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Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Sebastian Kahnert

Die beschlossenen Maßnahmen stellen einen Dreiklang aus Vorsicht, Restriktion und Motivation dar, so Ministerpräsident Söder. Er stellte Lockerungen im Einzelhandel und anderen Bereichen des öffentlichen Lebens nach den Osterferien in Aussicht.

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Was an Ostern in Bayern erlaubt ist und was nicht

Bund und Länder haben für Ostern die Devise "Wir bleiben zu Hause" ausgegeben und einen strengeren Lockdown beschlossen. Zum Teil werden Corona-Regeln verschärft, zum Teil belässt es die Politik bei Appellen.

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Von
  • Petr Jerabek

Aktualisierter Artikel nach dem Rückzieher von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den Ruhetagsregelungen am 24.03.2021

Mit einem verschärften Oster-Lockdown wollen Bund und Länder den Kampf gegen die dritte Corona-Welle verstärken. Vom 1. bis 5. April soll das Leben noch stärker heruntergefahren werden.

Fest steht: Weitere Lockerungen wird es in Bayern laut Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bis Ostern nicht geben, einige Maßnahmen werden verschärft. Was ist dann noch erlaubt und was nicht? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Darf ich mich mit Freunden treffen?

In Bayern gelten über die Ostertage dieselben Kontaktbeschränkungen wie aktuell. Sie sind abhängig von der Sieben-Tage-Inzidenz (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen) im jeweiligen Landkreis oder der kreisfreien Stadt: Bis zu einem Wert von 100 dürfen sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen - plus deren Kinder unter 14 Jahren. Ist die Inzidenz höher als 100, dürfen die Angehörigen eines Haushalts nur mit einer weiteren Person zusammengekommen.

Darf ich an Ostern Verwandte besuchen?

Eine Lockerung der Kontaktbeschränkungen für Verwandtenbesuche wie an Weihnachten wird es an Ostern nicht geben. Dies war zwar vorübergehend im Gespräch, wurde von Bund und Ländern aber am Montag beim Corona-Gipfel verworfen. Es gelten also die oben genannten allgemeinen Kontaktbeschränkungen.

Bund und Länder appellieren zudem grundsätzlich an alle Bürgerinnen und Bürger, "auf nicht zwingend notwendige Reisen im Inland und auch ins Ausland zu verzichten – auch hinsichtlich der bevorstehenden Ostertage". Laut Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) soll an den fünf ersten April-Tagen unter das Prinzip "Wir bleiben zu Hause" gelten.

Wann kann ich meine Oster-Einkäufe erledigen?

Der Gründonnerstag und Karsamstag sollten laut Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) genauso behandelt werden wie Sonn- und Feiertage. Doch Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwoch in dieser Angelegenheit einen Rückzieher gemacht und hat die angekündigte Osterruhe zurückgenommen. Sie wiederholte am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Parlament ihre Erklärung, wonach die Idee für einen verschärften Lockdown über Ostern ein Fehler gewesen sei.

Muss ich an Gründonnerstag arbeiten?

Nachdem Angela Merkel den Beschluss, dass der Gründonnerstag wie ein Sonn- und Feiertag zu behandeln sei, wieder zurückgenommen hat, bleibt alles beim alten. Der Gründonnerstag ist wie zuvor auch ein ganz normaler Arbeitstag.

Was ist mit Oster-Gottesdiensten?

Im vergangenen Jahr - während des ersten Lockdowns - waren an Ostern keine Gottesdienste mit Gläubigen in der Kirche möglich. In diesem Jahr werden Oster-Gottesdienste zwar nicht verboten, Bund und Länder wollen laut ihrem Beschluss aber auf die Religionsgemeinschaften zugehen, "mit der Bitte, religiöse Versammlungen in dieser Zeit nur virtuell durchzuführen".

