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Bildrechte: Hauke-Christian Dittrich/dpa

Corona-Tests im Freistaat sind ab heute für die meisten kostenpflichtig. Einige Testcenter haben bereits dicht gemacht. Wer sich jetzt noch testen lassen will, muss sich gut informieren und häufig in die eigene Tasche greifen. Es gibt aber Ausnahmen.

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Corona-Tests: Für viele jetzt kostenpflichtig

Corona-Tests im Freistaat sind seit Montag für die meisten kostenpflichtig. Einige Testcenter haben bereits dicht gemacht. Wer sich jetzt noch testen lassen will, muss sich gut informieren und häufig in die eigene Tasche greifen. Es gibt Ausnahmen.

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Von
  • Martin Breitkopf

Zwischen 15 und 20 Euro kosten Antigenschnelltests, PCR-Tests sogar zwischen 70 und 140 Euro, je nachdem, wie schnell ein Ergebnis vorliegen soll. Das haben BR24 Anfragen bei verschiedenen Testzentren in Bayern ergeben. Die Preisgestaltung obliegt dem freien Markt, heißt es von einer Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums. Bisher hat der Bund nach der Coronavirus-Testverordnung Antigenschnelltests in Höhe von 11,50 Euro und PCR-Tests in Höhe von 51,56 Euro vergütet.

Welche Ausnahmen gelten?

Kostenlose Tests gibt es nur noch in den staatlichen Testzentren und dort nur für bestimmte Gruppen. Zum einen Personen, die per Dokument belegen können, dass sie sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können. Zum anderen für Schwangere und Kinder und Jugendliche sowie Studenten.

Jedoch ist diese Regel bis Ende des Jahres zeitlich beschränkt. Nicht bezahlen muss auch, wer an einer klinischen Studie zur Wirksamkeit von Impfstoffen gegen das Coronavirus teilnimmt, sowie wer sich aufgrund einer nachgewiesenen Infektion in Quarantäne befindet und zur Beendigung einen negativen Testnachweis benötigt.

Außerdem bekommen Mitarbeiter von Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen weiter kostenlose Tests. Besucher von Alten und Pflegeheimen ebenfalls, jedoch nur mit einem Berechtigungsschein der Einrichtung. Und wer Corona-typische Symptome hat, kann beim Hausarzt kostenfrei getestet werden.

Kritik an kostenpflichtigen Tests

Der Ärzteverband Marburger Bund fürchtet einen Anstieg der Infektionszahlen zum Ende der kostenlosen Corona-Tests am Montag. "Kostenpflichtige Corona-Tests führen dazu, dass sich künftig weniger Menschen mit Symptomen testen lassen werden", sagt die Vorsitzende, Susanne Johna, den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

"Das ist ein Einfallstor für eine weitere Übertragung des Virus." Mit dem Ende der kostenlosen Tests plädiert auch der Sozialverband VdK für eine Begrenzung der Kosten. "Wir befürchten, dass es wieder zu völlig überteuerten Angeboten kommt", sagte VdK-Präsidentin Verena Bentele.

Bislang sei keine Deckelung der Kosten für die Tests vorgesehen. "Menschen mit wenig Geld sollten außerdem nur eine geringe Eigenbeteiligung zahlen müssen", forderte sie. "Eine Regelung vom Ministerium für Arbeit und Soziales dazu fehlt allerdings auch immer noch." Indes verteidigt Gesundheitsminister Jens Spahn weiter die Maßnahme.

Weniger Testzentren

Alle anderen müssen ab sofort bezahlen und können sich nur noch in Apotheken oder privaten Testzentren testen lassen. Fraglich ist auch, wie viele von den rund 1.300 Testzentren in Bayern bestehen bleiben. Eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums sagte dem BR, dass dies maßgeblich von der Nachfrage und der Entwicklung der Impfquote abhängen würde.

Schon jetzt haben in Bayern einige Teststationen geschlossen - deshalb vorsichtshalber erstmal checken, ob überhaupt noch vor Ort ein Angebot existiert.

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