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Corona – schon jetzt ein Fall fürs Museum | BR24

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Hände desinfizieren, Maskenpflicht, Lockdown! Wie denken wir wohl in 10 Jahren über diese Corona-Zeit? Genau daran arbeitet gerade ein Nürnberger Museum.

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Corona – schon jetzt ein Fall fürs Museum

Während sich Bevölkerung und Politik mit den aktuellen Regelungen aufgrund der Corona-Pandemie auseinandersetzen, sammelt das Nürnberger Museum Industriekultur bereits jetzt Exponate der Krise. Vielleicht gibt es nach Corona eine Ausstellung.

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Viele fränkische Firmen haben schon zu Beginn der Corona-Pandemie ihr Produktportfolio erweitert. Das Nürnberger Unternehmen Baumüller, sonst vor allem Produzent von Antriebstechnik, hat zum Beispiel den Hygienebuddy erfunden: eine Art mobile Desinfektionsstation - in der Mitte eine Flasche Desinfektionsmittel, darüber hängt eine riesige Rolle Abreißpapier, am Fuß des Buddys ist ein Abfalleimer montiert. Dazu kommen transparente Face shields, die im Frühjahr an Nürnberger Krankenhäuser gespendet wurden, als Masken noch sehr schwer zu bekommen waren.

Vom Staubsaugerbeutel zur Gesichtsmaske

Simon Schütz vom Nürnberger Museum Industriekultur will diese Entwicklung für die Nachwelt festhalten. Er hat bereits viele Exponate zusammengetragen. Sie sollen belegen, wie kreativ fränkische Firmen dem Virus begegnen. Die Nürnberger Firma Voit produziert eigentlich vor allem Staubsaugerbeutel. Seit dem Frühjahr sind auch Mundschutzmasken im Sortiment. Der Markt verändert das Angebot. Auch beim Zirndorfer Spielzeughersteller Playmobil hat man sich etwas einfallen lassen. Bunte Kunststoffmasken, gummiartig, mit austauschbaren Filtern, waschbar mit Playmobil-Logo auf der Front. Nase-Mund-Masken für Erwachsene.

Desinfektionsmittel mit Gin-Aroma

Wer den Geruch herkömmlichen Desinfektionsmittels mittlerweile nicht mehr erträgt, kann dank einer Nürnberger Firma auch umsteigen auf die Geschmacksrichtungen Gin, Whiskey oder Hopfen. Leider ist das Desinfektionsmittel nicht zum Verzehr gedacht. Für das Nürnberger Museum Industriekultur handelt es sich dabei definitiv um Produkte, die es für die Nachwelt zu sichern gilt, wenn auch vorerst gut versteckt im Depot.

Plakate von kurzer Gültigkeit

Es ist eine sehr schnelllebige Zeit in der Pandemie, was heute gilt, ist morgen schon oft wieder überholt, sagt die Leiterin des Nürnberger Museums Industriekultur Monika Dreykorn. Überdimensionale Poster der Stadt Nürnberg belegen diese Aussage: Im Frühjahr während des Lockdowns hingen diese noch an verschiedenen Bushaltestellen in der Stadt, darauf der Hinweis, sich nicht auf öffentliche Bänke oder Stühle zu setzen. Wenige Tage später wurde diese Maßnahme wieder kassiert, die Poster abgehängt, von Maske tragen war zu diesem Zeitpunkt übrigens noch gar nicht die Rede.

Eine konkrete Ausstellung ist derzeit nicht geplant, dazu sei die Bevölkerung auch noch gar nicht bereit, erst müsse die Pandemie überwunden werden, dann erlaube sich der Blick aus der Zukunft auf die Vergangenheit. Solange wolle das Museum weiter industrielle Exponate der Corona-Krise sammeln.

© BR/Tobias Burkert

Während sich Bevölkerung und Politik mit der Corona-Pandemie auseinandersetzen, sammelt das Nürnberger Museum Industriekultur bereits jetzt Exponate der Krise. Vielleicht gibt es nach Corona eine Ausstellung.

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