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Der kostenfreie Corona-Schnelltest für jeden soll neben den Testzentren auch in Apotheken durchgeführt werden. Nicht jede Apotheke beteiligt sich jedoch daran, denn häufig fehlt der Platz und das Personal.

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Corona-Schnelltest: Nicht jede Apotheke ist dabei

Kostenlose Schnelltests in der Apotheke – ein Service, den es jetzt in vielen bayerischen Apotheken gibt. Die Nachfrage ist hoch. Wie die Tests funktionieren und warum nicht alle Apotheken mitmachen zeigt der BR24-Test in Nürnberg.

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Von
  • Tobias Burkert

Mindestens einmal pro Woche soll sich jeder Bürger einmal kostenlos von geschultem Personal per Schnelltest auf eine Corona-Infektion untersuchen lassen können, so die Entscheidung der Bundesregierung. Sie übernimmt auch überwiegend die Kosten dafür. Eigentlich hätte es schon längst losgehen sollen, aber der Start in Bayern verzögerte sich. Erst musste die neue Corona-Schutzverordnung auf den Weg gebracht werden, damit die Apotheken loslegen konnten.

Welche Apotheke macht mit?

Nicht jede Apotheke kann oder will den kostenlosen Service anbieten. Wer sich testen lassen will, muss sich somit vorher informieren, wo der Schnelltest durchgeführt wird. Anrufen oder digital informieren. Michael Frohmader wählt die zweite Möglichkeit. Der 38-jährige Fitnessberater arbeitet oft eng am Kunden. Häufig in großen Unternehmen. Regelmäßige Coronatests sind für ihn unabdingbar, um die meisten Firmen überhaupt betreten zu dürfen. Michael Frohmader will sich in einer Apotheke in seiner Nähe testen lassen. Dafür nutzt er eine neue Webseite. Auf der Internetseite www.schnelltest-apotheke.de lässt er sich eine teilnehmende Apotheke anzeigen. Auf der Plattform kann er sich auch gleich mit seinen Personalien anmelden und einen Termin vereinbaren.

Apotheken benötigen eigenen Raum für Schnelltests

Um die Schnelltests überhaupt anbieten zu können, benötigen Apotheken eine Art abgetrennten Raum. Ziel ist es, die zu testenden Personen von den übrigen Kunden zu separieren, um Kontakte zu vermeiden. Michael Frohmader betritt den Apothekenkomplex im Nürnberger Nordosten. Vorbei am eigentlichen Apothekeneingang führt ihn ein Hinweisschild zu einem langen Flur. Am Ende sitzt an einem kleinen Tisch Apotheker Christian Führling, mit Schutzbrille und Gummihandschuhe ausgestattet. Der Apotheker hat die Möglichkeit, die Schnelltests auf dem benachbarten Gang durchzuführen.

Testergebnis innerhalb von 15 Minuten

Der Abstrich geht ganz schnell. Kopf in den Nacken, ein Nasenloch genügt Apotheker Christian Führling. Behutsam, aber entschlossen schiebt er das Stäbchen in Michael Frohmaders Nase. Dem schießen die Tränen die Augen, aber wirklich weh tue es nicht, nur ein wenig kitzeln würde es. Dann wird der Abstrich in eine Lösung gegeben, anschließend auf den Test getropft. Es erscheint eine rote Linie, das Verfahren hat demnach funktioniert. Auf das Ergebnis muss Michael Frohmader nun mindestens 15 Minuten warten. Erscheint keine zweite Linie, ist er negativ. Positiv oder negativ? ein wenig nervös ist Fitnesscoach Frohmader schon. Erkältungssymptome hatte er zwar keine, sonst hätte er auch gar nicht zum Test kommen dürfen, aber man wisse ja nie. Die Durchführung hat jedenfalls gut geklappt.

Negativtest ist Erleichterung für 24 Stunden

Michael Frohmader fokussiert den E-Mail-Eingang auf seinem Handy. Die 15 Minuten sind vorbei. Dann kommt das Ergebnis in digitaler Form: negativ – Erleichterung, zumindest für die nächsten 24 Stunden. Viel länger hat der Test keine wirkliche Relevanz. Mitgeschickt ist ein Zertifikat über das Ergebnis. Das kann Michael Frohmader jetzt beim Kunden vorlegen und beruhigt seinen Termin wahrnehmen. Den kostenlosen Schnelltest in der Apotheke will er kommende Woche auf jeden Fall wiederholen.

Nachfrage nach Schnelltests ist enorm

Die Nachfrage nach den kostenlosen Schnelltests sei jetzt schon zu Beginn enorm, sagt Apotheker Christian Führling und zeigt auf einen vollen Terminkalender: die kommenden drei Tage seien alle ausgebucht. Er biete den Service gern an, auch wenn es mit einem gewissen Aufwand verbunden sei. So springe er doch mehrfach hin und her zwischen dem Apothekenverkaufsraum und dem Flur für die Tests. Umziehen in Schutzkleidung inklusive. Logisch, dass das nicht jede Apotheke anbieten könne. Es brauche eben auch ausreichend Personal, um die anderen Kunden nicht warten zu lassen. Die bisherigen Tests lieferten fast alle erfreulicherweise negative Ergebnisse.

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