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Corona-Tagebuch – Selbst ist die Frau: Nähen statt kaufen | BR24

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In der Corona-Zeit ist das Sofa ein begehrter Platz. Umso schöner, wenn es bequeme Kissen hat. Doch woher nehmen, wenn die fehlen? Unsere Kollegin Inga Pflug hat das Problem gelöst, indem sie ihre Nähmaschine reaktiviert hat.

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Corona-Tagebuch – Selbst ist die Frau: Nähen statt kaufen

In der Corona-Zeit ist das Sofa ein begehrter Platz. Umso schöner, wenn es bequeme Kissen hat. Doch woher nehmen, wenn die fehlen? Unsere Kollegin Inga Pflug hat das Problem gelöst, indem sie ihre Nähmaschine reaktiviert hat.

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Aktuell verbringen wir ja alle viel Zeit daheim, womöglich auf dem Sofa. Das ist mit bequemen Kissen natürlich noch viel bequemer. Dumm nur, wenn einem die jetzt fehlen – kaufen ist ja gerade schwierig. Da hat mich die alte Nähmaschine in meinem Keller auf eine Idee gebracht.

Zeit für Handarbeit

Ich gebe es an dieser Stelle offen und ehrlich zu: Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie auch nur einen einzigen Stich an der Maschine genäht. Und schon im Handarbeitsunterricht an der Grundschule hat mich das mit Nadel und Faden so gut wie nicht interessiert. Jetzt aber, wo ich abends mehr Zeit auf dem Sofa verbracht und bequeme Kissen vermisst habe, ist mir die alte Nähmaschine wieder eingefallen, die seit Jahren unbenutzt bei uns im Keller steht.

Gebrauchsanleitung oder Frickeln

Wie man die benutzt? Keine Ahnung. Aber meine Schwiegermutter Petra hat sie mir erklärt. Mit ausreichend großem Sicherheitsabstand haben wir uns an den Tisch gesetzt, die Nähmaschine zwischen uns. Eine Gebrauchsanleitung für das Gerät? Fehlanzeige. Als geübte Näherin kann Petra die Maschine zum Glück aber gleich bedienen. Ansonsten hätte wahrscheinlich auch ein Blick ins Internet helfen können. Nur bei der Spule für den Unterfaden müssen wir tricksen: Statt den von der Maschine automatisch aufwickeln zu lassen, müssen wir händisch ran.

Improvisation beim Werkzeug

Als nächstes also Stoff zuschneiden: Wir haben uns für eine ganz einfache Kissenhülle entschieden, ohne Reißverschluss: Die Stoffbahn muss also einmal um das Kissen herum reichen und auf der Rückseite ein Stück weit überlappen. Als würden wir ein Geschenk einpacken. Für die seitlichen Nähte lassen wir jeweils eineinhalb Zentimeter Zugabe. Profis benutzen fürs Messen, Anzeichnen und schneiden natürlich Schneider-Equipment. Bei mir tun‘s auch eine Bastelschere, Lineal und ein Filzstift. Die erste Naht meines Lebens setze ich dann sicherheitshalber an der Seite für die Kissenöffnung. Sie ist ein bisschen krumm, aber passabel. Anschließend hefte ich die Stoffbahn in Hüllenform zusammen – linksherum, so dass die Sichtseite erst einmal nach innen schaut – und mache mich an die Seitennähte. Die alte Nähmaschine funktioniert tadellos und auch ich werde entspannter.

Übung macht den Meister

Ein paar Minuten später kann ich meine frisch genähte Kissenhülle auf die richtige Seite drehen und das Kisseninnere hineinstopfen. Und das Resultat kann sich durchaus sehen lassen, wie ich finde. Vier Kissen brauche ich insgesamt, muss also noch drei weitere nähen. Spätestens dann bin ich perfekt, ist auch Petra überzeugt. Und mit dem Lob und dem neuen Kissen in der Hand muss ich sagen, ich bin tatsächlich ein bisschen stolz auf mich. Die Beschäftigung für die nächsten Abende ist gesichert – und das Sofalümmeln auch. Und Spaß gemacht hat‘s noch dazu.

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