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Coronavirus - Tests an einer Grundschule

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    Corona-Selbsttests an Schulen oder lieber daheim?

    Sollen Corona-Selbsttest an den Schulen oder zuhause durchgeführt werden? Das wird momentan in Bayern heiß diskutiert. Die Bildungsgewerkschaften im Freistaat sind gegen die Selbsttests in den Klassenzimmern. In Österreich läuft es anders.

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    Von
    • BR24 Redaktion
    • Claudia Heider
    • Stefanie Wagner

    Während in Bayern über den Einsatz von Corona-Selbsttests an Schulen noch diskutiert wird, ist in Österreich der Selbsttest für Schüler und Lehrer schon seit Anfang Februar Praxis und verpflichtend für eine Teilnahme am Präsenzunterricht. Die ersten Erfahrungen dort sind positiv und der sogenannte "Nasenbohrertest" gehört für Österreichs Schüler mittlerweile schon zur Routine.

    An der Grundschule von Monika Däubers Sohn Jakob in Wien findet der Test immer montags und mittwochs statt. Die Kinder bekommen "Packerl", in dem der Abstrich für die Nase drin ist. Für ihren siebenjährigen Sohn Jakob, der die zweite Klasse besucht, ist der Test gar kein Problem.

    Selbsttests zu Schulbeginn schon Routine

    Die Schüler machen den Test gemeinsam zu Beginn der Stunde – eigenständig, betont die Mutter. Dazu nehmen alle kurz die Maske ab. Ein Risiko sieht Däuber darin nicht. Die Lehrer beaufsichtigen nur. Nach einer Viertelstunde stehen die Ergebnisse fest. Trotz aktuell hoher Inzidenzzahlen in Wien habe es bislang noch keinen positiven Selbsttest in Jakobs Klasse gegeben, sagt Däuber. Vor einer möglichen Bloßstellung ihres Kindes bei positivem Testergebnis hat sie keine Bedenken, denn die Kinder seien daran gewöhnt, dass sich jemand mit Corona infizieren könnte.

    Deutscher Lehrerverband befürwortet Schüler-Tests

    Der Deutsche Lehrerverband befürwortet Schüler-Tests und warnt zu gleich trotz steigender Corona-Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen vor erneuten Schulschließungen. "Wenn wir nicht wollen, dass die überwiegende Mehrzahl der Schulen wieder auf Distanzunterricht umsteigen muss, weil dort die 100-er Inzidenzgrenze überschritten wird, müssen wir jetzt sofort die Impfungen von Lehrkräften an allen Schularten vorziehen, alle Schülerinnen und Schüler mindestens zweimal wöchentlich testen", sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger Anfang der Woche der "Rheinischen Post". Es sei zu überlegen, ob diese regelmäßigen Schnell- oder Selbsttests als verbindliche Voraussetzung für den Besuch des Präsenzunterrichts festgeschrieben werden sollten, sagte Meidinger.

    Bildungsgewerkschaften lehnen geplante Corona-Selbsttests ab

    Und genau diese Punkte sehen die Bildungsgewerkschaften GEW und KEG kritisch und lehnen deshalb die geplanten Corona-Selbsttests in den bayerischen Schulen ab. Dass Lehrer ihre Schüler bei den freiwilligen Selbsttests in den Klassenzimmern anleiten und betreuen sollen, sei unzumutbar, teilte die GEW am Donnerstag in München mit. Weil die Masken für die Testungen abgenommen werden müssten, erzeuge dies für alle Anwesenden eine gesundheitsgefährdende Situation. Hinzu komme auch noch die "psychologisch sehr schwierige" Situation, sollten Schüler bei den Tests positiv sein und dann abgesondert werden müssen.

    Bayerischer Elternverband: Angst vor Diskriminierung

    Der Bayerische Elternverband (BEV) spricht sich ebenfalls dagegen aus, dass Corona-Tests in der Schule stattfinden. Eine Blitzumfrage unter den Mitgliedern habe ergeben, dass zahlreiche Schüler und Eltern die Schule als Test-Ort aus verschiedenen Gründen ablehnen und daher nicht an der Testung teilnehmen wollen, teilte der BEV am Mittwoch in Rosenheim mit. Gemeinsame Testungen in der Schule könnten "nie und nimmer hygienische Bedingungen erfüllen, da die Masken dafür abgenommen werden müssen", sagte BEV-Landesvorsitzender Martin Löwe. Infizierte Kinder hätten vor dem Test Kontakt mit anderen und könnten sie anstecken, sagte Löwe. Zudem fürchteten einige Befragte eine diskriminierende Situation, wenn es öffentlich zu einem positiven Testergebnis komme und ein Kind nach Hause gehen müsse.

    Die Skepsis in Bayern gegenüber den Selbsttests kann Monika Däuber aus Wien nicht nachvollziehen. Für sie hat der Test nur Vorteile. Und bietet ein Stück mehr Sicherheit.

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