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Corona und die Auswirkungen auf das Bestattungswesen | BR24

© BR/ Carolin Hasenauer

Wer derzeit einen Angehörigen verliert, hat angesichts der Coronakrise einiges zu beachten. Spezielle Vorschriften zu Abschiedsfeiern im Rahmen von Beerdigungen gibt es bislang nämlich noch nicht. Bestatter und Pfarrer zwischen Pietät und Prävention.

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Corona und die Auswirkungen auf das Bestattungswesen

Die Corona-Krise hat auch Auswirkungen auf das Bestattungswesen. Zwar gibt es noch keine speziellen Vorschriften, doch Distanz sollte gewahrt werden. Bestatter und Pfarrer bewegen sich auf einem schmalen Grat zwischen Pietät und Prävention.

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20 Bänke, vorne ein Rednerpult, indirektes Licht und gedeckte Farben: Im großen Saal des Bestattungsunternehmens Apfelbacher und Fehr in Bad Kissingen ist Platz für 120 Personen. So viele können die Bestatter hier aber in Zeiten von Corona nicht hereinlassen. Wer in diesen Tagen einen Angehörigen verliert, muss so einiges beachten.

Vorgespräch telefonisch

Auch Bestatter stehen vor ganz neuen Herausforderungen, um die Angehörigen gemäß den Präventionsauflagen der Bayerischen Staatsregierung zu beraten. Spezielle Vorschriften zu Abschiedsfeiern im Rahmen von Beerdigungen gibt es bislang nicht. Bestatter Rüdiger Fehr hält sich deshalb an die allgemeinen Hinweise der Regierung. "Wir versuchen mit den Angehörigen im vornherein telefonisch das Wesentlichste abzuklären, damit das Beratungsgespräch ganz klar auf das Wesentlichste reduziert wird", meint Bestatter Rüdiger Fehr. Ganz ohne ein persönliches Beratungsgespräch gehe es dann jedoch nicht. Dann würden verschärfte Hygienemaßnahmen gelten.

Beerdigung ohne Gottesdienst

Wer eine kirchliche Bestattung wünscht, muss derzeit auf das Requiem, also den Gottesdienst, verzichten. Stattdessen soll die Trauerfeier nur im engsten Familienkreis stattfinden. So lautet zumindest der offizielle Beschluss der Kirche, sowohl auf evangelischer als auch auf katholischer Seite. "Das bedeutet, dass die Kinder, die Frau oder der Mann der verstorbenen Person, an der Trauerfeier teilnehmen können, viel mehr aber auch nicht", erklärt Stephan Steger, Liturgiereferent im Bistum Würzburg. Für die Einhaltung vor Ort sieht er sich aber nicht verantwortlich.

Trauerbegleitung trotz Corona

Auch Pfarrer Dariusz Kruszynsky aus Rimpar sieht sich als Seelsorger in der Pflicht, die Trauernden trotz Coronakrise zu begleiten: "Natürlich muss man die Vorschriften der bayerischen Staatsregierung einhalten, aber trauernde Menschen suchen die Gemeinschaft und gerade in solchen Momenten sollte man ihnen das nicht versagen." Pfarrer Kruszynski sieht es nicht als seine Aufgabe, die Menschen auf Corona-Vorsichtsmaßnahmen hinzuweisen. Außerdem beobachte er, dass die Menschen ohnehin im Zweifelsfall der Beerdigung fernbleiben.

Handeln nach Augenmaß statt Reglementierungen

Statt Trauerveranstaltungen durch Kontrollen zu reglementieren, appellieren sowohl Pfarrer Dariusz Kruszynsky, Liturgiereferent Stephan Steger als auch Bestatter Rüdiger Fehr an die Vernunft der Angehörigen. "Wir sind zwar angehalten, die Kreise klein zu halten, das heißt in unsere Trauerhalle dürfen 20, vielleicht 25 Leute, aber wir ziehen da keine Grenze. Der 26. darf auch noch rein", so Rüdiger Fehr. Solange es also keine konkreten Vorgaben der Staatsregierung gibt, sei Handeln nach Augenmaß gefragt.

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