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Corona-Labor in Kempten am Limit | BR24

© BR / Rupert Waldmüller

Von ihnen hängt alles ab: Tausende Röhrchen mit Corona-Abstrichen kommen gerade täglich den Laboren an - und verlassen diese als Testergebnisse, die alles verändern können. Wie die Mitarbeiter des Allgäulab in Kempten damit umgehen.

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Corona-Labor in Kempten am Limit

Von ihnen hängt alles ab: Tausende Röhrchen mit Corona-Abstrichen kommen täglich in den Laboren an – und verlassen diese als Testergebnisse, die alles verändern können. Wie die Mitarbeiter des Allgäulab in Kempten mit der aktuellen Situation umgehen.

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3.000 bis 4.000 Teströhrchen kommen derzeit pro Tag im Allgäulab an. Um sie abzuarbeiten, ist das Personal von frühmorgens bis spätabends im Einsatz, sechs Tage die Woche. Das Labor hat das Personal für die sogenannten PCR-Tests verfünffacht und zusätzliche Geräte für die Auswertung der Proben angeschafft.

Tausende Proben pro Tag

Dabei muss jede einzelne Probe genauestens erfasst, ausgewertet und eingetragen werden. Das beginnt bei der Anlieferung, wo Mitarbeiterin Sylvi Hoffmann mit einem piependen Geräusch die Barcodes der Proben scannt – Tausende, an einem Tag. "Ich träume davon, dass meine Katze piept, anstatt miaut.", erklärt sie lachend.

Längere Arbeitszeiten im Labor

Auch für die Auswertung sind die Mitarbeiter länger im Einsatz, schildert Mitarbeiterin Sabine Szematowic: "Man merkt, dass es immer mehr wird, dass man früher anfängt und länger bleibt. Und auch das Wochenende mit dabei ist."

Noch keine Materialengpässe

"Wir sind an der Grenze angekommen", sagt Laborleiter Matthias Lapatschek. "Aber noch schaffen wir’s." Materialengpässe wie in anderen Laboren hat es im Allgäulab bisher nicht gegeben. Dank kurzer Wege und einer inzwischen weitgehend papierlosen Bearbeitung liegen die Testergebnisse in den meisten Fällen innerhalb von ein bis zwei Tagen vor.

Hälfte der Mitarbeiter für Corona-Tests im Einsatz

Das Allgäulab mit Sitz in Kempten wertet die Tests von Arztpraxen, Kliniken, Testzentren und Gesundheitsämtern im gesamten Allgäu und auch im Landkreis Garmisch-Partenkirchen aus. Gut die Hälfte der inzwischen 80 Mitarbeiter ist derzeit für die Corona-Tests im Einsatz – vom Fahrdienst und der Telefonzentrale über die Probenannahme und das Labor bis hin zur komplizierten Abrechnung.

Kritik an bayerischer Teststrategie

Ein Problem für Labore wie das Allgäulab ist, dass sie wegen der sich laufend ändernden Teststrategie in Bayern kaum langfristig planen können: Immer wieder würden ad hoc neue Regelungen beschlossen, wie zum Beispiel vor Kurzem die Tests für Grenzpendler. Davon würden die Labore oft erst aus der Presse erfahren, kritisiert der Allgäulab-Leiter Matthias Lapatschek.

Labore müssen kurzfristig reagieren

Für die Labore, die zum Teil zusätzliches Personal, Material und Geräte beschaffen müssen, ist das eine Herausforderung. "Da vermisst man eine klare Linie. Es wird immer nach Tagespolitik agiert. Und das ist kurzsichtig", so Lapatschek.

Hoffen auf ein Ende der Pandemie

Auch wenn das Allgäulab mit den Corona-Tests zusätzlich Geld verdient – alle Mitarbeiter hofften angesichts der hohen Arbeitsbelastung, dass sie möglichst schnell wieder zum normalen Laboralltag zurückkehren könnten, versichert der Laborleiter. "Ich hätte mir keine Pandemie gewünscht", sagt er. "Aber da sie nun mal da ist, mussten wir in irgendeiner Weise reagieren. Und ich hoffe, dass sie bald vorbei ist."

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