BR24 Logo
BR24 Logo
Corona und Schule

So geht's weiter an Bayerns Schulen | BR24

© BR/Johanna Schlüter

Geschlossene Schule, Symbolbild

27
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

So geht's weiter an Bayerns Schulen

Mehr als eine Million Schüler und knapp 90.000 Lehrer in den rund 6.000 bayerischen Schulen werden sich schwer mit Aerosolen tun, sollten alle Klassenzimmer voll besetzt werden. Laut Plan will Bayern im Herbst zum Präsenzunterricht zurückzukehren.

27
Per Mail sharen

Mehr als eine Million Schüler und knapp neunzigtausend Lehrer könnten nach den Sommerferien für einen regen Aerosolaustausch sorgen. So die Befürchtung vieler, wenn der Freistaat zum normalen Präsenzunterricht zurückkehrt. In den rund 6.000 bayerischen Schulen sollen dann alle Klassenzimmer wieder voll besetzt werden. Nach jetzigem Plan will die Staatsregierung zum Präsenzunterricht zurückzukehren.

Normaler Unterricht, wenn möglich

Zunächst ohne Abstandsregelungen, aber unter bestimmten Hygienevorschriften soll ab September wieder unterrichtet werden. Voraussetzung hierfür ist, dass das Infektionsgeschehen einen solchen Schritt zulässt und der Mindestabstand von 1,5 Metern an Schulen aufgehoben werden kann. Notfallpläne hat das Bayerische Kultusministerium aber bereits in der Schublade liegen. Demnach könnten vier verschiedene Szenarien eintreten, die wiederum vier verschiedene Konsequenzen zur Folge hätten.

Notfall-Szenarien: Maskenpflicht und digitales Lernen

Szenario eins: Der Regelschulbetrieb kann, wie derzeit geplant, normal stattfinden - mit Masken, Nies-Etikette und Händewaschen.

Szenario zwei: Die Infektionszahlen erfordern weiterhin einen Mindestabstand von 1,5 Metern. Dann starten Schüler und Lehrer in geteilten Lerngruppen ins neue Schuljahr. Bei diesem sogenannten rollierenden System wechseln sich Schülerinnen und Schüler wochen- oder tageweise mit dem Schulbesuch ab, so wie es auch derzeit umgesetzt wird.

Sind es Hotspots, werden einzelne Schulen geschlossen

Szenario drei geht von Ausbruch-Hotspots aus. Einzelne Schulen werden dann geschlossen, der Unterricht findet daheim am Laptop statt.

Tritt Szenario vier ein, überrollt Bayern eine zweite Welle. Alle Schulen werden dann sofort geschlossen. Gelernt wird dann wieder im Homeschooling.

Derzeit aber betont das Kultusministerium: Alles werde darangesetzt, am 8. September die Schulen wieder regulär aufzusperren zu können.

Hygieneplan für Schulen wird erarbeitet

Um trotz der Covid-19-Pandemie wieder den Unterricht normal aufnehmen zu können, müssen sich Schulen an die Hygienekonzepte der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmeverordnung halten. Derzeit erarbeiten das Bayerische Kultusministerium gemeinsam mit dem Bayerischen Gesundheitsministerium einen neuen Hygieneplan. Aktuell gilt, dass Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer, die Erkältungssymptome zeigen, das Schulgebäude nicht betreten dürfen.

Als coronaspezifische Krankheitssymptome gelten trockener Husten, Atemprobleme, Verlust des Geschmacks- oder Geruchssinns, Hals-, Gliederschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen. Zudem müssen derzeit alle zu Hause bleiben, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten oder einer sonstigen Quarantänemaßnahme unterliegen.

Pläne für Notfallbetreuung und spezielle Förderungen

Für Eltern, die ihren Jahresurlaub bereits aufgebraucht haben, hat das Kultusministerium zusammen mit dem Bayerischen Jugendring das Internetportal www.bjr.de/ferienportal ins Leben gerufen. Ergänzend zu zahlreichen Trägern vor Ort wie Kommunen oder Kreis- und Stadtjugendringen, will auch das Ministerium Ferienbeschäftigungen anbieten – in erster Linie für die jüngeren, betreuungsbedürftigen Schülerinnen und Schüler der ersten bis sechsten Klasse. Die Ferienangebote decken in der Regel den Zeitraum Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr ab, Anmeldungen hierfür sollen wochenweise möglich sein. Allerdings gibt es daran bereits Kritik, weil es in einigen Regionen offenbar keine Angebote gibt oder diese nicht kostenlos sind.

Schülerinnen und Schülern, bei denen die Corona-Sondersituation zu Wissenslücken geführt hat und die auf Probe vorgerückt sind, will das Kultusministerium im neuen Schuljahr mit speziellen schulbegleitenden Angeboten helfen. Sie sollen zwischen September und Allerheiligen bzw. Weihnachten Förderunterricht in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Fremdsprachen bekommen. Aber auch hier gibt es bereits Kritik aus Fachkreisen zur Finanzierung und Umsetzbarkeit. Es sei wenig sinnvoll, so zum Beispiel Dominik Blanz vom Willy-Graf-Gymnasium in München, Wahlunterricht wie Tischtennis, Töpfern oder Theater einfach in den angedachten Förderunterricht umzuwidmen. Denn auf genau dieses soziale Miteinander würden sich Schülerinnen und Schüler mit am meisten freuen.

Online-Hilfsangebot für Kinder und Jugendliche

"Corona und Du" - dieses Infoportal im Internet soll psychisch stark machen in Zeiten der Corona-Krise. Hier gibt es leicht umsetzbare Tipps, gezielt für junge Leserinnen und Leser: Wie wirkt sich die Corona-Zeit auf uns aus? Was tun gegen Langeweile oder Stress? Wohin kann man sich mit Sorgen und Problemen wenden? Die Webseite wurde von der Kinder- und Jugendpsychiatrie des LMU-Klinikums München gestartet und ist hier zu finden.

© BR

Corona hat den Schulalltag massiv verändert: Homeschooling statt Klassengemeinschaft. Der Stoff konnte so noch einigermaßen vermittelt werden, aber eines ist komplett weggefallen: Schule als sozialer Ort.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!