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Corona-Regeln im Überblick: Was ab heute in Bayern wieder geht | BR24

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Ab Montag, dem 1. März dürfen Bayerns Friseure ihre Läden wieder aufsperren.

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Corona-Regeln im Überblick: Was ab heute in Bayern wieder geht

Friseure öffnen, Baumärkte und Gärtnereien auch: Ab heute lassen die Corona-Regeln der Staatsregierung wieder einiges zu, was seit Monaten verboten war. Was jetzt wieder geht - und was noch folgen könnte.

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  • BR24 Redaktion

In Bayern geht es heute mit den ersten Öffnungen von Geschäften einen kleinen Schritt in Richtung Normalität. Friseure, Gärtner, Baumärkte, Fußpflege-Praxen, Gärtnereien, Gartenmärkte und Blumenläden können wieder Kunden bedienen.

Friseure in Bayern ab sofort wieder offen

Vor allem ein Besuch bei Friseur wurde von vielen lange herbeigesehnt. Die Öffnung habe mit Hygienebedürfnissen und "auch etwas mit Würde zu tun in diesen schwierigen Zeiten", so Ministerpräsident Markus Söder am 10. Februar.

Meldungen über illegale "private" Dienstleistungen einzelner schwarzer Schafe des Gewerbes in Kellern und fremden Küchen dürften dabei auch eine Rolle gespielt haben; vielleicht auch die öffentliche Reaktion auf manche frisch frisierten Promis und Lokalpolitiker.

Friseursalons brauchen den Kundenansturm nun dringend

Trotz dieser Öffnung dürften viele Bayern ihre Haare noch länger lang tragen. Etliche Salons sind auf Wochen hinaus ausgebucht. In Bayreuth versteigerte ein Friseur seinen ersten Termin nach dem Lockdown für 422 Euro - für einen guten Zweck. Was der Ansturm sonst in die Kasse spülen wird, das brauchen die meisten Betriebe dringend.

Einige - berichtet der Landesverband - warteten noch immer auf das Kurzarbeitergeld vom Dezember und Januar. Landesinnungsmeister Christian Kaiser fürchtet, jeder vierte Friseursalon in Bayern könnte demnächst für immer schließen.

Auch Nagel-, Gesichts- und Fußpfleger dürfen aufsperren

Zum großen "Locken-Down" kommen weitere "körpernahe Dienstleistungen". Fußpflege, Gesichtspflege und Maniküre einschließlich der Nagelstudios sind ebenfalls wieder erlaubt, kurz: alle Dienstleistungen zum Zweck der Körperhygiene und -pflege.

Es gelte die Devise, "Gleiches gleich zu behandeln", erläutert Staatskanzleichef Florian Herrmann. Die Maskenpflicht für die Kunden entfällt laut Staatskanzlei aber nur, "soweit die Art der Dienstleistung sie nicht zulässt".

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Die Friseurinnen Sandra (l) und Athraa (r) kleben im Friseursalon "Extra Locke" in Schweinfurt Markierungen auf den Boden.

Frühlingsgefühle in Blumenladen und Gartencenter

Ob Blumenladen, Gärtnerei, Gartencenter oder Baumschule: Überall, wo zu Verkaufszwecken Grünbuntes sprießt, darf wieder geöffnet werden. "Sonst wird das ganze Blumengeschäft nur in Discountern stattfinden, und dann würden die Discounter überrannt", so Ministerpräsident Markus Söder in einer Pressekonferenz.

Baumärkte: Kommt der große Heimwerker-Ansturm?

Gleiches Recht gilt in Bayern auch für Baumärkte - zum Ärger der baden-württembergischen Staatsregierung, die ihre Baustoffhandlungen geschlossen hält und einen Shopping-Exodus ihrer Häuslebauer in die bayerischen Grenzregionen fürchtet. Für die Öffnung der Blumenläden habe man Verständnis, heißt es aus Stuttgart. Aber: "Hammer und Farbe verderben nicht so schnell." Staatskanzleichef Herrmann kontert: Wenn die Gartenabteilungen geöffnet werden dürften, der Rest der Baumärkte aber nicht, mache das wenig Sinn.

Mit Schlangen zum Wiedereinlass ist jedenfalls nicht nur in Lindau und Neu-Ulm zu rechnen. Denn: Für alle Geschäfte mit Lizenz zum Aufschließen gelten die gleichen Schutzmaßnahmen wie bisher schon für Supermärkte. Für die ersten 800 Quadratmeter darf ein Kunde pro 10 Quadratmeter hinein, für die Verkaufsfläche darüber hinaus ein Kunde pro 20 Quadratmeter.

Einzelunterricht an Musikschulen

Eine weitere Lockerung gilt für Landkreise und kreisfreie Städte, in denen die 7-Tage-Inzidenz unter 100 liegt. Hier wird ab Montag in Musikschulen Einzelunterricht wieder ermöglicht. Nach Angaben der Staatskanzlei muss dabei der Mindestabstand gewahrt und möglichst eine Maske getragen werden - sofern das beim jeweiligen Musikinstrument möglich ist.

Mit Blick auf die Zukunft ist im Beschluss zur regionalen Öffnung von Musikschulen auch jenseits von Pauken und Trompeten Musik drin: Markiert sie doch eine Abkehr vom bisherigen bayerischen Regierungsprinzip, landesweit einheitliche Regeln aufzustellen.

Kommen weitere Öffnungen?

So stellte Ministerpräsident Söder für Kommunen mit einer niedrigen 7-Tage-Inzidenz weitere Öffnungsschritte in Aussicht. Angesichts der "sehr großen Spreizung" der Corona-Zahlen in verschiedenen Teilen Bayerns sei ein "lokal abgestimmtes Vorgehen" nötig. Bei stabil guten Werten könnten beispielsweise wieder Treffen von maximal fünf Personen aus zwei Haushalten möglich werden.

In Corona-armen Regionen könnten dann auch Grundschulen vom Wechselunterricht in den Präsenzunterricht übergehen - und andere Schüler statt daheim zu bleiben im Wechselbetrieb in die Schule gehen.

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Erst öffneten die Grundschulen, dann verkündete Ministerpräsident Söder die Öffnung von Blumenläden, Gärtnereien und Gartenmärkten von diesem Montag an. Jetzt sollen auch die Baumärkte zusätzlich öffnen dürfen, wenn die Inzidenzwerte stimmen.

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