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"Corona. Und jetzt?": Tiere und Tierheime in Zeiten von Corona | BR24

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Können Tiere und Menschen sich gegenseitig mit dem Coronavirus infizieren? Und wie sieht die Lage in Tierheimen aus? Diese Fragen wurden in der sechsten Folge des Instagram-Formats von BR Franken "Corona. Und jetzt?" gestellt.

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"Corona. Und jetzt?": Tiere und Tierheime in Zeiten von Corona

Können Tiere und Menschen sich gegenseitig mit dem Coronavirus infizieren? Und wie sieht eigentlich die aktuelle Lage in Tierheimen aus? Diese Fragen wurden in der sechsten Folge des Instagram-Formats von BR Franken "Corona. Und jetzt?" gestellt.

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Von
  • Alisa Wienand
  • Florian Schwegler

Ein Tiger in New York hatte Anfang April für Schlagzeilen gesorgt. Er wurde positiv auf Corona getestet. Das wirft die Frage auf, ob sich auch Haustiere anstecken können. In der sechsten Folge des Instagram Formats von BR Franken "Corona. Und jetzt?" haben wir mit einem Tierarzt darüber gesprochen. Außerdem waren wir in einem Tierheim unterwegs, um zu sehen, wie die aktuelle Situation dort aussieht.

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Können sich Hunde oder Katzen mit Corona infizieren?

Anfangs dachten Tierärzte, dass sich auch Hunde anstecken können. Das sei bei zwei Hunden in Asien der Fall gewesen, sagt Tierarzt Michael Göde aus Schweinfurt in einem Videotelefonat. "Aber es hat sich herausgestellt, dass der Hund selbst nicht krank wird davon." Er zeige also keine Symptome. Bei Katzen sei das anders. Das könne man an dem Tiger in New York sehen. Katzen könnten sich anstecken und auch Lungensymptome bekommen. "Sie kriegen also wirklich ähnliche Symptome wie wir", sagt Göde. Ob sie genauso schwer betroffen sind, wisse man nicht.

Aktuelle Entwicklungen zum Coronavirus in Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken finden Sie hier

Virus ist nicht gleich Virus

Bei den Hunden in Asien und dem Tiger in New York gingen Tierärzte davon aus, dass es sich um Sars-Cov-2 handele, also genau um dasselbe Virus, das momentan die Menschen ansteckt. Bei Hauskatzen hingegen gebe es weitere Coronaviren, die zum Beispiel auch Lungenentzündungen verursachen. Auch, wenn es andere Coronaviren gibt: Göde sagt, dass Menschen Katzen mit Sars-Cov-2 anstecken könnten und umgekehrt. Der Tierarzt sieht es problematisch, wenn eine Katze mehrere Besitzer hat und darunter auch ältere Menschen sind. Deshalb empfiehlt er, dass Risikopatienten die Versorgung der Katze an andere abgeben.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier

Studie zu Behandlung der Coronaviren bei Katzen

Zur Behandlung der Coronaviren bei Katzen gebe es seit einem Jahr eine Studie aus den USA. Ein Medikament zur Behandlung von Katzen sei auf dem Markt und werde in China und den USA eingesetzt. Die Behandlung sei teuer und koste etwa 2.000 Euro pro Katze. Eine Kanadische Studie untersuche zurzeit, ob dieses Medikament auch Menschen helfen kann. "Ich gehe davon aus, dass es helfen kann, denn die Vermehrung des Virus wird ja damit verhindert", sagt Göde.

Corona-Maßnahmen im Tierheim in Schwebheim

Die Coronakrise wirkt sich auch auf Tierheime aus. Seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen wurden dort keine Tiere mehr vermittelt. So auch im Tierheim Schwebheim im Landkreis Schweinfurt. "Wir haben die Anzahl an Leuten, die ins Tierheim kommen, drastisch eingeschränkt", sagt Christina Herrmann, Leiterin des Tierheims. Auch Gassigehen war nur ausgewählten ehrenamtlichen Besuchern erlaubt, die schon lange ins Tierheim kommen. Mit der Lockerung der Maßnahmen könnten Besucher aber mittlerweile wieder Gassigehen. Auch Tiere werden jetzt wieder vermittelt. Doch für beides müssten Besucher vorab einen Termin vereinbaren, um die Anzahl der Menschen im Tierheim kontrollieren zu können. Außerdem sollen sie, wenn möglich, alleine kommen und nicht mit der ganzen Familie.

Übliche Vorschriften gelten auch in Tierheimen

Auch im Tierheim gelten die üblichen Vorschriften: Abstand halten, Mund-Nase-Schutz tragen und Hände desinfizieren. Für Tiere gebe es keine außergewöhnlichen Sicherheitsmaßnahmen. Jedes Tier, das neu im Tierheim ankommt, muss die üblichen Schritte durchlaufen: Es muss zwei Wochen in Quarantäne, wird entwurmt und geimpft.

Kaum Auswirkungen auf Vermittlungszahlen im Schwebheimer Tierheim

Die Coronakrise wirkt sich im Tierheim in Schwebheim kaum auf die Vermittlungszahlen aus. Es würden nicht mehr Tiere abgegeben. Zwar würden die Anfragen zur Adoption steigen, aber Christina Herrmann sagt, das könne auch damit zu tun haben, dass das Tierheim mehrere Wochen geschlossen war. Bei einer Vermittlung werde immer geprüft, ob die potentiellen Tierbesitzer auch noch Zeit für ein Tier haben, wenn sie wieder arbeiten gehen.

💡 Über das neue Instagram-Format "Corona. Und jetzt?“

Kann ich noch zum Zahnarzt gehen? Wann wird es einen Impfstoff geben? Ist ein Umzug erlaubt? Das sind einige der Fragen, die uns die Nutzer unserer BR Franken-Instagram-Seite gestellt haben. Unser Social Media-Team recherchiert, sucht Experten und gibt Antworten. Jeden Freitag auf IGTV.