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In Landshut ist die Situation auf den Intensivstationen angespannt: Alle Intensivbetten seien belegt, sagen Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz und Landrat Peter Dreier. Es gebe so viele Corona-Patienten wie noch nie.

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Situation kritisch: Keine Intensivbetten mehr in Landshut

In Landshut ist die Situation auf den Intensivstationen angespannt: Alle Intensivbetten seien belegt, sagen OB Putz und Landrat Dreier. Es gebe so viele Corona-Patienten wie noch nie. Deshalb wenden sie sich mit einem Appell an die Bevölkerung.

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Anne-Lena SchugAnne-Lena SchugBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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Die Corona-Lage im Landkreis Landshut hat sich in den letzten Wochen und besonders über das verlängerte Wochenende stark zugespitzt. Das haben Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz, Landrat Peter Dreier und Jürgen Königer, Ärztlicher Leiter Krankenhauskoordination im Rettungsdienstbereich Landshut, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz erläutert.

Personalverluste in den Kliniken wegen zu hoher Belastung

Im Landkreis Landshut sind alle Intensivbetten belegt. Auch auf der Normalstation sei die Zahl der Corona-Patienten sprunghaft angestiegen. Dort würden derzeit so viele Corona-Patienten wie noch nie versorgt: Letzte Woche, am 27. Oktober, seien laut Putz auf der Normalstation noch vier Corona-Patienten gewesen, am heutigen Donnerstag, 4. November, seien es 17. Er wolle nicht warten, bis die Zahlen noch weiter steigen, sondern jetzt an die Öffentlichkeit gehen.

Es mussten bereits Patienten in andere Kliniken verlegt werden. Die meisten Corona-Patienten seien ungeimpft, so Landrat Dreier. Der aktuelle Zustand mache die Behandlung der anderen Intensivpatienten schwieriger. Laut dem Intensivregister (Stand: 4.11.,14.15 Uhr) sind in der Stadt Landshut 33 von 35 Intensivbetten belegt. Davon sind drei Corona-Patienten.

Die Kliniken in Landshut müssten zudem Personalverluste hinnehmen, so Dreier. Aufgrund der hohen Arbeitsbelastung in der Corona-Pandemie hätten rund 20 Prozent des Personals gekündigt. Zudem gebe es im Personal viele Krankheitsfälle, wegen der aktuellen Erkältungssaison oder durch Corona-Quarantäne.

Zu viele Ungeimpfte: Putz ruft zur Solidarität auf

Oberbürgermeister Alexander Putz sagte auf der Pressekonferenz, die Hauptursache für den Anstieg der Corona-Zahlen sei der stagnierende Impffortschritt.

Die Rate der Ungeimpften sei zu hoch, so Putz. Diesen Winter komme die Corona- und die Influenza-Welle zusammen.

"Diese Doppelbelastung wird möglicherweise unser Gesundheitssystem in den nächsten Wochen in die schwierigste Situation seit Beginn der Pandemie bringen." Oberbürgermeister Alexander Putz

Putz appellierte an alle Ungeimpften, sich impfen zu lassen und an ältere Bürgerinnen und Bürger, das Angebot der Booster-Impfung wahrzunehmen: "Denken Sie an die ganze Gesellschaft und seien Sie solidarisch", so Putz wörtlich.

Keine Kapazitäten für andere Operationen

In den Krankenhäusern im Landkreis Landshut müssen planbare Operationen verschoben werden. Das hat Jürgen Königer, der Krankenhauskoordinator im Rettungsdienstbereich Landshut, mitgeteilt. Da aktuell im Landkreis so viele Corona-Patienten wie noch nie versorgt werden, seien keine Kapazitäten für andere Operationen verfügbar. Das berge allerdings die Gefahr, dass sich die Beschwerden der Patienten bis zum späteren Operationstermin verschlimmern könnten. Das Personal in den Krankenhäusern sei am Limit, so Königer.

Der Frust wachse, weil vor allem Umgeimpfte mit Corona ins Krankenhaus kämen. Die vielen Corona-Patienten beanspruchen viel Personal, da Pflegerinnen und Pfleger, die für Corona-Infizierte zuständig sind, keine anderen Patienten versorgen, um eine mögliche Corona-Verbreitung zu vermeiden.

BR24live zur Lage auf Bayerns Intensivstationen - Landshuter Landrat und Oberbürgermeister informieren

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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Sven Hoppe

Die vierte Corona-Welle rollt durch Bayern und auch in Landshut ist die Situation auf den Intensivstationen angespannt. Stadt und Landkreis informieren am Vormittag über die schwierige Situation vor Ort.

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