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Corona: So hat sich das Single-Leben verändert | BR24

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Der Teil-Lockdown geht ziemlich sicher in die Verlängerung, eine Aussicht, die gerade Singles eher wenig erfreut: Der Blues und die Einsamkeit machen sich zu leicht breit.

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Corona: So hat sich das Single-Leben verändert

Flirten, Daten, Kennenlernen - Alleinstehende haben es gerade nicht einfach während des Teil-Lockdowns. Wo lernt man als Single jemanden kennen? Wie laufen Dates in Zeiten von Abstandsregeln und Maskenpflicht ab? Ein Single aus Regensburg berichtet.

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Von
  • Zara Kroiß

Corinna aus Regensburg ist Single. Sie flirtet gerne, spricht beim Feiern auch schon mal jemanden an und sucht seit knapp zwei Jahren die große Liebe. In Zeiten von Corona nicht ganz einfach.

Datingportale boomen während Lockdown

Die 31-Jährige setzt beim Kennenlernen aktuell hauptsächlich auf Datingapps wie "Tinder". Damit ist sie nicht die einzige. Während des ersten Lockdowns wurden hier mehr als doppelt so viele Nachrichten verschickt. Und auch andere Datingportale wie "Parship" oder "Elite Partner" erleben während der Corona-Krise einen enormen Zulauf. Um die Mitglieder in Corona-Zeiten bei der Partnersuche bestmöglich zu unterstützen, haben sogar einige Portale in den letzten Monaten einen Video-Chat auf ihrer Plattform integriert. Somit lässt sich in Zeiten von Social Distancing auch virtuell daten.

Dates mit Maske: "Eine komische Situation"

Date per Videochat - das kommt bei Corinna nicht in Frage. Zumindest treffen will sie sich noch in Person. Da derzeit weder Cafes, noch Bars oder Restaurants geöffnet haben, trifft man sich momentan hauptsächlich auf einen Spaziergang, erzählt die Regensburgerin. Vorher muss aber noch eine weitere Hürde überwunden werden: den Datingpartner trotz Maske erkennen. Eine komische Situation, findet Corinna: "Das ist schon seltsam, weil es ist ja eh immer so eine Situation: Erkennt man sich gleich? Ich meine, du hast drei, vier Bilder, und dann triffst du dich und siehst plötzlich nur noch die Augenpartie. Und das war schon ein seltsames Gefühl."

Dating im Lockdown - nicht ganz ungefährlich

Das Daten in Zeiten vom Lockdown sieht Corinna aber als nicht ganz ungefährlich an. Da aktuell nichts geöffnet hat, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass man sich schneller in den eigenen vier Wände treffe. "Da muss man auf jeden Fall aufpassen, weil man hat dann doch durch das Schreiben und die paar Treffen schnell das Gefühl, man kennt die andere Person. Aber eigentlich kennt man sie doch nicht wirklich", warnt der Single.

Tipps gegen Einsamkeit

Wer in diesen Tagen weder Partner noch Date an seiner Seite hat, sollte sich vor allem auf Bekannte und Freunde konzentrieren. Martina Schäfer arbeitet als Diplompsychologin bei der Diakonie Regensburg. Sie empfiehlt Alleinstehenden, die sich einsam fühlen, den Kontakt auch mal zu früheren Bekanntschaften zu suchen: "Mit wem haben Sie sich denn früher immer getroffen? Könnten Sie die irgendwie kontaktieren? Könnten Sie mit denen vielleicht was ausmachen? Am besten regelmäßig. Vielleicht einen Videochat via Skype oder ein Telefonat machen, bis alles vorbei ist."

Psychologin: Großer Andrang im nächsten Jahr?

Die Psychologin nimmt seit Beginn der Corona-Krise einen vermehrten Zulauf in der Beratungsstelle wahr. Dabei handle es sich allerdings meist um alleinstehende Klienten, die auch vor der Pandemie schon mit Problemen zu kämpfen hatten und für die Corona letztendlich der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Schäfer erwartet den großen Zulauf erst nach der Corona-Krise : "Wir rechnen eigentlich damit, dass wir die Folgen davon tatsächlich erst im nächsten Jahr zu spüren bekommen. Dass die Menschen uns dann erzählen: Wie ist das für mich gewesen? Wie hat sich das verändert?"

Trotz WG-Leben - Corinna fühlt sich einsam

Corinna wohnt mit ihrer Cousine, die ebenfalls Single ist, in einer WG. Allein ist sie selten, aber trotzdem manchmal einsam: "Es gibt schon vermehrt Momente, wo ich mich einsam fühle, obwohl ich viele Freunde um mich rum habe und mich eigentlich ganz gut beschäftigen kann. Aber natürlich fallen viele Sachen weg, die man einfach so zusätzlich macht. Vor allem, wenn man dann im Homeoffice ist, wenn man wirklich den ganzen Tag schon daheim ist. Dann geht man vielleicht am Feierabend noch spazieren oder macht eine Runde Sport, aber das war's dann auch."

Datingapp: Keine Liebe, dafür Freundschaften

Die große Liebe hat Corinna zwar noch nicht gefunden, durch die Datingapp seien aber viele neue Freund- und Bekanntschaften entstanden. Und auch so versucht die 31-Jährige. den Lockdown positiv zu sehen: "Das ist für mich einfach auch ein Gewinn, dass ich mehr Zeit zur Verfügung habe als sonst. Und dass ich mich einfach irgendwie mehr mit mir beschäftige und mich nicht die ganze Zeit mit irgendwelchen Sachen ablenke. Und ich denke, das kommt einem dann letzten Endes auch zu Gute."

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