BR24 Logo
BR24 Logo
Alles zur Maskenpflicht

Erlanger Forscher melden gleich mehrere Teilerfolge | BR24

© BR

Corona-Forschung an der Uniklinik Erlangen

Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Erlanger Forscher melden gleich mehrere Teilerfolge

Die Universität Erlangen-Nürnberg kommt bei der Forschung zum Coronavirus voran: Ein eigens produziertes Immunplasma zeigt Erfolge. Es gibt interessante Ergebnisse zu Entzündungshemmern. Und ein wichtiger Schritt zu einem Passiv-Impfstoff ist getan.

Per Mail sharen

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie melden Forscher der Universitätsklinik Erlangen einige wichtige Teilerfolge. Einer betrifft den sogenannten passiven Impfstoff. Hierbei werden Antikörper aus dem Blut genesener Corona-Patienten gewonnen. Im Gegensatz zu einer aktiven Impfung, bei der der Patient selbst Antikörper bildet, sorgen einer passiven Impfung lediglich diese extern zugeführten Antikörper für Schutz. Dieser hält in der Regel etwa zwei bis der Monate an.

Der passive Impfstoff, so die Forscher, sei zunächst für medizinisches Personal, Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und Hochrisikopatienten gedacht, um einer Corona-Erkrankung vorzubeugen. Eine klinische Studie erwarten die Wissenschaftler allerdings im Optimalfall bis Ende des Jahres.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier.

Immunplasma-Behandlung auf gutem Weg

Derweil zeigt die Immunplasma-Behandlung bereits erkrankter Patienten am Erlanger Klinikum erste kleine Erfolge. Die Werte der bisher vier behandelten Patienten haben sich zum Teil deutlich verbessert. Sowohl die Entzündungsparameter wie auch die sogenannte Viruslast des Körpers zeigten dank der Immunplasma-Behandlung nach unten. Für ihre Methode verwendeten die Ärzte Plasma von bereits genesenen Patienten, die dieses gespendet hatten.

Klinische Studien noch in diesem Jahr?

Von 300 Freiwilligen kamen letztendlich allerdings nur zehn für eine Spende in Frage. Deswegen sei es wichtig, dass sich in Zukunft weiterhin Freiwillige meldeten, die das Coronavirus bereits überstanden haben. Die Uniklinik will dazu in Kürze wieder einen Aufruf starten. Denn auch für die Behandlung mit Immunplasma stehen noch klinische Studien aus, die im besten Falle in etwa einem halben Jahr vorliegen könnten.

Entzündungshemmer senken offenbar Infektionsrisiko

Und eine weitere Entdeckung machten die Erlanger Forscher: Patienten, die zum Beispiel aufgrund einer Rheumaerkrankung oder wegen Schuppenflechte regelmäßig Entzündungshemmer einnehmen, sind vor einer Covid-19-Erkrankung offenbar besonders geschützt. Nun wollen die Forscher untersuchen, inwiefern solche bereits auf dem Markt erhältlichen Medikamente zur Therapie von Covid-19-Patienten eingesetzt werden könnten.

© BR

Es wird bis zu 18 Monaten dauern, bis ein verträglicher und wirksamer Impfstoff gegen Corona zum Einsatz kommen kann. Erst dann kann die weltweite Produktion hoch. Mehr Hoffnung gibt es Remdesevir, mit dem man Corona offenbar bekämpfen kann.