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Amateursport und Corona: Was Sie ab Samstag beachten müssen | BR24

© dpa

Jugendkicker von KFC und FC Bayern (Archivbild)

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    Amateursport und Corona: Was Sie ab Samstag beachten müssen

    Es geht wieder los: Ab Samstag dürfen zehntausende Amateur-Fußballer, -Handballer und andere Athleten wieder aufs Spielfeld und ihre Familien auf die Tribünen. Zumindest im Prinzip: Denn es gelten Regeln, die sich nicht überall umsetzen lassen.

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    Nicht nur die Amateur-Kicker scharren seit Wochen mit den Füßen: Während im Profisport medienwirksam über Geisterspiele und Hygienekonzepte diskutiert wurde, schien sich bei den Amateuren wenig zu tun. Doch ab kommendem Samstag, dem 19. September, kommt Bewegung in die Sache. Praktisch alle Formen sportlicher Betätigung - auch Kontakt- und Mannschaftssportarten - sind dann wieder erlaubt, und Publikum ist auch zugelassen.

    "Vor allem die Jugendlichen trippeln und trainieren seit Wochen. Wir sind alle froh, wenn es wieder losgeht, vor allem bei dem tollen Wetter." Ernst Gehling, FT Schweinfurt

    Gehling ist sportlicher Leiter der FT Schweinfurt, wo allein im Fußballbereich 18 Mannschaften aktiv sind. Es sei zuletzt schwierig gewesen, den Spielerinnen und Spielern zu vermitteln, warum der Spielbetrieb der Freizeitkicker nicht beginnen darf und bei den Testspielen keine Zuschauer zugelassen sind - wo sich doch auch in normalen Zeiten meist nur ein paar verstreute Fans am Spielfeldrand einfinden.

    So viele Zuschauer dürfen auf die Tribünen - im Prinzip

    Maximal 400 Zuschauer im Außenbereich, 200 Zuschauer in der Halle, Mindestabstand 1,5 Meter - das sind die Eckdaten, auf die sich die Staatsregierung nicht zuletzt auf Druck der Freien Wähler verständigt hat. Jeder, der ein Stadion oder eine Halle - sympomfrei! - betritt, muss seine Kontaktdaten hinterlassen.

    Vorbild sind die Regeln für Veranstaltungen wie Konzerte und Theater. Amateursport und Kultur müssten gleich behandelt werden, so Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Es habe sich gezeigt, dass sich Infektionen auf bestimmte Bereiche konzentrierten - der Amateursport gehöre nach heutiger Erfahrung nicht dazu.

    Auch Oma und Opa dürfen ihren Enkeln deshalb wieder beim Trainieren zuschauen. Dabei gilt in allen Bereichen außerhalb des Spielfelds die 1,5 Meter-Abstandsregel; wo die nicht zuverlässig eingehalten werden kann, ist Mund-Nasen-Bedeckung Pflicht.

    Es wird wieder gespielt, aber nicht überall vor Publikum

    Freilich: Ob Spiele und Trainings tatsächlich vor Publikum stattfinden, hängt von den Entscheidungen der einzelnen Sportverbände, dem aktuellen Infektionsgeschehen vor Ort und der jeweiligen räumlichen Situation ab. Da geht es den Amateuren nicht anders als den Profis: Während etwa in der 2. Fußballbundesliga der SSV Jahn bis zu 3.000 Fans ins Stadion lässt, starten die Würzburger Kickers ohne Publikum in die Saison.

    Anders als die Fußballer wollen viele Verbände die Präzisierung der gesetzlichen Vorschriften abwarten. Denn oft ist die Zahl von 200 Zuschauern in der Halle reine Theorie - so bei den Volleyball-Amateuren.

    "90 Prozent unserer Aktiven spielen in Schulturnhallen. Das sind keine Arenen. Da gibt es oft gar keine Zuschauerplätze." Thomas Gailer, BVV

    Wer am Samstag vom Spielfeldrand aus zuschauen möchte, sollte sich also auf den Websites des jeweiligen Verbands oder bei seinem Heimatverein schlau machen.

    Die Corona-Informationen des Bayerischen Fußballverbands

    Die Corona-Informationen des Bayerischen Handballverbands

    Die Corona-Informationen des Bayerischen Volleyballverbands

    Die Corona-Informationen des Bayerischen Landessportverbands

    Die Hygieneregeln für Sportler und Sportlerinnen

    Nicht ganz einfach gestaltet sich auch, was die Sporttreibenden selbst beachten müssen. Hier gilt - von selbstverständlichen Hygieneregeln wie dem Händewaschen einmal abgesehen - vor allem:

    • In Trainings- und Spielpausen ist die Abstandsregel auch auf dem Spielfeld einzuhalten. In geschlossenen Räumlichkeiten wie den Umkleiden muss eine geeignete Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden - ausgenommen beim Duschen.
    • In Mehrplatzduschräumen müssen Duschplätze deutlich voneinander getrennt sein - wo das nicht geht, bleibt der Wasserhahn zu. Die Lüftung in den Duschräumen sollte ständig in Betrieb sein.
    • Körperliche Begrüßungsrituale (z.B. Händedruck und Umarmungen) sind zu unterlassen. Kein gemeinsamer Einlauf der Mannschaften, kein Abklatschen, kein In-den-Arm-nehmen und gemeinsames Jubeln.
    • Jeder Spieler verwendet eine eigene Getränkeflasche. Spucken und von Naseputzen auf dem Spielfeld sind tabu.

    Zwischen Hoffen und Bangen

    Vereinshandballer Martin Feuerbacher ist trotz des komplizierten Regelwerks froh über den Neustart. Eine fortdauernde Aussetzung des Spielbetriebs, glaubt er, hätte manchen Verein die Existenz gekostet und die Bindung der Spieler zu ihren Teams bedroht: "Nur zu trainieren und keinen Wettkampf austragen zu können, das ist für viele einfach nicht attraktiv." Allerdings müsse man abwarten, ob der Spielbetrieb wirklich die ganze Saison hindurch aufrecht erhalten werden könne. "Sobald ein Corona-Fall in der Mannschaft auftaucht, gibt es Probleme."

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