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Corona und Schule

Corona-Schwerpunktpraxis für Zahnmedizin in Altötting | BR24

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Die Corona-Krise fordert besonders Menschen in medizinischen Berufen. Sie müssen sich extra gut schützen - vor allem, wenn sie gleich einen infizierten Patienten behandeln müssen. So wie in dieser besonderen Praxis in Altötting.

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Corona-Schwerpunktpraxis für Zahnmedizin in Altötting

Die Corona-Krise fordert besonders Menschen in medizinischen Berufen. Sie müssen sich extra gut schützen – vor allem, wenn sie gleich einen infizierten Patienten behandeln müssen. So wie in dieser besonderen Praxis in Altötting.

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Die Schutzausrüstung ist für die Corona-Schwerpunkt-Praxis in Altötting entscheidend – blauer Ganzkörperoverall, FFP2-Masken, darüber noch ein Schutzschild und natürlich dünne Handschuhe. Gut fünf Minuten dauert es, bis Dr. Guido Loibl und seine zwei Helferinnen sich angezogen haben:

"Wir bereiten uns gerade auf die Behandlung eines Corona-Positiven Patienten vor. Wir sind in gerade in einer alten Praxis, die war eigentlich schon geschlossen und wurde jetzt speziell für die Behandlung von Corona-positiven Patienten wiedereröffnet." Guido Loibl, Zahnarzt, Altötting

Gewinn für Ärzte und Patienten

Die Praxis wurde wiedereröffnet als Corona-Schwerpunktpraxis für Zahnmedizin. Vor einem Monat beschloss der Landkreis Altötting, dass es eine einheitliche Regelung für die zahnärztliche Versorgung von Corona-Patienten geben muss. Schließlich ist nicht jeder Zahnarzt so ausgerüstet. "Ich glaube, das ist eine optimale Lösung. Ich bin froh, aber auch alle Kollegen sind froh, weil sie in die eigene Praxis nicht die Corona-Positiven Patienten bekommen", meint Zahnarzt Loibl und ergänzt: "Und die Patienten sind auch froh, dann wissen sie, da werden sie gut versorgt."

Aktuelle Entwicklungen zum Coronavirus in Oberbayern finden Sie hier.

Eine Win-win-win-Situation sozusagen. Rund zehn Zahnärzte haben sich bereits gefunden, die in der Schwerpunktpraxis Dienst machen. Heute ist Dr. Loibl an der Reihe. In voller Montur geht es jetzt in den Behandlungsraum. Gleich kommt die Patientin – eine Krankenpflegerin. Sie hat sich bei ihrer Arbeit mit dem Coronavirus infiziert und dann auch noch Zahnschmerzen bekommen:

"Wir haben nur gehört, sie hat Fieber und eine kleine Schwellung bzw einen Abszess. Mal schauen, wo das herkommt." Guido Loibl, Zahnarzt, Altötting

"Natürlich schwingt unterbewusst ein wenig Angst mit"

Die Patientin nimmt auf dem Behandlungsstuhl Platz – jetzt wird es ernst für das Team, der Patientin zu helfen, ohne sich selbst zu gefährden: Dr. Guido Loibl arbeitet deshalb mit Handinstrumenten, um sogenannte Aerosole zu vermeiden. Diese feinen Sprühnebel könnten den Erreger verbreiten und vom Behandlungsteam eingeatmet werden. "Natürlich schwingt unterbewusst ein wenig Angst mit", gibt Zahnarzt Loibl zu, "aber wir sind top geschützt, besser geht es nicht. Da machen wir uns nicht so viele Gedanken."

Patientin bald schmerzfrei

Nach einigen Minuten ist die Ursache für die Schmerzen behoben. Die Patientin erleichtert und sichtlich froh darüber. Und auch der Arzt ist zufrieden: "Funktioniert wie immer, nur ein bisschen mühsamer, weil es unter dem ganzen Schutz einfach warm wird!" Spätestens morgen dürfte die Patientin schmerzfrei sein.

Neues Gerät für Raumdesinfektion

Nach der Behandlung kommt ein für 10.000 Euro vom Landkreis angeschafftes Gerät zum Einsatz – es desinfiziert den gesamten Raum, so dass sicher ist, dass auch der nächste Einsatz hier ohne Gefahr für die Ärzte stattfinden kann. Dabei wird mit einem Trockennebel das ganze Zimmer bedampft. Zehn Minuten dauert das, dann ist das Zimmer desinfiziert.

Bald Patienten aus Rottal-Inn und Traunstein?

Das Einzugsgebiet der Praxis ist der Landkreis Mühldorf und Altötting. Mittlerweile wird auch überlegt, es auf die Kreise Rottal-Inn und Traunstein auszuweiten, da dort die Zahnbehandlung bei Corona-Patienten nicht schwerpunktmäßig organisiert ist und die Praxis in Altötting so reibungslos funktioniert.

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