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Corona und die Nürnberger Tafel | BR24

© BR/ Nicolas Eberlein

Noch halten sich die Tafeln in Nürnberg wacker, es gelten aber neue Vorsichtsmaßnahmen.

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Corona und die Nürnberger Tafel

Bayreuth, Fürth, Hof und in weiteren Städten, überall hier haben die Tafeln bereits geschlossen. Die Nürnberger Tafeln halten sich noch wacker. Aber auch hier gelten neue Vorsichtsmaßnahmen.

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Vor der Ausgabestelle der Nürnberger Tafel in der Geisseestraße bildet sich langsam eine Menschentraube. Die Leute stehen mit ihren Einkaufstrolleys und -tüten vor dem Eingang und warten bis ihre Nummer aufgerufen wird. Eigentlich sollten sie das mit einem Abstand zueinander tun, doch die Menschen sorgen sich, dass nicht genug Essen für alle da ist.

Wegen Corona draußen warten

"Bitte heute wegen Coronavirus draußen warten" steht auch auf der Tür der Ausgabestelle des Roten Kreuzes in Nürnberg Wöhrd. Die Worte "draußen" und "warten" sind mit gelbem Textmarker deutlich hervorgehoben. Das ist Teil der neuen Vorkehrungen gegen das Virus, sagt Edeltraud Rager vom BRK.

"Bisher war es so, dass Kunden immer in einem Nummernblock eingelassen wurden, jetzt dürfen nur noch fünf Einzelpersonen rein, sodass an jeder Ausgabestation nur ein Mensch ist und dass sie nicht sehr nahe beieinander sind und auch nicht nahe an den Helfer kommen, weil die Räume schon sehr überschaubar sind." Edeltraud Rager, BRK

Statt mal 20, jetzt also nur fünf Personen gleichzeitig. Geld wird nicht mehr direkt angenommen, sondern auf ein Papiertuch gelegt, auch die Berechtigtenausweise nehmen die Helfer nicht mehr in die Hand.

Rückgang bei den Tafeln

Vielen Ausgabestellen geht der Nachschub aus, manche müssen sogar komplett schließen. Zwar sind die klassischen Hamsterkäufe nicht die Lebensmittel, die die Tafeln von Supermärkten bekommen. Trotzdem spürt auch die Tafel hier einen Rückgang und führen das auf die leergekauften Läden zurück. Allerdings hätten das die Spenden von Hotels und Gaststätten, die jetzt schließen müssen, etwas aufgefangen.

Solidarität in der Bevölkerung spürbar

Die Solidarität in der Bevölkerung spürt Edeltraud Rager auch in anderer Form: Studenten und vom Job Freigestellte haben sich bereits gemeldet, um die oft älteren Helfer, die auch zur Risikogruppe zählen, zu entlasten. Allerdings: Rund 6.500 Menschen sind auf die Arbeit der Tafel in Nürnberg angewiesen.

"Für die ist es enorm wichtig, dass wir weiterhin da sind, denn es ist ja eingeplant, dass sie bei uns holen kön nen. Und es waren gestern auch bei uns erste Versuche ein bisschen mehr mitzunehmen, also ein bisschen zu hamstern, aber die Leute hoffen darauf, dass wir weitermachen und solange es geht wollen wir weitermachen." Edeltraud Rager, BRK

Dafür brauchen die Tafeln jede Unterstützung, die sie kriegen können. Von der Politik in Form von finanzieller Unterstützung, aber auch durch Spenden und tatkräftige Hilfe aus der Bevölkerung.