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Corona-Tests ohne Ende: Ein Rhöner Labor kam an seine Grenzen | BR24

© BR/Anke Gundelach

Das Labor Rosler in Wildflecken war eines der ersten Privatlabore, die die Analyse von Corona-Tests anboten. Als die Nachfrage explodierte, wurde es trotz Überstunden und Zusatzpersonal zu viel. Aufträge mussten abgelehnt werden.

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Corona-Tests ohne Ende: Ein Rhöner Labor kam an seine Grenzen

Das Labor Rosler in Wildflecken im Landkreis Bad Kissingen war eines der ersten Privatlabore, die Covid-19-Analysen anboten. Als die Nachfrage explodierte, wurde es trotz Überstunden und Zusatzpersonal zu viel. Aufträge mussten abgelehnt werden.

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Von
  • Anke Gundelach

In Bayern kann sich mittlerweile jeder kostenlos auf das Corona-Virus testen lassen, und dieses Angebot wird rege genutzt, so dass die Laborkapazitäten stellenweise bereits knapp wurden. Auch das Labor Rosler in Wildflecken musste zuletzt Aufträge ablehnen, wie dessen Leiter Eduard Rosler erklärt. Das Unternehmen, das auf medizinische Labordiagnostik und Mikrobiologie spezialisiert ist, war im März eines der ersten Privatlabore in der Region, die Speichelproben auf das Virus untersuchen konnten. Eine Maschine, die ursprünglich für andere Analysen angeschafft worden war, hatte sich dafür als geeignet erwiesen.

Teils über 1.000 Analysen täglich

Eduard Rosler hatte anfangs mit einem zeitlich begrenzten Engagement in Sachen Corona gerechnet. Etwa 100 bis 150 Befunde täglich, so schätzte er, würde sein Labor über den Frühling liefern, ehe seine Dienste nicht mehr von Nöten wären. Dann aber kam es anders. Mit der Rückreisewelle im Spätsommer und der Wiederinbetriebnahme der Teststrecken stieg die Nachfrage deutlich, bis sie ab Mitte Oktober dann regelrecht explodierte. In Spitzenzeiten brachte es das Rhöner Labor auf über 1.000 Analysen täglich.

Notbremse: Keine Zusammenarbeit mehr mit Corona-Teststrecken

Arbeitsabläufe wurden angepasst, Bürozeiten verlängert und fünf neue Mitarbeiter eingestellt. Rosler hat heute 35 Beschäftigte. Weil sich die Überstunden massiv anhäuften und die Belastung zu groß wurde, zog der Chef schließlich die Notbremse und gab schweren Herzens die Zusammenarbeit mit Corona-Teststrecken auf. Gerade sie waren es nämlich, die seinem Team viel Zusatzaufwand bescherten, und zwar vor allem im Sekretariat. Anders als beispielsweise bei größeren Aufträgen für eine Klinik, muss hier jeder einzelne Befund der betroffenen Person per Mail oder Post mitgeteilt werden. Das hält auf, zumal Rosler als kleines Privatlabor nicht online an die Teststrecken angebunden ist.

Grenze auf 500 Befunde täglich gesetzt

Einfacher und schneller ginge die Befundübermittlung über die Corona-Warn-App auf dem Smartphone. Die werde aber noch zu wenig genutzt, und viele Nutzer würden der anonymen Datenübermittlung an das Robert-Koch-Institut nicht zustimmen, bedauert Eduard Rosler. Aktuell zieht der Laborarzt bei knapp 500 Corona-Analysen täglich die Grenze des in seinem Betrieb sinnvoll Machbaren, auch wenn rein technisch mehr möglich wäre. Das Labor hat immerhin auch noch andere Aufträge zu bewältigen.

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