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"Corona. Und jetzt?": Stereotypen in Zeiten von Corona | BR24

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In Zeiten von Corona wird stereotypes Denken verstärkt. Es gibt mehr Egoismus, aber gleichzeitig auch mehr Solidarität. In der siebten Folge von "Corona. Und jetzt?" geht es um die Frage, wie die Krise das menschliche Verhalten beeinflusst.

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"Corona. Und jetzt?": Stereotypen in Zeiten von Corona

In Zeiten von Corona wird stereotypes Denken verstärkt. Es gibt mehr Egoismus, aber gleichzeitig auch mehr Solidarität. In der siebten Folge von "Corona. Und jetzt?" geht es um die Frage, wie die Krise das menschliche Verhalten beeinflusst.

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Als Lucy Wang Ende Januar von Shanghai zurück nach Deutschland geflogen ist, wurde sie mit der Angst der Menschen vor Corona konfrontiert. In der Ankunftshalle wurde die Studentin angestarrt, weil sie einen Mund-Nasen-Schutz getragen hat. Als sie in die Bahn stieg, sind einige Leute aufgestanden und weggegangen. "Ich sehe asiatisch aus und habe eine Maske an und das heißt dann direkt: ich habe das Coronavirus", sagt Wang.

Aktuelle Entwicklungen zum Coronavirus in Oberfranken, Mittelfranken und Unterfranken finden Sie hier

Eine Krise verändert das menschliche Verhalten

Die Coronakrise verändert das menschliche Verhalten. Es kommt zu Rassismus, zu Egozentrismus, aber gleichzeitig auch zu mehr Solidarität. Doch warum entwickeln Menschen in einer Krisensituation vermehrt Stereotype? Um diese Frage geht es in der siebten Folge des Instagram-Formates von BR-Franken "Corona. Und jetzt?".

Hier geht es zur Instagram-Seite von BR-Franken

Krisen rufen Ängste hervor

"Krisenzeiten bedeuten für die Menschen Ängste. Sie müssen sich schützen, ihre eigene Gruppe schützen", sagt Sozial- und Organisationspsychologe Dieter Frey in einem Videotelefonat. Das bedeute, dass sich latente Vorurteile verstärken, die man gegenüber Personen oder Gruppen hat. Dabei generalisiere man von der großen Allgemeinheit auf jedes einzelne Mitglied einer Kategorie.

Coronavirus: Alles Wissenswerte finden Sie hier

Hamsterkäufe lassen sich auf Angst zurückführen

Auch Hamsterkäufe hätten viel mit Angst zu tun. Denn Menschen wollen nicht zu kurz kommen. Die Krise rufe eine Stresssituation hervor und die wiederum enge den eigenen Horizont ein. Das erhöhe den Egozentrismus und den Ethnozentrismus für die eigene Person, die eigene Familie, die eigene Gruppe.

Gegentendenz Solidarität

"Wir haben eine Extremisierung in beide Richtungen: nach mehr Egoismus, aber auch nach mehr Solidarität", stellt Frey fest. Es gibt in Krisen also auch eine Gegentendenz: Menschen zeigen mehr Hilfsbereitschaft und fühlen sich für andere verantwortlich. "Das ist das Schöne, das wir auch in dieser Krise erleben."

Weitere Auswirkungen auf das Verhalten

Abgesehen von Stereotypen und Vorurteilen beobachtet der Psychologe, dass die Krisen weitere Veränderungen im menschlichen Verhalten verursacht. Menschen zeigten etwa eine Tendenz zu Verschwörungstheorien. Außerdem könnten einige Menschen nicht mit Einsamkeit umgehen und verfallen in eine Depression. Doch währenddessen könnten andere der Krise auch etwas Positives abgewinnen.

💡 Über das neue Instagram-Format "Corona. Und jetzt?“

Kann ich noch zum Zahnarzt gehen? Wann wird es einen Impfstoff geben? Ist ein Umzug erlaubt? Das sind einige der Fragen, die uns die Nutzer unserer BR Franken-Instagram-Seite gestellt haben. Unser Social Media-Team recherchiert, sucht Experten und gibt Antworten. Jeden Freitag auf IGTV.