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Corona-Tests: Labore in Ostbayern arbeiten am Limit | BR24

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Die Labore in Niederbayern und der Oberpfalz arbeiten unter Hochdruck daran, Corona-Tests schnell auszuwerten. Die meisten Testergebnisse sind nach einem Tag da. Trotzdem sollte die Teststrategie in Bayern hinterfragt werden, fordern Laborleiter.

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Corona-Tests: Labore in Ostbayern arbeiten am Limit

Die Labore in Niederbayern und der Oberpfalz arbeiten unter Hochdruck daran, Corona-Tests schnell auszuwerten. Die meisten Testergebnisse sind nach einem Tag da. Trotzdem sollte die Teststrategie in Bayern hinterfragt werden, fordern Laborleiter.

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Von
  • Andreas Wenleder

Auch in Niederbayern und der Oberpfalz sind die Kapazitäten bei den Laboren begrenzt. Corona-Test-Ergebnisse können oft erst nach mehreren Tagen übermittelt werden. Die Labore arbeiten am Limit.

Proben zur Hälfte ausgelagert

Etwa 4.000 Proben kommen im Schnitt täglich im Passauer MVZ Labor an. Nur etwa 2.000 Proben kann das Labor selbst auswerten. Der Rest wird an Labore in anderen Bundesländer weitergegeben. Etwa nach Mecklenburg-Vorpommern, wo die Infektionszahlen niedriger sind und noch Laborkapazität frei ist, sagt Dr. Bernhard Wiegel, Landesobmann der bayerischen Laborärzte vom Passauer MVZ Labor.

Ergebnis nach spätestens einem Tag

Auch im Weidener Synlab-Labor kommen täglich tausende Proben an. Auch hier haben sich bereits Rückstände gebildet. Am Regensburger Uniklinikum (UKR) werden täglich bis zu 700 Proben bearbeitet. "Die Mitarbeiter arbeiten auch an den Wochenenden mit Hochdruck", teilt Dr. André Gessner, Direktor des Instituts für Mikrobiologie und Hygiene am UKR, mit. Fast immer vergehe höchstens ein Tag bis die Ergebnisse vorliegen. Die Versorgung mit Reagenzien sei aktuell am UKR gut. Auch im Weidener Synlab-Labor habe man genügend Reagenzien für die Testauswertungen in den nächsten Wochen, sagt der ärztliche Leiter Dr. Hans-Wolfgang Schultis.

Nachfrage nach Materialien und Mitarbeitern hoch

Die Reagenzien aber auch andere Labormaterialien wie Pipettenspitzen sind immer schwerer zu beschaffen, weil die Nachfrage nach den Produkten weltweit hoch ist. Was in Weiden, wie in Passau, aber fehle, ist zusätzliches Personal. Allein in seinem Labor könnten auf der Stelle fünf Biologen eingestellt werden, sagt Schultis. Das vorhandene Labor-Personal arbeite schon seit Wochen am Anschlag, sagt Laborärzte Landesobmann Wiegel vom Passauer MVZ Labor.

Bayerns Teststrategie zu aufwendig?

Die bisherige Teststrategie in Bayern, Menschen auch ohne dringenden Anlass testen zu lassen, sollte überprüft werden, sagt Wiegel. "Man muss überlegen, brauche ich diese Tests vielleicht wo anders dringender", so der Landesobmann der bayerischen Laborärzte. Hilfreich wäre außerdem, die Tests verstärkt auf die Testzentren zu verlagern. Hier würden die Daten schnell, digital und automatisiert an die Labors übermittelt. Das spare Zeit und ermögliche wichtige Tests priorisiert auswerten zu können, sagt Wiegel.

Nachholbedarf bei Digitalisierung in Hausarztpraxen

Bei den Hausarztpraxen bestehe hier bei der Digitalisierung noch Nachholbedarf. Bei der Modernisierung sollten die Praxen auch vom Staat finanziell unterstützt werden, sagt Wiegel. Sogenannten Antigen-Schnelltests könnten die Labore entlasten, hofft der Laborarzt. Noch müsse man Erfahrungen sammeln, wie diese am besten eingesetzt werden können, sagt Wiegel. Die Schnelltests könnten seiner Ansicht nach aber in Zukunft wertvoll werden und die Nachfrage nach den bisher verwendeten PCR-Test entlasten. "PCR ist der Gold-Standard, aber Gold ist ein knappes Gut", sagt der Passauer Laborarzt.

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