Auch die bayerische Staatsregierung verständigte sich auf einen entsprechenden Aufruf an die Religionsgemeinschaften. Ministerpräsident Söder versicherte allerdings nach der Kabinettssitzung, die Staatsregierung werde auf die Kirchen keinen Druck ausüben. Die Möglichkeit zu Präsenz-Gottesdiensten soll also bestehen bleiben.

Die Kirchen zeigten sich in ersten Reaktionen überrascht über den Appell der Politik. Der Augsburger Bischof Bertram Meier beispielsweise sprach von einer "kalten Dusche". Denn die Kirche sei keine virtuelle Organisation, sondern eine lebendige Gemeinschaft". Wie die einzelnen Gemeinschaften, Bistümer und Kirchengemeinden auf den Aufruf zu virtuellen Gottesdiensten reagieren werden, bleibt abzuwarten.

Gibt es nächtliche Ausgangssperren wie an Weihnachten?

Eine generelle nächtliche Ausgangssperre in ganz Bayern wie noch an Weihnachten gilt nicht mehr. Allerdings müssen Landkreise und kreisfreie Städte mit einer Sieben-Tage-Inzidenz über 100 eine regionale Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr einführen. In solchen Hotspots darf man sich nur aus wenigen triftigen Gründen im Freien aufhalten. Somit müssen Treffen mit einem Freund oder Verwandten entsprechend rechtzeitig beendet werden. Ein Gottesdienstbesuch am späten Karsamstag ist in solchen Kommunen nicht möglich.

"Ansammlungen" werden verboten - was heißt das?

Vom 1. bis 5. April sollen laut Staatskanzlei in Bayern "Ansammlungen im öffentlichen Raum" grundsätzlich untersagt werden. Nähere Angaben dazu machte die Staatsregierung zunächst nicht.

Inwieweit das Auswirkungen auf Demonstrationen wie zum Beispiel Ostermärsche haben wird, ist noch unklar. Ministerpräsident Söder sagte, das Versammlungsrecht lasse sich nicht verbieten, mit dieser Frage werde sich Innenminister Joachim Herrmann (CSU) beschäftigen.

Ist Reisen an Ostern verboten?

Auch im verschärften Lockdown sind Reisen grundsätzlich nicht verboten. Innerhalb Deutschlands sind allerdings keine Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen oder Campingplätze für touristische Übernachtungen geöffnet. Somit sind lediglich Tagesausflüge möglich. Bund und Länder appellieren aber an die Menschen, zu Hause zu bleiben.

Touristische Reisen ins Ausland sind grundsätzlich möglich. Wer in ein ausländisches Risikogebiet reist, muss aber nach der Rückkehr für zehn Tage in Quarantäne. Frühestens nach fünf Tagen kann er oder sie einen PCR-Test machen und die Quarantäne im Fall eines negativen Resultats verkürzen. Bei Regionen oder Ländern, die als Virusvariantengebiete eingestuft sind, gilt grundsätzlich eine 14-tägige Quarantäne.

Bei Reisen in Gebiete, die laut Robert-Koch-Institut nicht als Risikogebiete gelten, gibt es derzeit keine Testpflicht. Seit vergangener Woche sind beispielsweise die Algarve in Portugal und ganz Malaysia keine Risikogebiet mehr. Insbesondere mit Blick auf die zahlreichen Mallorca-Urlauber an Ostern sollen die Fluggesellschaften nach dem Willen der Bundesregierung aber alle Rückkehrer testen. Außerdem plant die Bundesregierung eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes, die eine generelle Testpflicht bei Flügen nach Deutschland möglich machen soll. Söder betonte, es gelte weiterhin die klare Empfehlung, nicht zu reisen. Es gebe aber keine Möglichkeit, Reisen zu verbieten.

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Mit einem Oster-Lockdown will Bayern die dritte Corona-Welle bremsen. Von Gründonnerstag bis Ostermontag wird das öffentliche Leben weitgehend heruntergefahren. Hier die wichtigsten Punkte:

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