in Grenzen halten."

Man müsse hier immer den Zweck der Bestimmungen im Auge behalten: "Da geht's drum, Kontakte möglichst zu vermeiden, damit keine Übertragung stattfindet." Spazieren im Park, Joggen oder Radfahren ist weiterhin erlaubt. Corona-Partys, Picknicks und jegliche Gruppenbildung sind zu unterlassen.

Grillen nur im eigenen Garten - ohne die Verwandtschaft

Gleiches gilt beim Thema Grillen, das nur auf dem eigenen Grundstück und nicht in der Öffentlichkeit erlaubt ist. Die Verwandschaft zum Oster-Barbecue einzuladen, ist natürlich keine gute Idee. Fahrten zu Personen, die nicht im gleichen Haushalt wohnen, sind auch am Osterwochenende nicht erlaubt. Die Ostereiersuche muss also im engsten Familienkreis stattfinden - und im besten Fall im eigenen Garten. Wer keinen hat, der darf auch raus und die Osternester in Wald und Wiese verstecken.

Ostereiersuche mit Sicherheitsabstand

Münchens Polizeisprecher Da Gloria Martins glaubt an den Osterhasen und seine Kreativität im Befolgen der Kontaktsperren. "Er wird ausliefern, ohne dabei gegen die Ausgangsbeschränkung zu verstoßen", sagt er mit einem Augenzwinkern. "Wenn Sie keinen eigenen Garten haben, aber eine Wiese in der Nachbarschaft, und da ist keiner drauf, dann werden Sie keinen Polizisten in Bayern erleben, der da mit harter Hand durchgreift." Bedingung auch hier: Osterhasen und Eiersucher müssen auf Abstand gehen.

In die Berge fahren erlaubt, aber nicht empfohlen

Ausflüge in die Berge sind zwar weiterhin rechtlich erlaubt, aber der Deutsche Alpenverein rät dringend davon ab. Zu groß ist die Sorge, dass es zu Notfällen kommt, die dann Rettungskräfte und Krankenhäuser zusätzlich belasten. Einige Gemeinden im Münchner Umland haben ihre Wanderparkplätze schon gesperrt. Mehrere Bürgermeister aus dem Oberland forderten von der Landesregierung vergeblich eine staatliche Ausflugssperre, weil sie zu viele Ausflügler befürchten.

Fahrt zum Zweitwohnsitz erlaubt?

Wassersport nicht empfohlen - Motorradtour verboten

Ebenfalls abgeraten wird von Wassersport. Die Wasserwacht weist darauf hin, dass es bei Bootsausflügen oder beim Schwimmen zu Notfällen kommen kann, die Rettungskräfte binden. Auch auf der Fahrt zu Ausflugszielen könne es Unfälle geben, sagt Polizeigewerkschaftler Schall. Deshalb sollten unnötige Fahrten unterbleiben. "Nicht, dass Sie schwerverletzt ein Bett belegen, das man vielleicht für einen Corona-Erkrankten braucht". Deshalb werden auch Motorrad-, Cabrio- oder Autotouren, also Herumfahren als Freizeitbeschäftigung, bestraft.

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Polizei wird verstärkt kontrollieren

Laut Schall sind jetzt viele Bereitschaftspolizisten im Einsatz, weil sie an anderen Stellen im Moment nicht gebraucht werden: weniger Verkehr, weniger Einbrüche, keine Großveranstaltungen. Schall: "Wir haben Zeit für diese Kontrollen." Neben Parks in Städten werden auch beliebte Ausflugsregionen überwacht.

So kündigte etwa die Polizei im Bayerischen Wald verstärkte Streifen an und warnt: Wer mit Freunden, Bekannten oder in Gruppen wandert, muss mit Strafen rechnen, die bei mindestens 150 Euro pro Person liegen. Im Wiederholungsfall verdoppeln sich die Bußgelder. Der Bußgeldrahmen reicht bis 25.000 Euro.

© BR

Nicht immer war allen in den letzten Tagen klar, was man während den Ausgangsbeschränkungen noch darf und was nicht. Ein rechtlicher Blick auf die Entscheidung.

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