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Corona-Regeln stoppen Erkältungs- und Grippewelle | BR24

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Experten sind sich einig: Die große Erkältungs- und Grippewelle ist bisher ausgeblieben, weil Abstands- und Hygieneregeln nicht nur das Corona-Virus ausbremsen, sondern auch andere Erreger. Grippeschutz-Impfung wird trotzdem empfohlen.

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Corona-Regeln stoppen Erkältungs- und Grippewelle

Experten sind sich einig: Die große Erkältungs- und Grippewelle ist bisher ausgeblieben, weil Abstands- und Hygieneregeln nicht nur das Coronavirus ausbremsen, sondern auch andere Erreger. Die Grippeschutz-Impfung wird trotzdem empfohlen.

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Kein Husten, kein Schniefen, kein Niesen – Erkältungen scheinen im Herbst 2020 eher die Ausnahme zu sein. Das mag zum einen daran liegen, dass sich viele Leute nicht husten oder niesen trauen, um nicht unter "Corona-Verdacht" zu kommen. Zum anderen aber verhindern die so genannten "AHA"-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske) nicht nur Corona, sondern auch Erkältungskrankheiten.

Gestiegenes Hygiene- und Gesundheitsbewusstsein

Stefan Burgstaller, Sprecher der Apotheker im Raum Passau, hat festgestellt, dass Hygiene- und Gesundheitsbewusstsein deutlich gestiegen seien: "Dass man sich vor dem Essen Hände waschen soll, predigen wir immer schon. Jetzt wird es auch umgesetzt. Dazu kommt, dass jetzt auch Bewegung und gesunde Ernährung ins Bewusstsein gerückt sind. Das trägt natürlich auch zum verbesserten Immunsystem bei."

Weniger Erkältungsmittel verkauft

Außerdem halten die Menschen mehr Abstand, verzichten auf Partys, Busfahrten und andere Treffen. Die Folge: Hustensaft, Schnupfenspray und andere Erkältungsmittel gehen deutlich seltener über die Ladentheke. Stefan Haversath, Allgemeinarzt in Passau-Innstadt, stellt ebenfalls fest, dass kaum Patienten wegen banaler grippaler Infekte in seine Praxis kämen. Normale Erkältungssymptome würden am Telefon festgestellt und auf diesem Wege auch Krankschreibungen ausgestellt. Der Passauer Arzt setzt auf den Lerneffekt: "Husten-Etikette und solche Sachen sind ja nicht neu. Wenn man sie konsequent weiter anwendet, könnte man auch in Zukunft viele Infekte vermeiden."

AOK: Atemwegserkrankungen rückläufig

Zuverlässige Studien über den Corona-bedingten Rückgang von Erkältungskrankheiten gibt es nicht. Aber Erfahrungswerte in anderen Ländern. Der bekannte Infektiologe Professor Bernd Salzberger (Uni-Klinik Regensburg) verweist auf das Beispiel Australien: "Im australischen Winter ist die Grippe heuer praktisch ausgefallen. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass das was in der Öffentlichkeit geschehen ist – Masken tragen und Abstand halten – zu einer Reduktion führt." Und die AOK Bayern bestätigt, dass die Zahl der Atemwegserkrankungen von Januar bis August 2020 um elf Prozent zurückgegangen sei.

Grippe-Impfung trotzdem empfohlen

Grippeschutzimpfungen werden trotzdem empfohlen. Insbesondere Risikogruppen sollten sich gerade in der Corona-Pandemie gegen grippale Infekte impfen lassen, raten die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut und das Gesundheitsministerium. Die Grippe sei eine zusätzliche Gefahr für ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere sowie für das Medizin- und Pflegepersonal.

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