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Die Corona-Studie an Würzburger Kitas soll nun starten. (Symbolbild)

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    Corona-Studie an Würzburger Kitas in den Startlöchern

    Wie kann eine Corona-Infektion bei Kindern frühzeitig entdeckt werden? Dieser Frage will nun eine neue Studie der Uniklinik Würzburg nachgehen. Ziel ist es, die Kinderbetreuung auch während der Pandemie aufrecht zu erhalten.

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    Von
    • Carolin Hasenauer

    Mehr als 800 Vorschulkinder aus der Region Würzburg sollen auf das Coronavirus getestet werden. "Wir möchten herausfinden, wie wir bestmöglich auch während der Pandemie eine kontinuierliche und sichere Betreuung in Kindergärten ermöglichen können", sagt der Kinder- und Jugendarzt Professor Johannes Liese vom Universitätsklinikum Würzburg. Ziel der Studie sei es auch herauszuarbeiten, welche Test-Methoden zur Überwachung der Virus-Ausbreitung von Eltern und Kinder am besten akzeptiert werden. Außerdem soll die Studie zeigen, ob und wie stark Kinder Überträger des Virus sind.

    Positive Rückmeldungen von Eltern

    Der Rücklauf an Einverständniserklärungen sei sehr zufriedenstellend, sagt Monika Kraft, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Jugend und Familie: "Wir haben eine große Akzeptanz gespürt, weil unsere Intention, Sicherheit zu schaffen, bei den Eltern und den Kitas gut ankommt." Mehr als 1.800 Anrufe haben das Sozialreferat und Kraft über die vergangenen Monate hinweg von Eltern, aber auch von Erziehern, erreicht.

    Verunsicherung unter Eltern ist groß

    Dabei sei sehr viel Unsicherheit zu spüren gewesen, sagt Kraft. "Durch die Studie haben jetzt die Eltern den Vorteil, dass sie nicht zur Teststrecke gehen zu müssen, sondern direkt die Gewissheit haben."

    Den Eindruck von Kraft bestätigen auch die Leiterinnen zweier Betreuungseinrichtungen, die für die Studie ausgewählt worden sind. "Die Eltern erhoffen sich, dass die Kita, wenn es zu einem Coronafall kommt, nur kurz oder gar nicht geschlossen werden muss", sagt Claudia Schlör vom Kindergarten Sankt Hildegard in Würzburg. Bei Sandra Schreck vom Kinderhaus Sonnenblume in Lengfeld fielen die Rückmeldungen gemischt aus – sie vermutet insgesamt viel Verunsicherung bei den Eltern wegen des Virus.

    Verschiedene Test-Methoden bei Studie

    Bei der Studie gibt es nach Angaben der Uniklinik verschiedene Gruppen: In zwei Kitas sollen Nasenabstriche gemacht werden, in drei weiteren würden den Kindern aus dem Mundraum Speichelproben entnommen. In drei Kindergärten sollen die Kinder nur bei Auftreten von Symptomen getestet werden.

    Allen Kindern werde zu Beginn der Studie und am Ende mit einem Fingerpieks etwas Blut entnommen, um zu sehen, ob sich Antikörper gebildet haben. Wie die Uniklinik mitteilt, beginnen Anfang Oktober dann die Testungen: Die Kinder sollen über drei Monate hinweg regelmäßig auf eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus getestet werden.

    Teilnahme an der Studie freiwillig

    Die Teilnahme ist freiwillig. "Wir hoffen, dass die Hälfte der Eltern zustimmt mitzumachen. Dass alle mitmachen, ist nicht notwendigerweise erforderlich", sagt Johannes Liese. Neben den Kindern werden auch Familien und Betreuer zur Belastung durch die Pandemie befragt.

    Ergebnisse voraussichtlich im März 2021

    Organisiert wird die Studie von der Stadt, der Universität und dem Universitätsklinikum Würzburg. Beteiligt sind Virologen, Allgemeinmediziner sowie die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Würzburger Uniklinik. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt im Rahmen des Forschungsnetzwerks InfectControl die Studie mit mehr als einer Million Euro. Im Januar 2021 sollen die Tests abgeschlossen sein. Die Datenauswertung soll im März 2021 beendet sein.

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