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Symboldbild Eltern und Kind-Belastung

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    Corona und Home Schooling: SOS – Wer hilft Eltern in der Krise?

    Schulen haben zu, Kitas sind dicht - für viele Eltern sind das erschöpfende Zeiten, besonders für die, für die es ohnehin schon schwierig ist, wie zum Beispiel Alleinerziehende. Für sie ist Unterstützung gerade jetzt wichtig.

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    Von
    • Nabila Abdel Aziz

    "Ich finde es gerade ein bisschen einsam für meine Tochter, weil sie niemanden zum Spielen hat. Das muss ich alles auffangen." Maria Maier ist 30 Jahre alt, studiert soziale Arbeit und kümmert sich gleichzeitig um ihre vierjährige Tochter. Das ist alles ziemlich belastend – auch ohne Lockdown und Ausgangsbeschränkungen. Zum Glück findet sie bei der Familienberatung Unterstützung. Einmal in der Woche geht sie in das Büro des Verbands für Alleinerziehende Mütter und Väter, kurz VAMV, in München.

    Einzelberatung für betroffene Alleinerziehende weiter möglich

    Gruppentreffen sind tabu, Veranstaltungen fallen aus - Einzelberatung gibt es dort aber weiterhin, sogar im direkten Kontakt. Sonja Guggenberger, die Geschäftsleitung beim VAMV, berät Maria Maier und gibt ihr Tipps, wie sie gut durch den Lockdown kommt.

    "Das Ritual gemeinsames Kochen kann soziale Gefüge stärken und dann kommt auch wieder so Frohsinn rein und allen geht es wieder besser." Sonja Guggenberger, Geschäftsleitung VAMV

    "Ja, das haben wir so gar schon ausprobiert. Das hat ihr echt gut gefallen", bestätigt Maria Maier. Sonja Guggenberger sagt, es sei wichtig, Familien gerade jetzt nicht allein zu lassen – egal ob die Hilfe übers Telefon, Videochat oder in Person erfolgt.

    Viele leiden unter den Belastungen Homeoffice, Homeschooling und Isolation, besonders Alleinerziehende mit ihren Kindern. Sie sind gerade besonders allein, können andere Familien aufgrund der Corona-Regelungen nur noch draußen in der Kälte treffen. "Die Ängste, die Alleinerziehenden oft haben, übertragen sich dann oft auf das Kind. "Wenn es dann nicht so bespielt werden darf und kann, ist das einfach spürbar", so die VAMV-Geschäftsführerin Sonja Guggenberger.

    Telefon und Videokonferenz überwinden teilweise Hemmschwellen für Hilfe

    Jürgen Wolf vom evangelischen Beratungszentrum in München sagt, das knabbert an der Seele. "Das ist ganz belastend für die Leute, die sehr froh sind, dass sie weiter zu uns zur Beratung kommen können. So können sie rauskommen und wieder durchatmen." Auch Wolf und seine Kollegen treffen Familien noch persönlich, arbeiten aber auch von zuhause aus. Die Beratung habe nicht abgenommen – im Gegenteil. Für manche Familien ist es jetzt vielleicht sogar einfacher, Beratung in Anspruch zu nehmen, weil diese auch digital und vermehrt übers Telefon möglich ist.

    "Leute denken, wir sind nicht da. Dann müssen wir wieder darauf aufmerksam machen und sagen: meldet euch." Jürgen Wolf, evangelisches Beratungszentrum München

    Doch natürlich ist die Arbeit für Beraterinnen und Berater in diesen Zeiten selbst fordernd, sagt Eva Zattler von der Beratungsstelle Pro Familia. "Das war nicht immer leicht, weil ganze Familien dahinter stehen. Manche waren sehr besorgt, wenn manche auch ältere Familienmitglieder zuhause haben. Dann ist die Angst jenseits der eigenen Angst vorhanden, Familienmitglieder anzustecken oder keinen Kontakt zu ihnen haben zu können."

    Hilfe auch unter fordernden Bedingungen nicht in Frage gestellt

    Trotzdem habe niemand von ihnen für einen Moment daran gezweifelt, weiter für bedürftige Familien da zu sein, so Zattler. Helfen und beraten im Lockdown – das erfordert viel Organisationstalent, Engagement und Empathie. Bis auf weiteres bleibt es für alle eine Herausforderung.

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