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Corona-Testpflicht für Urlauber aus Risikogebieten | BR24

© picture alliance / Sven Simon

Corona-Testpflicht für Urlauber aus Risikogebieten.

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Corona-Testpflicht für Urlauber aus Risikogebieten

Für Urlauber, die aus Risikogebieten zurück nach Deutschland kommen, soll ab kommender Woche eine Corona-Testpflicht gelten. Freiwillig und kostenlos ist das für alle Rückkehrer schon seit Samstag möglich.

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In immer mehr Ländern steigen die Corona-Infektionszahlen zu Höchstwerten. Da demnächst die Sommerferien für die ersten Bundesländer enden, werden bald auch aus Risikogebieten Urlauber nach Deutschland zurückkommen. Wissenschaftler und Politiker fürchten darum den Beginn einer zweiten Welle. Die Regierungen von Bund und Ländern bemühen sich um eine Eindämmung des Risikos.

Kostenlose und freiwillige Tests in Deutschland

Seit Samstag können sich alle Rückkehrer aus dem Urlaub innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland kostenlos testen lassen - auch wenn sie keine Krankheitsanzeichen haben. Das legt eine Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fest. Dies soll zum Beispiel in Teststellen an Flughäfen, in Gesundheitsämtern und Arztpraxen möglich sein. Die Kosten trägt letztlich der Staat.

Kostenlose Teststationen in Bayern

In Bayern können sich Urlauber schon seit Donnerstag bei der Einreise nach Deutschland an mehreren Teststationen auf Corona freiwillig und kostenfrei testen lassen. Das ist möglich an den Flughäfen von München, Nürnberg und Memmingen, an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg und an drei grenznahen Autobahnraststätten an der A93, A8 und der A3.

Es genügt die Vorlage eines Boarding-Passes, eines Tickets, einer Hotelrechnung oder eines sonstigen Belegs, der nachweist, dass man sich im Ausland aufgehalten hat.

© BR / Sophie Brand

Kostenlose Corona-Testzentren für Reiserückkehrer in Bayern.

Ab kommender Woche soll Testpflicht gelten

Ab der ersten Augustwoche sollen alle Urlauber, die aus einem Risikogebiet nach Deutschland zurückkehren, verpflichtet werden, einen Coronatest an sich vornehmen zu lassen. Das hat Gesundheitsminister Spahn vergangene Woche angekündigt. Ab welchem Tag das gilt, steht noch nicht fest.

Auch wenn die Testpflicht nach dem Dafürhalten von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) erst spät kommt, gibt sich Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) gelassen. Es gelte ja immer noch die Einreise-Quarantäne-Verordnung, sagte sie am Freitag in der Rundschau: Nach der Verordnung sei man bereits jetzt verpflichtet, sich 14 Tage in Quarantäne zu begeben oder einen negativen Test vorzulegen, wenn man aus einem Risikogebiet komme.

  • Wann ein Coronatest sonst sinnvoll ist, erfahren sie hier.

Vom RKI ausgewiesene Risikogebiete

Als Risikogebiete, die das Robert Koch-Instituts (RKI) in einer Liste festlegt, zählen aktuell Länder wie Ägypten, Serbien, die Türkei, Russland, viele afrikanische Länder oder zahlreiche Reiseziele auf den amerikanischen Kontinenten wie die USA, Venezuela, Brasilien, Kolumbien, Mexiko, Kuba oder Jamaika.

Als einziges EU-Land steht Luxemburg auf der Liste. Ende der Woche kamen die spanischen Regionen Aragón, Katalonien und Navarra dazu. Beliebte Urlaubsziele wie Italien oder Österreich zählen aktuell nicht zu Risikogebieten. Die aktuelle Liste findet sich auf den Seiten des RKI.

Das RKI weist ein Risikogebiet dann aus, wenn es in einem Land oder einer Region in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab. Das Auswärtige Amt gibt dann gegebenenfalls auch eine Reisewarnung heraus.

Testpflicht vorerst ohne körperlichen Zwang

Der Bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat unterdessen ausgeschlossen, dass die geplanten Corona-Pflicht-Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten mit körperlichem Zwang durchgesetzt werden.

Die Gewerkschaft der Polizei rechnet jedoch damit, dass die Polizei als letztes Mittel auch Zwang anwenden müsse, sofern die Regierung eines Landes das verlange. Ministerpräsident Markus Söder drohte immerhin mit Strafen, falls Reiserückkehrer aus Risikogebieten sich der Testpflicht entziehen.

Bundesärztekammer warnt vor Überlastung der Gesundheitsämter

Angesichts der Ausweitung der Coronatests warnt die Bundesärztekammer vor einer Überlastung der Gesundheitsämter. Man dürfe sich bei den Gesundheitsämtern nicht weiter "von Notlösung zu Notlösung hangeln", sagte Vizepräsidentin Heidrun Gitter der Zeitung "Welt" am Samstag. Zwar könnten im Notfall Medizinstudierende wieder einspringen, diese sollten aber doch am Patienten lernen statt "irgendwelche bürokratische Aufgaben für die Gesundheitsämter zu erledigen".

Langfristig seien die Behörden nicht in der Lage, die hochgradig personalintensive Kontaktnachverfolgung zu stemmen, so Gitter weiter. Das wisse sie aus diversen Umfragen zur Personalsituation. Deshalb sei eine "konzertierte Aktion" für die Stärkung der Gesundheitsämter nötig, damit "die Arbeitsbedingungen attraktiver, die Vergütung konkurrenzfähiger und der Arbeitsplatz moderner werden."

© BR / Christoph Dicke

Die Ankündigung von Bundesgesundheitsminister Spahn: Urlaubsheimkehrer aus Corona-Risikogebieten müssen künftig verpflichtend einen Corona-Test am Flughafen machen. Freiwillig aber geht das jetzt schon an den Flughäfen Nürnberg und München.

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