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"Corona. Und jetzt?": Konsumverhalten in Zeiten von Corona | BR24

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Bildrechte: dpa/Christoph Schmidt, Bearbeitung: BR

Die Corona-Krise hat das Leben von Konsumenten weltweit auf den Kopf gestellt. Generell müssen wir im Moment auf vieles verzichten und unser Konsumverhalten an die veränderte Situation anpassen.

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"Corona. Und jetzt?": Konsumverhalten in Zeiten von Corona

Die Corona-Krise beeinflusst das Leben der Konsumenten. In einer Studie erklärten fast zwei Drittel der Befragten, mit Abständen und Maskenpflicht weniger Lust aufs Einkaufen zu haben. Die Folge: Online bestellen und bequem nach Hause liefern lassen.

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Von
  • Florian Schwegler

Die Corona-Krise hat das Leben von Konsumenten weltweit auf den Kopf gestellt. Bedenken um die eigene Gesundheit oder finanzielle Sorgen beschäftigen aktuell zahlreiche Haushalte. Gleichzeitig verhindern die Lockdowns den Besuch von Restaurants oder das Einkaufen in Einzelhandelsgeschäften und werfen Urlaubsplanungen über den Haufen. Generell müssen wir im Moment auf vieles verzichten und unser Konsumverhalten an die veränderte Situation anpassen. In einer Mitte Juni 2020 veröffentlichten Umfrage der Unternehmensberatung Ernst & Young antworteten mehr als 60 Prozent der Befragten, dass sie mit Abständen und Maskenpflicht weniger Lust auf Einkaufen hätten. Die Konsequenz: Online bestellen und bequem nach Hause liefern lassen.

Online-Handel ist gewachsen

Viele große Online-Händler verzeichneten innerhalb des letzten Jahres einen enormen Zuwachs an Kundinnen und Kunden. Seit dem Beginn der Kontaktbeschränkungen hat mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Deutschen öfter online einkauft als je zuvor. Bei vielen geschlossenen Läden gibt es aber auch wenig Alternativen.

Corona hat aber nicht nur verändert, wo wir einkaufen, sondern auch wie.

Konsumklima verändert sich

"Mit dem (ersten) Lockdown im Frühjahr des vergangenen Jahres ist das Konsumklima regelrecht eingebrochen und auf einen Stand gefallen, wie wir ihn noch nie erlebt haben", sagt GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Allerdings habe sich das Konsumklima mit den Lockerungsmaßnahmen im Sommer 2020 deutlich erholen können. Mit den steigenden Infektionszahlen im Herbst sei es jedoch wieder schlechter geworden, fährt Bürkl fort. „Und aktuell - aufgrund der Hoffnung auf weitere Öffnungen - sehen wir eine Stabilisierung und eine leichte Verbesserung“, so der GfK-Experte.

Konsum wird kritischer hinterfragt

Schon vor der Corona-Krise wurde Konsum zunehmend kritisch hinterfragt. Zum einen standen die globalen Handelswege auf dem Prüfstand, zum anderen die Bedingungen, unter denen günstige Artikel und auch Lebensmittel produziert werden. Nachhaltigkeit, Regionalität und Verzicht galten schon damals mehr und mehr als Leitfaden für ein moralisch gutes Konsumverhalten.

"Corona ist dafür wie eine Art Katalysator", meint der Verhaltensanalyst Theo Grassl: "Wir merken jetzt auf einmal, dass es andere Prioritäten im Leben gibt - zum Beispiel einfach allein die Tatsache, vor die Tür gehen zu dürfen." Deshalb gebe es im Moment sehr viele Menschen, die ihr Verhalten nachhaltig hinterfragen würden – aber natürlich auch die andere Seite, welche mit den Lockerungen wieder zum alten Verhalten zurückkehren würde, so Theo Grassl.

Aktuelle Lockerungen könnten sich positiv auswirken

"Die Verbraucher erholen sich etwas von dem Schock, der sie nach dem harten Lockdown Mitte Dezember erfasst hat", so der GfK-Konsumexperte Rolf Bürkl. Wie es nach den aktuellen Lockerungen mit dem Konsumklima weitergeht, wird sich in den nächsten Wochen zeigen, denn auch die Urlaubsaussichten für den Sommer spielen hierbei eine Rolle.

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