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Corona-Test-Panne: Staatsregierung weiter in der Kritik | BR24

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Nach der Panne an den bayerischen Corona-Teststationen kennen die Behörden immer noch nicht alle Infizierten. 46 positive Tests können nach wie vor niemandem zugeordnet werden. Und auch die aktuelle Übermittlung läuft anscheinend schleppend.

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Corona-Test-Panne: Staatsregierung weiter in der Kritik

Weiter wissen etliche in Bayern positiv getestete Reisende nichts von ihrer Corona-Infektion. Die Staatsregierung geht inzwischen davon aus, nicht alle informieren zu können. Die Opposition erneuert ihre Kritik - besonders am Gesundheitsministerium.

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Offenbar wissen weiter viele Menschen, die an einem der bayerischen Testzentren für Reiserückkehrer positiv auf das Corona-Virus getestet wurden, nichts von ihrem Ergebnis. Trotz mehrmaliger BR-Nachfrage teilte das bayerische Gesundheitsministerium heute keine neuen Zahlen mit. Gestern war bekannt geworden, dass von den gut 900 Reisenden, die bis Mitte vergangener Woche positiv getestet wurden, bis dato 59 Personen trotz vorliegender Daten nicht informiert wurden. Dazu kommen 46 positive Tests, die niemandem zugeordnet werden konnten.

Auch weitere Nachfragen ließ das Ministerium heute zunächst unbeantwortet - etwa woher die positiv getesteten Menschen kamen, wohin sie weitergereist sind und wo sie wohnen.

FDP-Politiker Fischbach sieht "Trauerspiel"

Die bayerische Opposition sieht sich in ihrer Kritik an der Staatsregierung bestätigt. Der FDP-Abgeordnete Matthias Fischbach sprach im BR von einem "niemals endenden Trauerspiel". Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sei "ein Mann der Pressekonferenzen und der großen Ankündigungen" - und in diesem Zusammenhang sei auch das Vorgehen bei den Testzentren für Reiserückkehrer zu sehen.

Schulze: Söder hat Ehrenamtliche "überrollt"

Auch die Grünen erneuerten ihre Kritik an der Staatsregierung. Die bayerische Fraktionschefin Katharina Schulze sagte dem BR: "Markus Söder muss aus seinen Fehlern lernen. Man bekämpft eine Pandemie nicht, indem man sich breitbeinig hinstellt, die eigene Verwaltung und die Ehrenamtlichen überrollt." Stattdessen müsse man vorausschauend planen und auch digital die passende Infrastruktur bereitstellen, betonte Schulze.

Als Reaktion auf die Pannen bei der Übermittlung der Testergebnisse kommt am Mittwoch der Gesundheitsausschuss im Bayerischen Landtag zu einer Sondersitzung zusammen. Die Abgeordneten werden ihre Fragen dann an Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) stellen können, die zuletzt in die Kritik geraten ist. Mit Blick auf die Sitzung des Gesundheitsausschusses forderte Grünen-Fraktionschefin Schulze, dass neben Huml auch Ministerpräsident Söder "Rede und Antwort stehen" müsse. "Er trägt die Verantwortung", sagte Schulze.

Herrmann: Vorgang ist "abgeschlossen"

Die Staatsregierung hält die Pannen der vergangenen Wochen dagegen inzwischen für weitgehend abgehakt. Staatskanzlei-Chef Florian Herrmann (CSU), aktuell auch Bayerns "Corona-Koordinator", sagte heute Morgen im BR: "Ich gehe nicht davon aus, dass sozusagen alle ermittelt werden können." Einige positiv Getestete könne man aber sicher noch erreichen. Zudem habe man aus der Panne gelernt.

Grundsätzlich müsse man sagen, "der Vorgang ist jetzt auch abgeschlossen und man muss jetzt auch in die Zukunft sehen", betonte Herrmann. Entscheidend sei trotzdem gewesen, bei den Tests für Urlaubsrückkehrer schnell und früh zu handeln.

Bisher rund 130.000 Tests bei Rückkehrern

Bislang haben sich rund 130.000 Reisende in Bayern auf das neuartige Coronavirus testen lassen - an den Flughäfen München, Nürnberg und Memmingen, den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg sowie drei grenznahen Autobahn-Raststätten. Derzeit müssen sich Rückkehrer aus Risikogebieten einem Corona-Test unterziehen. Für alle anderen gibt es die Möglichkeit, sich freiwillig und kostenlos testen zu lassen.

Falls Getestete selbst aktiv werden wollen, gibt es auch die Möglichkeit, das Ergebnis über eine beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eingerichtete Telefon-Hotline (09131/68085101) abzufragen. Dort heißt es allerdings nicht selten, im Moment seien leider alle Plätze belegt. Und: "Bitte versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal."

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Eine schnelle Aufklärung der bayerischen Corona-Panne bei Testungen von Reiserückkehrern hat Gesundheitsministerin Melanie Huml versprochen, doch noch immer wissen 100 Infizierte nicht, dass sie sich angesteckt haben.

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