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Corona-Studie in Bad Feilnbach: Schon 1.100 Menschen untersucht | BR24

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Knapp eine Woche nach Start der Studie „Corona-Monitoring lokal“ zieht das Robert-Koch-Institut eine positive Zwischenbilanz.

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Corona-Studie in Bad Feilnbach: Schon 1.100 Menschen untersucht

Seit rund einer Woche untersuchen Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts in Bad Feilnbach, wie verbreitet das Coronavirus in der stark betroffenen Gemeinde im Landkreis Rosenheim tatsächlich ist. Dafür braucht das RKI die Bürger. Die helfen gern.

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Knapp eine Woche nach Start der Studie "Corona-Monitoring lokal" zieht das Robert-Koch-Institut (RKI) eine positive Zwischenbilanz.

"Die Einwohnerinnen und Einwohner von Bad Feilnbach waren sehr engagiert: Unsere Terminkalender waren direkt zum Start für die erste Woche ausgebucht." Dr. Claudia Santos-Hövener, Projektleiterin

Nach der ersten Woche haben 1.816 Menschen einen Termin vereinbart. 184 stehen damit noch aus, um die angepeilten 2.000 Teilnehmer zu erreichen. Mehr als 1.100 sind schon untersucht worden.

RKI zuversichtlich, 2.000 Teilnehmer zu erreichen

"Das ist eine sehr gute Teilnahmequote", sagt Santos-Hövener. Sie zeige, wie wichtig das Thema nach wie vor für alle Bevölkerungsgruppen sei. Die Teilnehmerquote sei einzig in Altersrandgruppen – bei den jungen Erwachsenen und den Menschen ab 70 Jahren – noch etwas geringer. Vergangenen Freitag habe man aber noch einmal mehr als 800 neue Einladungen rausgeschickt. Das Robert-Koch-Institut ist deswegen zuversichtlich, dass sich noch ausreichend Teilnehmer anmelden werden.

In Kupferzell, der Gemeinde in Baden-Württemberg, in der die Studie zuvor durchgeführt wurde, sei die Teilnehmerzahl zum gleichen Zeitpunkt ähnlich gewesen. Hier untersuchten die Wissenschaftler am Ende mehr als 2.100 Menschen.

Ziel: Tatsächliche Infektionszahlen bestimmen

Die Studie "Corona-Monitoring lokal" wird deutschlandweit in vier Gemeinden durchgeführt, die besonders vom Corona-Virus betroffen waren. Ziel ist zu klären, wie viele Menschen tatsächlich erkrankt sind. Denn die Dunkelziffer könnte laut RKI fünf Mal höher sein als die gemeldete Infektionszahl.

Außerdem sollen Krankheitsverläufe untersucht werden und ob Familienbeziehungen, Bildungsgrad oder auch das Haushaltseinkommen das Infektionsgeschehen beeinflussen.

Rachenabstrich und Befragung

Dafür nehmen die Wissenschaftler Blut ab, machen einen Rachenabstrich und führen eine Befragung durch. Die Teilnehmer wurden per Zufall aus dem Melderegister ausgewählt. Es ist nicht möglich, sich zu bewerben.

Aktuelle Informationen zum Coronavirus in Oberbayern finden Sie hier im Ticker.

Bad Feilnbach war Corona-Hotspot

Bad Feilnbach ist nach Kupferzell die zweite Gemeinde, in der die Wissenschaftler vor Ort sind. 159 Menschen infizierten sich hier mit dem Virus, und das bei nur 8.500 Einwohnern. Mehr als zehn Menschen starben. Eine Seniorenunterkunft musste geräumt werden.

Nächste Studie in Niederbayern

Die nächsten Standorte für das Corona-Monitoring stehen noch nicht fest. Einer wird in der Region Straubing liegen. Außerdem wollen die Wissenschaftler abwarten, wie sich die Infektionszahlen nach dem Sommerurlaub entwickeln werden. Mit Ergebnissen aus Bad Feilnbach rechnen sie im August.

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