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Corona: So soll der Vier-Stufen-Plan an Bayerns Schulen aussehen | BR24

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Neben der geltenden Maskenpflicht an Schulen soll außerdem ein Vier-Stufen-Plan auf das regionale Infektionsgeschehen reagieren.

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    Corona: So soll der Vier-Stufen-Plan an Bayerns Schulen aussehen

    Mit neuen Hygienemaßnahmen will das bayerische Kultusministerium den Regelbetrieb an Schulen aufrecht erhalten. Neben der Maskenpflicht soll im Falle eines Infektionsgeschehens auch ein Vier-Stufen-Plan greifen. Doch wie soll der genau aussehen?

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    Seit Freitag steht es fest: Zum Schulbeginn in Bayern, am 8. September, wird es eine Maskenpflicht geben. Das bisher geltende Maskengebot wird somit nach den Sommerferien umgewandelt in eine Pflicht, auch wenn sich die Schüler laut Kultusministerium bisher sehr gut an die Vorgaben gehalten hätten. Dadurch müssen Schüler und Lehrkräfte nun im Klassenzimmer eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen bis sie an ihrem Platz angekommen sind.

    Außerdem soll laut Kultusministerium je nach Infektionsgeschehen ein Vier-Stufen-Plan weitere Hygienemaßnahmen an Schulen regulieren.

    Ziel: Regelbetrieb an Schulen soll ab September möglich sein

    Damit der Regelbetrieb für Schüler aufrecht erhalten werden kann, müssen sich die Schulen an entsprechende Infektionsschutz- und Hygieneregeln halten. Für die Umsetzung aller angeordneten Maßnahmen ist die jeweilige Schulleitung verantwortlich.

    Dazu gehören unter anderem das regelmäßige Lüften aller (Klassen-)Räume, die Reinigung der Räume, Handhygiene der Schüler und des Lehrpersonals, sowie das Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen Schülern und Lehrern. Ausnahme bilden hier "zwingend pädagogisch-didaktische Gründe" von Seiten der Lehrkräfte, heißt es von Seiten des Kultusministeriums. Hier darf der Mindestabstand unterschritten werden.

    Ziel des Ministeriums ist es, dass Schüler bei einer positiven Entwicklung des Infektionsgeschehens innerhalb einer Klasse auf den Mindestabstand verzichten können. So soll ein Unterricht mit der regulären Klassenstärke möglich sein. Außerhalb des Klassenzimmers soll jedoch weiterhin auf den Mindestabstand geachtet werden.

    Vier-Stufen-Plan richtet sich nach lokalem und regionalem Infektionsgeschehen

    Der angestrebte Vier-Stufen-Plan unterscheidet sich zum Vorgehen bei den landesweiten Schulschließung im März. Ziel des neuen Systems sei es, gezielt lokal und regional auf ein Infektionsgeschehen reagieren zu können, ohne dass in ganz Bayern deswegen die Schulen schließen müssen, so das Kultusministerium. Sollte es jedoch zu einer zweiten Welle der Corona-Infektionen kommen, könnten die Stufen zwei, drei und vier gegebenenfalls in ganz Bayern umgesetzt werden.

    Stufe 1: Infektionsgeschehen bei einzelnen Klassen

    Wann gilt diese Stufe?

    Stufe 1 greift dann, wenn einzelne Corona-Fälle oder Verdachtsfälle in Klassen oder an einer Schule auftreten. Die darauf folgenden Maßnahmen werden von der Schulleitung mit dem zuständigen Gesundheitsministerium abgesprochen.

    Welche Maßnahmen folgen?

    Laut Kultusministerium kann es bei einem Covid-19-Verdachtsfall dazu kommen, dass der Präsenzunterricht für einen begrenzten Zeitraum eingestellt wird. Eventuell kann es sogar zu einer vollständigen Umstellung auf den Distanzuntericht kommen. Sollte der Test der betroffenen Person positiv ausfallen, wird die gesamte Klasse für 14 Tage vom Unterricht ausgeschlossen.

    Stufe 2: Mundschutzpflicht auch am Sitzplatz

    Wann gilt diese Stufe?

    Ab Stufe 2 beziehen sich die getroffenen Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen im Landkreis bzw. der kreisfreien Stadt, nicht mehr auf das an Einzelschulen. Stufe 2 soll ab 20 infizierten Personen pro 100.000 Einwohner gelten.

    Welche Maßnahmen folgen?

    Hier tritt die Mundschutzpflicht auf einer weiteren Ebene in Kraft. Konnten vorher die Schüler und Lehrkräfte ihre Mund-Nasen-Bedeckung am Sitzplatz noch abnehmen, müssen sie diese am Platz und somit auch im Unterricht tragen. Als mögliche Alternative schlägt das Kultusministerium einen Mindestabstand von 1,5 Metern im Unterricht vor, jedoch nur wenn dies räumlich umsetzbar ist.

    Stufe 3: Strenge Einhaltung des Mindestabstands

    Wann gilt diese Stufe?

    Kommt es in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen zu 35 Fällen pro 100.000 Einwohner, gelten die Hygienemaßnahmen von Stufe 3.

    Welche Maßnahmen folgen?

    Das Einhalten des Mindestabstands von 1,5 Metern im Unterricht ist hier nun keine Alternative mehr, sondern Pflicht, auch unter den Schülern. Da nicht alle Klassenzimmer derartige räumliche Kapazitäten bieten, kann es somit auch zu einer zeitlich befristet Unterteilung der Klassen auf einen wöchentlichen oder täglichen Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht kommen.

    Stufe 4: Umstellung auf Distanzunterricht

    Wann gilt diese Stufe?

    Die vierte und damit höchste Stufe in dem Szenario tritt in Kraft, wenn 50 Fälle pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gemeldet werden.

    Welche Maßnahmen folgen?

    Hier können die Maßnahmen alle Schulen im jeweiligen Landkreis bzw. der kreisfreien Städte treffen. Um das Infektionsrisiko und –geschehen einzudämmen, wird an allen Schulen wieder auf Distanzunterricht umgestellt.

    Allgemein gilt: Quarantäne bei Corona-Fall in Klasse

    Die unterschiedlichen vier Szenarien und die damit verbundenen Hygienemaßnahmen richten sich somit nach den unterschiedlichen Verortungen der Infektionen. Während bei Stufe eins noch die Einzelschule als Maßstab gilt, richten sich die Maßnahmen bei den drei darauffolgenden Stufen nach dem Infektionsgeschehen in den Landkreisen bzw. der kreisfreien Stadt.

    Allgemein wird aber vorgeschrieben: Tritt in einer Klasse oder Lerngruppe ein bestätigter Covid19-Fall auf, so wird die ganze Klasse ebenfalls getestet und vom Unterricht für 14 Tage ausgeschlossen.

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