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Wie bleiben die Innenstädte bei steigenden Mieten und in Konkurrenz mit dem Onlinehandel attraktiv? Bereits vor der Pandemie wurde mit der Entwicklung von Modellen begonnen, die wieder mehr Leben in die Innenstädte bringen sollen.

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Corona und Online-Handel: Konzepte für Innenstädte gesucht

Die Innenstädte in Bayern leiden. Die Umsätze gehen zurück, denn immer mehr Kunden kaufen online Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung noch beschleunigt. Kommunen und Handel suchen Konzepte, wie die Innenstädte wieder interessant werden können.

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Von
  • Michael Reiner

Die Nürnberger Straße in Erlangen, nur wenige hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt. Hier könnte das Leben pulsieren. Doch viele Schaufenster sind zugeklebt, traditionsreiche Geschäfte geben auf. Und auch mitten in der Fußgängerzone schließen immer mehr Läden: Eine Entwicklung, wie es sie in vielen Städten in Bayern gibt. Und das, obwohl die Kaufkraft in der mittelfränkischen Universitätsstadt mit zur höchsten im Freistaat zählt. Gefragt sind deshalb Ideen, wie Innenstädte wiederbelebt werden können.

8.000 Einzelhändler werden aufgeben müssen

Die Lage ist dramatisch, der Handelsverband Bayern rechnet damit, dass im Freistaat in diesem Jahr mindestens 8.000 Einzelhändler aufgeben müssen. Dabei hat die Corona-Pandemie die Entwicklung lediglich beschleunigt, sagt Uwe Werner vom Handelsverband Bayern. "Viele Verbraucher sind schon von den Innenstädten entwöhnt, weil sie sich an das Internet gewöhnt haben."

Handelsverband wartet auf "Ruck" für Innenstädte

Werner hat konkrete Vorschläge, wie eine Wiederbelebung der Fußgängerzonen gelingen könnte. "Dazu gehören Maßnahmen wie PopUp-Stores, die Förderung der Gastronomie und eine städtebauliche Aufwertung, dazu Kultur in den Innenstädten und Stadtteilzentren", sagt er. Wenn all diese Maßnahmen ineinandergreifen, könnte "der Ruck entstehen, den wir dringend benötigen".

Gutschein-Aktion verspricht kurzfristig Hilfe

Die Stadt Erlangen will dem Handel mit einer kurzfristigen Aktion helfen. Sie gibt sogenannte Stadtgeschenk-Gutscheine aus, die vom City-Marketing vertrieben werden. Die Gutscheine werden zu einem Viertel aus dem städtischen Haushalt bezuschusst. Für einen Gutscheinwert von 100 Euro müssen die Verbraucher also nur 75 Euro bezahlen. Die Gutscheine können ausschließlich in Erlanger Geschäften und in der örtlichen Gastronomie eingelöst werden.

Handel nicht mehr alleiniges Zugpferd in der City

400.000 Euro gibt die Stadt Erlangen für diese Aktion aus, sagt Oberbürgermeister Florian Janik. Eine kurzfristige Hilfe für den Handel. Der Sozialdemokrat geht davon aus, dass sich die Innenstädte in den kommenden Jahren grundsätzlich verändern werden. "Kultur, Gastronomie und auch Wohnen werden eine größere Rolle einnehmen", sagt er. Der Handel wird seiner Ansicht nach nicht mehr "den alleinigen Schwerpunkt in den Innenstädten setzten", wie er ihn derzeit noch habe.

Längere Öffnungszeiten im Sommer

Um die City zu beleben, könnte zum Beispiel die Erlanger Kulturszene leerstehende Läden beleben. Und im Sommer setzt Janik auf längere Öffnungszeiten für die Gastronomie. "Wir sind eine junge Stadt, eine Universitätsstadt. Hier leben viele Menschen, die den Sommer genießen wollen." Janik rechnet zwar damit, dass es zu Konflikten mit Anwohnerinnen und Anwohnern kommen könnte. "Aber in anderen europäischen Städten klappt das auch und da genießen wir das. Da fahren wir extra hin dafür, um das zu erleben", sagt er. Janik kann sich vorstellen, dass das auch in bayerischen Städten funktionieren könnte. Sein Fazit: Wenn die Menschen weiterhin gerne in die Innenstadt gehen, dann wird auch der Handel davon profitieren.

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Die Innenstädte in Bayern leiden. Die Umsätze gehen zurück, denn immer mehr Kunden kaufen online. Kommunen und Handel suchen Konzepte, wie die Innenstädte wieder interessant werden können.

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