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Corona-Tests für alle – doch wer testet eigentlich? | BR24

© Mittags in Schwaben

Wegen eines Schnupfens sollen die Kinder von Familie Rathgeb aus Dillingen zum Corona-Test. Doch die Suche nach einer Praxis gestaltet sich schwierig. Der Kinderatz lehnt ab, und auch der Hausartz der Mutter kann die Patienten nicht aufnhemen.

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Corona-Tests für alle – doch wer testet eigentlich?

Bayerns Staatsregierung hat mit Corona-Tests für alle unabhängig von Symptomen für viel Diskussionsstoff gesorgt. Einen Arzt zu finden, der den Test durchführt, kann zur Herausforderung werden – wie im Fall einer Familie aus Dillingen.

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Drei Kinder hat Elke Rathgeb aus Dillingen, die in den Kindergarten oder die Schule gehen. Als die fünf Jahre alte Paula einen Schnupfen entwickelt und ihr die Nase läuft, fordert der Kindergarten, das Mädchen müsse zu Hause bleiben. Ein paar Tage später haben auch Paulas Geschwister Schnupfen-Symptome. Die Schule rät zu einem Corona-Test.

Kinderarzt-Praxis der Familie kann Corona-Tests nicht durchführen

Familie Rathgeb meldet sich also bei ihrem Kinderarzt, doch der kann die Tests mangels entsprechender Ausstattung nicht durchführen. Elke Rathgebs Hausarzt wiederum sieht sich nicht in der Lage, die Kinder als neue Patienten in seiner Praxis aufzunehmen. Das Gesundheitsamt verweist die Familie zurück an den Kinderarzt. Letztlich ist die Familie nach einem Tipp beim Dillinger Versorgungsarzt Alexander Zaune erfolgreich. Paula und ihre Geschwister bekommen hier ihren Abstrich.

Versorgungsarzt beteiligt sich bis auf Weiteres an Testprogramm

Der Corona-Test bei den drei Kindern ist schnell gemacht. Der Aufwand komme erst danach, sagt Arzthelferin Heike Sailer-Prucker. Die EDV der Praxis ist noch nicht auf eine Vielzahl neuer Test-Patienten eingerichtet. Vieles muss deshalb mehrfach eingegeben werden.

Trotz der Schwierigkeiten und der Kritik, die es an der bayerischen Test-für-alle-Strategie gibt, hat sich Versorgungsarzt Zaune dafür entschieden, erst einmal mitzumachen. Die Entwicklung will er aber kritisch verfolgen. Zaune hat Zweifel daran, dass es, wenn die Erkältungszeit kommt, sinnvoll sein wird, jedes Kind auf Corona zu testen. Er fürchtet, das System könnte überfordert werden. Zaune betont außerdem, dass es sich bei einem negativen Test immer nur um eine Momentaufnahme handelt.

Mit negativem Corona-Test zurück in Schule und Kindergarten

Negativ fielen jedenfalls die Tests der drei Kinder aus, die danach alle wieder in den Kindergarten und die Schule durften. Für Elke Rathgeb war es eine große Erleichterung, denn die Zahl der Überstunden, die sie abbauen kann, ist nicht unendlich, und die Oma kann in Corona-Zeiten auch nicht als Betreuerin einspringen.

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