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Corona-Tests: Manche Urlaubsrückkehrer brauchen viel Geduld | BR24

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Nach der Corona-Test-Panne haben die bayerischen Behörden noch immer nicht alle positiv Getesteten informiert. 59 Betroffene habe das Amt nicht erreicht, so die Staatsregierung und 46 positive Ergebnissen können keinen Personen zugeordnet werden.

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Corona-Tests: Manche Urlaubsrückkehrer brauchen viel Geduld

Corona-positiv oder negativ? Bernadette Kellermann aus Donaustauf bei Regensburg weiß es nicht: Nach ihrem Heimflug aus Schottland hat sie sich freiwillig am Münchner Flughafen testen lassen. Auf ein Ergebnis wartet sie seit 14 Tagen.

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Von
  • Christina Metallinos
  • Rudolf Heinz
  • BR24 Redaktion

Bernadette Kellermann hat seit mehren Tagen das Haus nicht mehr verlassen. Seit ihrem Rückflug von Schottland wartet die 23-Jährige auf das Ergebnis ihres Corona-Tests. Der ist inzwischen 14 Tage her. Die 23-Jährige versucht seitdem mehrmals täglich, ihr Testergebnis online abzurufen, auch die Hotline konnte ihr nicht weiterhelfen.

Grüne: "Söder hat eindeutig Fehler gemacht"

Die Grünen fordern nach der Testpanne der vergangenen Woche mehr Zuverlässigkeit: "Selbst, wenn ich negativ getestet bin, ich aber keine Antwort bekomme, was ja einigen so passiert ist, dann macht das ja was mit mir. Ich fühle mich unsicher, mir ist unklar, was los ist", meint Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Sie sieht den Fehler eindeutig bei Markus Söder und der bayerischen Staatsregierung.

Was ausbleibende Testergebnisse anrichten können, zeigt ein aktueller Fall aus Bodenwöhr im Landkreis Schwandorf: Einem Urlaubsrückkehrer aus Italien war beim Corona-Test an der Autobahn nach eigenen Angaben ein Testergebnis binnen 24 Stunden in Aussicht gestellt worden. Als keines kam, ging er davon aus, er sei negativ, und besuchte eine private Geburtstagsfeier mit 100 Gästen. Prompt kam danach das positive Testergebnis - nun sind alle Partygäste in Quarantäne.

Prozess der Tests inzwischen digitalisiert

Das Procedere des Testens ist mittlerweile digitalisiert - von der Erfassung bis zur Benachrichtigung. In einem Interview mit der Bayern 2-radioWelt sagte gestern Florian Herrmann, Chef der Bayerischen Staatskanzlei, dass zwar Fehler nicht vollständig ausgeschlossen werden könnten. Aber gesteste Personen sollten jetzt innerhalb von 48 Stunden benachrichtigt werden.

Eine nicht-repräsentative Stichprobe des Bayerischen Rundfunks hat ergeben, dass 90 Prozent von an der A93 getesteten Personen in weniger als 72 Stunden über das Ergebnis informiert wurden.

Studentin hätte ungutes Gefühl, sich unter Menschen zu mischen

Die Studentin Bernadette Kellermann hätte ein ungutes Gefühl gehabt, wenn sie unter Leute gegangen wäre. Sie war unsicher und hat das Haus tagelang nicht verlassen. Für ihre Eltern hingegen, mit denen die Studentin unter einem Dach wohnt, ging das Leben ganz normal weiter. "Das ist schwierig, dass man das einstellt", findet die 23-Jährige. Sie hält es für wichtig, dass Getestete in jedem Fall ein Ergebnis erfahren.

Empfohlene Quarantäne vorbei

Inzwischen ist Bernadette Kellermann wieder frei - die empfohlene Quarantäne bei Verdachtsfällen von 14 Tagen ist überstanden. Und das ganz ohne Corona-Testergebnis.

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